Bewertung

Review: #4.14 Lernprozesse

In dieser Episode ist es den Autoren wirklich gelungen, mich zu überraschen. Es ist jedoch keine große, entscheidende Entwicklung, die mich überrascht hat, sondern vielmehr ein kleines Detail. Um es auf den Punkt zu bringen: ich habe wahrlich nicht mehr damit gerechnet, dass Preston Burke noch einmal in die Serie eingebracht wird. Wir sehen ihn zwar nicht persönlich, doch er ist durch einen Zeitungsartikel präsent, der im Seattle Grace ausgehängt wird und auch Cristina nicht verborgen bleibt. Der Artikel enthüllt, dass Burke mit einer Auszeichnung geehrt wurde, während Cristina für ihre Leistung als Burkes zweite Hand nach dessen Verletzung keine lobende Erwähnung, sondern nur Erica Hahns Abneigung erhält.

Like a Virgin

Insgesamt halte ich es für sehr gut, dass auf das Kapitel Burke noch einmal eingegangen wird, denn sehr oft neigen Serien dazu, ehemalige Charaktere schnell ad acta zu legen, egal wie bedeutsam sie vor ihrem Ausstieg gewesen sind. Burke war zweifellos wichtig für Cristina und hat ihr Leben in den vergangenen drei Jahren/Staffeln maßgeblich geprägt. Somit ist es nur legitim, dass Cristina sich noch einmal intensiver mit ihm auseinandersetzt und er erneut Erwähnung findet.

Cristina befindet sich momentan an einem Scheideweg. Ihr Liebesleben liegt seit der geplatzten Hochzeit mit Burke brach und ihre Karriere stockt, da ihre wichtigste Bezugsperson im Beruf, Dr. Erica Hahn, sie ablehnt. Im Moment bin ich mir wirklich nicht sicher, wohin Cristinas Weg führt und wie sich ihr Leben in den letzten beiden Episoden dieser Staffel und dann in der nächsten Season entwickeln wird.

Natürlich war es witzig, wie Cristina in der Pathologie stand und Madonnas Welthit "Like a Virgin" gesungen hat, doch dies war nichts anderes als eine Übersprungshandlung, um nicht zu schreien, zu weinen oder jemanden zu verdreschen.

Das Sex-Formular

Seit jeher zählt es zu den prägenden Elementen der Serie "Grey’s Anatomy", dass es innerhalb dieses einen Krankenhauses zahlreiche Romanzen querbeet durch die gesamte Belegschaft gibt - Assistenzärzte mit Oberärzten, Assistenzärzte mit Assistenzärzten, Oberärzte mit Oberärzten, Assistenzärzte mit Krankenschwestern, Oberärzte mit Krankenschwestern, vielleicht auch Krankenschwestern mit Krankenschwestern, aber das überlasse ich eurer Fantasie (sofern ihr volljährig seid). In dieser Episode wird das Ganze mit Absicht auf die Spitze getrieben, indem alle innerbetrieblichen Romanzen protokolliert werden sollen und jeder Angestellte eintragen muss, mit wem aus dem Krankenhaus er oder sie schon geschlafen hat. Mir persönlich gefällt es, wenn eine Serie ihre eigenen Merkmale nimmt und herausstellt.

Interessant sind natürlich auch die einzelnen Reaktionen auf diese neue Regel. Alex vergisst, Lexie auf seinem Sex-Formular einzutragen, womit mehr als deutlich wird, dass sie ihm nicht sonderlich viel bedeutet und seine Gedanken nur bei Ava/Rebecca sind. Rose sieht sich durch dieses Formular herausgefordert, endlich mit Derek zu schlafen, damit er auch wirklich ihr Freund ist, und Bailey reagiert verletzt, da man ihr dieses Formular gar nicht erst gegeben hat.

Zu Alex weiß ich gar nicht, was ich schreiben soll. Dass Lexie in seinem Leben momentan keine große Rolle spielt, wundert und stört mich nicht, doch was diese seltsame Storyline zu bedeuten hat, dass er Ava/Rebecca nach wie vor für schwanger hält, leuchtet mir nicht ein. Ein Happy End für Alex und Ava scheint mir kaum noch möglich, da zwischen den beiden zuletzt auch nur noch Sex war und kaum ein Unterschied zu der "Sache" bestand, die Alex und Lexie miteinander hatten.

Über Rose wüsste ich schon Einiges zu schreiben, doch ich lasse es lieber. Diese Episode bestätigt meine bisherigen Eindrücke, dass Rose ein Charakter ist, der zwischen zwei Verliebten steht und daher in etwa so erwünscht und sympathisch ist, wie eine lange Schlange vor der Damentoilette.

Dass es Bailey verletzt, kein solches Sex-Formular erhalten zu haben, kann man verstehen, doch andererseits leuchtet es auch ein, dass Webber und sein Hiwi George Hemmungen hatten, ihr ein solches Formular zu geben, da Bailey bekanntlich immer eine Gegnerin der internen Romanzen im Seattle Grace Hospital war und nun einmal als der "Nazi" berüchtigt ist. Man kann nicht behaupten, dass der Spitzname "Nazi" für Romantik steht. Bailey war es immer wichtig, als Ärztin und Vorgesetzte respektiert zu werden und ihr Privatleben so wenig wie möglich ins Krankenhaus zu tragen. Das bleibt natürlich nicht ohne Wirkung.

Klare Worte für Meredith

Mein persönliches Dankeschön dieser Episode geht an Dr. Wyatt, die Meredith auch mal die Leviten liest und ihr einen Spiegel vorhält. Meredith sagt sich zwar immer wieder selbst, dass Derek mit Rose zusammen ist, macht sich aber nicht wirklich bewusst, was dies bedeutet, und löst sich emotional kein bisschen von Derek. Er ist nach wie vor ihr McDreamy, andere Männer gibt es für sie nicht. Man kann nur hoffen, dass sich die Therapie letztlich auszahlt und Meredith aufhört, aus der Ferne einen Mann zu lieben, den sie auch ganz nah haben kann.

Maret Hosemann - myFanbase

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