Bewertung

Review: #2.14 Neues Jahr, neue Geheimnisse

Chuck Bass und der Rest der ganzen Bagage ist mit zwölf frisch-fröhlichen Folgen zurück. *party*

So an sich ist die Auftaktsepisode der zweiten Hälfte von Season 2 recht gut gelungen. Mit viel Wortwitz und der sympathischen Situationskomik, die wir bereits in "O.C., California" kennen und lieben lernten. Oder einem neuen Charakter direkt aus der Traumfabrik Down Under. Die Rede ist natürlich nicht von Dirk Bach (der übrigens gerade wieder durch den Erfolg des Formats "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" sein Ferienhaus in der Karibik renovieren lässt), sondern von Jack Bass, der bisher eigentlich so gut wie nie in auch nur irgendeiner Form in der Serie erwähnt wurde, aber dennoch eine nicht unbedeutende Rolle spielt, da er ja unter anderem in Australien für die Bass Industries verantwortlich ist, was man so heraushören konnte...

Ansonsten bin ich doch enttäuscht, aber dass diese Episode die Folge #2.13 O Brother, Where Bart Thou? kaum übertrumpfen könnte, war wohl jedem klar. Am Anfang ist erstmal gar nichts passiert, es plätscherte alles vor sich hin und hier und da hat Nelly Schuhe sauber gemacht und dann ist mal wieder für einen Moment Lily durch's Bild gehüpft. Furchtbar... Um es in etwa mit den Worten von Barney Stinson zu sagen: "Das ist so normal".

Serena: "What happened?"
Blair: "Chuck."

Witz komm raus!

Wie immer haben Blair und Chuck die überzeugendste Storyline. Zugegeben: Der Plot hatte aber von Anfang in meinen Augen keine große Konkurrenz zu befürchten, bis auf den mit Jenny vielleicht, die unbedingt Nelly helfen wollte, was zwar nicht so besonders war, aber dennoch ein wenig Abwechslung und Frische brachte. Trotzdem habe ich im Falle der Charaktere Chuck und Blair oft schon viel, viel Besseres gesehen und das gehört definitiv nicht dazu, da vor allem auch die ersten zwanzig Minuten nicht wirklich berauschend waren und ähnliches, mittelmäßiges Niveau wie die anderen drei Parts lieferten.

Kann möglicherweise daran liegen, dass mir Jack Bass an sich bzw. seine Einführung in der Serie eigentlich nicht gefallen hat und meine Erwartungen wie schon so oft in der Serie durch solche "Fehlaktionen" gemäßigt wurden. Hin und wieder lieferte Blair in den ersten zwanzig Minuten großartige Sprüche ab. Darunter, wie eben meistens, wenn sie Dorota wegen jeder Kleinigkeit zurecht weist, andererseits als sie Serena davon erzählt, dass sie Chuck ihre Liebe gestanden hat und dies nun bestenfalls zurückhalten und versuchen würde, sich sogar selbst zu strangulieren, bis sie die Worte nicht mehr aussprechen könne. Herrlich. Ich hoffe mal, dass die Autoren so auch bald einmal die richtige Balance zwischen Humor und Dramatik finden, denn schon öfters fehlte es Episoden einerseits an dem einen und dann wieder an dem anderen. Stephanie Savage hat es doch vorgemacht, als sie in der zweiten Dezemberwoche ein herausragendes Drehbuch lieferte.

Etwas überzeugender fielen jedoch die letzten Minuten aus, die uns eine wunderschöne und innige Umarmung von Chuck und Blair schenkte. Ich weiß ja auch nicht, aber wäre es nun doch möglich, dass die beiden einen Weg finden, zusammen zu sein? Kann ich nur schwer hoffen. Außerdem auch, dass der feine Onkel, der ja selbst ein wenig wie Chuck ist, nicht den Zeigefinger in die Luft hält und allen gehörig zeigt, wo's lang geht, und das traute Glück gleich wieder zerstört, ach herrje!

