Bewertung: 9

Review: #1.02 Kein Blick zurück

Foto: Clea DuVall, Heroes - Copyright: 2008 Universal Pictures
Clea DuVall, Heroes
© 2008 Universal Pictures

Die Fortsetzung einer Saga

Saga? Ja! Dieser Begriff ist weder unpassend noch übertrieben – "Heroes" ist eine Saga. Bereits nach der Serienpremiere dürfte es jedem Zuschauer klar geworden sein, dass Tim Kring und seine Leute nicht irgendeine Geschichte erzählen wollen. Sie wollen uns eine Saga erzählen, eine Heldengeschichte, eine Legende des 21. Jahrhunderts. Und so war die erste Episode von "Heroes" vor allem für eines gedacht: Sie sollte die Weichen für diese Heldensaga stellen. Wir haben einen groben Blick auf die verschiedenen Charaktere bekommen, auf den Gesamtzusammenhang, auf das, um was es in "Heroes" gehen soll: um das Menschliche, aber gleichzeitig auch das Fantastische, das Schicksal, das Heldentum und natürlich nicht zu vergessen, die Action.

Nun wird das zweite Kapitel dieser Saga aufgeschlagen und was in #1.01 Genesis begann wird in #1.02 Kein Blick zurück mit einem genialen Händchen weitergeführt: Die Saga hat begonnen!

Das Leben der Helden

Zweifelsohne verdienen die Helden der Geschichte unsere größte Aufmerksamkeit. In "Heroes" gibt es so viele davon, dass man anfangs ein wenig durcheinander geraten kann. Doch die Serienmacher helfen hier geschickt aus: Die Menge an Informationen, die man im Piloten mitbekommen hat, wird in dieser zweiten Folge noch einmal aufgegriffen. So sieht man immer wieder ein paar wenige Sekunden von Szenen aus der ersten Folge, die einem helfen, in die Story des jeweiligen Charakters hineinzufinden.

Wie auch schon in #1.01 beginnen wir mit Peter Petrelli und der Anfangsszene mit dem Hochhaus. Dies dient einerseits dazu, wieder in das Geschehen zurückzufinden und hat auch einen gewissen Zurückerinnerungseffekt, da der Pilot ja genauso begann. Außerdem gibt das wieder Gelegenheit, Sendhil Ramamurthy alias Mohinder Suresh aus dem Voice-Over sprechen zu lassen, der diese Fortsetzung der Saga mit sehr bedeutungsschweren, jedoch sehr passenden Worten einleitet. Perfekt gewählt dazu ist außerdem die Hintergrundmusik.

Der Traum vom Fliegen: Peter Petrelli

Von Peter, dessen Leben ja bereits in Folge 1 etwas genauer beleuchtet wurde, erfahren wir in dieser Folge nicht viel, aber dafür Wichtiges: Entgegen der Vermutung - die das offene Ende von #1.01 suggeriert hatte -, dass Nathan fliegen kann, wissen wir nun, dass auch Peter fliegen kann. Interessant und gleichzeitig irgendwie verständlich ist seine glückliche Reaktion darauf: Er, der schon oft den Drang verspürt hatte, außergewöhnlich sein zu wollen, kann fliegen! Nun ja, wer würde nicht gerne fliegen können?

Claire, Lies, and Videotape

Nicht ganz so glücklich über ihre Fähigkeiten ist hingegen Claire, von der wir nun nicht nur wissen, dass sie adoptiert ist, sondern auch, dass ihr Vater eine bedeutende Rolle im Gesamtgeschehen zu spielen scheint: Im Piloten sahen wir ihn als mysteriösen Mann, der hinter Mohinder und dessen Vaters Dokumenten her ist. Jetzt stellt sich heraus, dass er zudem von Claires außergewöhnlichen Fähigkeiten weiß und das Videotape hat. Brillant! Diese Storyline verspricht äußerst interessant zu werden.

Erwähnenswert: die Football-Szene, in der sich Claire das Genick bricht und lässig wieder einrenkt. Autsch!

Auf den Spuren eines Mordes?

Äußerst sympathisch wieder einmal ist Sendhil Ramamurthy, der als Mohinder Suresh auf der Suche nach Antworten ist, die den Tod seines Vaters klären sollen. Anstatt uns nur nach und nach kleine Hinweise zu geben, liefern uns die Autoren gleich eine Menge interessanter Dinge: Zunächst einmal haben wir die Begegnung zwischen Mohinder und Eden, die auf der einen Seite richtig niedlich wirkt, hinter der sich aber sicherlich (und hoffentlich) noch mehr verbirgt. Wir wissen nun außerdem, dass Mohinders Vater es tatsächlich schaffte, die "Heroes" zu identifizieren.