Dabei bin ich mir ja so was von sicher, dass Jack selbst genug Dreck am Stecken hat und hundertprozentig in einer gewissen Verbindung mit dem "Unfall" von Bart steht. Motiv ist doch eindeutig. Da hatte wohl jemand keine Lust mehr, in Down Under herum zu irren und heckt so in der Langeweile gegen seinen bösen, großen Bruder, der großteils die Rechte der Firma geerbt hat, einen dunklen und ebenso bösen wie kaltblütigen Plan aus, Bart in den Hudson River zu werfen. Doch, das hört sich für mich schwer nach einem Motiv an! Ich möchte hier niemanden öffentlich beschuldigen, aber ob er mit Georgina Sparks unter einer Decke steckt? *hust*

Yeah, we are back together.

Gut, einmal zusammengefasst: Jeder kennt meine Abneigung gegen Aaron Rose. Und meine Abneigung gegen John Patrick Amedori ist auch schon längst kein Geheimnis mehr. Und nun erscheint es mir so, als wäre mein Wunsch aus meiner Review zu #2.11 The Magnificent Archibalds nur durch Sinneskraft bis in die Köpfe der Drehbuchautoren gelangt und hätte sich so verankert, dass sie diese Idee sofort in ein Vorhaben umsetzten. Und wisst ihr was? Ich finde es furchtbar – was mich gerade sehr überrascht – dass der Charakter so mir-nichts-dir-nichts aus der Serie geschrieben wird und sein "Ende" auch nur in knapp zwei Sätzen bekommt.

Schade, aber gut. Auf längere Dauer wäre das mit dem Schneckenmenschen sicherlich nichts geworden, also finde ich mich sicherlich bald damit ab. Dann gäbe es noch etwas bezüglich der Wiederauflebung (oder Wiederbelebung?) des Pairings Dan und Serena zu sagen.

Eine langsame Annäherung der beiden wäre so viel sinnvoller gewesen und hätte so ungemein viel Potenzial gehabt, stattdessen schert man sich darüber nicht groß, sondern überspringt gleich alles und bringt sie sofort wieder zusammen. Traurig. Ich hoffe, dass es das auch wert war und die beiden nicht schon nach wenigen Folgen wieder erkennen, dass es doch nicht so funktioniert, wie sie wollen, da wohl die Geduld von jedem Serienfan irgendwann einmal überstrapaziert sein wird oder ja gar schon ist... Das kann was werden!

I'm not Little J anymore!

Öhm... Jenny hat sich im neuen Jahr ganz schön viel vorgenommen, wie es aussieht. Ganz vorne auf ihrer Liste steht da auf jeden Fall "Für Gerechtigkeit sorgen, wo es überhaupt nie Gerechtigkeit geben kann".

Aber zurück zum Anfang. Jennys Auftreten in dieser Folge empfand ich schon als sehr reif und mir gefällt die neue Jenny bei weitem am besten von allen Variationen, die wir bisher zu Gesicht bekommen haben, da sie in gewisser Hinsicht ein wenig an das spritzige Mädchen zu Beginn der ersten Season erinnert und zugleich eine andere, selbstbewusstere und stärkere Persönlichkeit geworden ist. So sorgt sie für viele Lachmomente in der Folge, z.B. als sie die Stimmung zwischen Rufus und Dan etwas aufhellen möchte, als erster erfahren hat, dass sein Sohn und Serena wieder zusammen sind, oder als sie sich für Nelly einsetzt, die von ihren Freundinnen ganz offensichtlich bloßgestellt wird. Und wieder ist bei einem Charakter eine kleine Entwicklung zu sehen, während man darauf bei manchen noch so verzweifelt wartet. Vor allem bei denen, die dieses Mal nicht aufgetreten sind...

Nun zur eigentlichen Storyline, die durchaus Potenzial und schon einige gute Momente zu bieten hatte. Es war doch sehr mutig von Jenny, dass sie sich der Clique um Blair widersetzt und versucht, ein wenig für Gerechtigkeit zu sorgen. Schade, dass es am Ende so kam, dass Nelly doch wieder den Girls nachgezogen ist, denn ein paar Episoden lang zu beobachten, wie nicht nur Jenny und Eric, sondern die sich auch mit Nelly verbünden, könnte ich mir gut vorstellen und hätte höchstwahrscheinlich Abwechslung gebracht.

Sonst finde ich es interessant, dass die Clique von Blair mittlerweile fast nur noch ohne Blair auf dem Schulhof umherwandert, und so war es fast schon eine kleine Überraschung, als Blair in einem kurzen Moment darüber entscheiden sollte, wie es nun mit Nelly weitergeht, woraus man immerhin folgern kann, dass Blairs Meinung bis zu einem gewissen Grad doch noch eine Rolle spielt. Wie es aussieht, wird sie der Clique selbst wohl auch nicht mehr lange erhalten bleiben, denn natürlich interessiert es sie gar nicht, was mit Nelly oder Jenny los ist, wie sie selbst deutlich klar macht, und nicht weniger deutlich tat sie offen vor den Frauen aus dem Colony Club ihre Meinung Kund, als sie klarmachte, dass sie sich nicht mit solchen "Teenagern" herumschlagen möchte. Wird da jemand... - wah, ich traue es mich gar nicht auszusprechen – erwachsen!?!

Na ja, so richtig glauben kann ich diesen Sinnenwandel nicht, aber nach all den Erfahrungen, die sie in der letzten Zeit gemacht hat – wer weiß – könnte es ja wirklich so passieren.

Schnipsel (neue Rubrik!!!)

- Die Storyline von Rufus und Lily hat mir auch nur bedingt gefallen. Während Rufus alles daran setzt, seinen Sohn oder seine Tochter zu finden, ist Lily natürlich wie meistens darauf bedacht, den Schein zu wahren, was sie meiner Meinung nach mehr als unsympathisch macht, nachdem Rufus ihr einfach so oft schon so viele Chancen geboten hat und sie diese absolut nicht zu schätzen wusste. Es war das Mindeste, dass sie sich ihm schließlich doch angeschlossen hat, um ihr gemeinsames Kind aufzuspüren, nachdem sie ihm solche Schmerzen zugefügt hat.

- Eric hat es in dieser Folge sehr schwer, als Chuck ihn erneut abweist, obwohl der junge van der Woodsen seinen großen Bruder doch so sehr braucht. Dabei kommen schon ein paar nostalgische Gedanken aus meinem Erinnerungsvermögen zu Tage – ich denke da an damals, als Chuck und Eric sich wirklich alles gesagt und beide einander vertraut haben. Für Eric war Chuck sicherlich die erste Person, die ihn wirklich ernst genommen hat, der er vertrauen konnte und die ihn verstanden hat. Es tut deshalb mehr als weh zu sehen, wie Eric immer wieder, wie auch schon in der letzten Episode, als er Chuck vom Gehen abhalten wollte, und in dieser Folge, erneut eine Abfuhr bekommt. Ich bitte und bete darum, dass es für die beiden noch Hoffnung gibt.

- Wo sind Vanessa und Nate? Es ist nicht so, als würde ich sie vermissen, aber eine kleine Erwähnung würde sicherlich nicht schaden.

New Year, but same old story. The darkest secrets are always the ones that hit closest to home.

Gossip Girl hat das ganz gut zusammengefasst. Für die nächsten Folgen gilt es zumindest zu hoffen, dass Serena und Dan die Staffel ohne weitere Probleme überstehen und dass Onkel Jack ein wenig interessanter wird und Chuck und Blair ein paar glücklichere Zeiten vor sich haben.

Die Episode ist ziemlich sicher keine herausragende und steht der letzten in vielem nach, aber dennoch gehört sie zu einer der besseren der Staffel, die mindestens – vor allem wegen Chair und der Story mit Jenny – knapp sechs Punkte verdient hat.

Niko Nikolussi - myFanbase

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