Dann ist da natürlich noch der mysteriöse Anrufer, Sylar. Er scheint eine Schlüsselfigur in "Heroes" zu sein und was wir bisher von ihm wissen, führt zu vielen Spekulationen: Ist er ein "Hero"? Wenn ja, war es Suresh Senior, der ihm dazu verhalf, einer zu werden? Und: Ist Sylar dieser Mörder, der den Leuten den Kopf absägt und wird auch er schließlich Isaac töten?

Ein Japaner in New York

Am meisten überzeugte mich Hiro Nakamura, ganz fabelhaft dargestellt von Masi Oka. Wunderbar amüsant ist die Szene, in der er durch New York spaziert, jeden grüßt und "I love New Yoooork!" ruft. Auch sonst sorgt vor allem er für die Lacher in "Heroes", wirkt dabei aber keinesfalls lächerlich.

Neben Hiro selbst sind natürlich auch seine Fähigkeiten sehr interessant und seine Storyline führt uns in das Herz der Geschichte: den Weltuntergang. Ohne es selbst zu wissen, hat Hiro sich in der letzten Episode nicht nur teleportiert, sondern auch noch einen Zeitsprung vollzogen und sieht nicht nur einen mausetoten Isaac Mendez, sondern erlebt auch das Ende der Welt mit! Eine fantastische Wendung, die nicht nur Hiro, sondern vor allem uns Zuschauer aus dem Sessel haut.

So stellt sich uns natürlich nun die Frage, was Hiro wohl machen wird. Wird er versuchen, Isaac in der "echten" Welt zu finden und zu warnen? Wird er versuchen, die Welt zu retten?

Bald tot? Isaac Mendez

Wie Hiro hat auch er mit der Zukunft zu tun: Isaac Mendez. Er allerdings kann nicht im Raum-Zeit-Kontinuum vor- und zurückspringen, sondern malt die Zukunft. Er hat den Weltuntergang gesehen und gezeichnet, weiß also auch das, was Hiro weiß. Und er scheint auf jeden Fall schon mal entschlossen zu sein, etwas dagegen zu unternehmen.

Doch auch (Anti-)Helden haben eigene Sorgen: Isaac muss sein Drogenproblem lösen. Und Simone hat ihn vor ein Ultimatum gestellt: Sie oder das Heroin. Eine gute Prise "normaler" (damit meine ich tatsächlich existierender) Probleme, die die Autoren hier reinstreuen.

Du, ich und die andere

Im Gegensatz zur ersten Folge überzeugt Niki dieses Mal von Anfang bis Ende. Ihr Leben ist nun völlig außer Kontrolle geraten: Sie hat zwei Morde begangen, an die sie sich nicht erinnern kann und ihr fehlen ganze Zeitabschnitte. Ihr anderes "Ich" scheint sie immer mehr zu übernehmen, es mordet nicht nur für sie, sondern sorgt auch für ein neues Auto und für die Vertuschung des Mordes. Nikis Geschichte sorgt für Schockmomente und auch für Verwirrung, als sie plötzlich nicht mehr vor einer Ampel steht und sich das Tape ansieht, sondern auf einem Parkplatz – vier Stunden später!

Der Neue: Matt Parkman

Endlich lernen wir in dieser Episode Matt Parkman kennen, ein Charakter, auf den ich mich von Vornherein besonders gefreut habe – sein äußerst sympathischer Darsteller, Greg Grunberg, hat bereits in zahlreichen anderen Serien ("Alias", "Lost", "Felicity") bewiesen, dass er schauspielern kann, und enttäuscht auch in "Heroes" nicht. Als Polizist mit telepathischen Fähigkeiten gerät er gleich in eine äußerst prekäre Situation, und wir dürfen gespannt sein, was uns in der nächsten Episode erwartet!

Was will man mehr?

Ja, was will man eigentlich mehr? Was wir in #1.02 Kein Blick zurück zu sehen bekommen, ist TV-Unterhaltung vom Allerfeinsten: Die verschiedenen Storylines sind auf großartige Weise miteinander verwoben und wir wollen eigentlich nur eines: die nächste Folge!

Maria Gruber - myFanbase

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