Bewertung

Review: #2.15 Schweres Erbe

Auch diese fünfzehnte Episode lässt schon sehr zu wünschen übrig, nachdem ich mir nach der vergangenen, ebenfalls schon etwas durchschnittlicheren Folge, eine Fulminantere erhofft hatte. Langsam sollte ich es wirklich gelernt haben, nicht mehr so hohe Erwartungen an die Serie zu stellen - sollte man meinen. Ich gebe vorläufig noch nicht auf, denn der ein oder andere Plot konnte durchaus mein Interesse wecken.

The Lost Son

Und schon die erste Storyline, die wirklich ziemlich nervenaufreibend war – und zwar nicht im positiven Sinne. Natürlich müssen Rufus und Lily miteinander schlafen. Natürlich müssen sie schmerzhaft erfahren, dass ihr Sohn vor über einem Jahr aus dem Leben geschieden ist und - natürlich - gibt es am Ende eine Wendung, in der uns Zuschauern klar wird, dass ihr Kind gar nicht wirklich tot ist, sondern dies die Adoptiveltern nur behaupteten, damit er ihnen nicht weggenommen würde. Uhh... S-O-A-P!

Ich gebe es zu. Ich habe auch keine Ahnung, was es dazu noch groß zu sagen gäbe. Es macht nicht gerade den Eindruck, als hätten die Autoren nächtelang die Köpfe zusammengesteckt, um schließlich so etwas auf die ahnungslosen Zuschauer loszulassen, ohne viel Gefühl, aber viel zu übertriebenem over-acting von Seiten Kelly Rutherfords. Hinzu kommen Szenen, die lieblos aneinander gereiht werden und zu langweilig zu sind, um sich noch die Mühe zu machen, sich darüber auszulassen.

Ich hätte nie gedacht, dass es soweit kommen könnte, da ich mir in erster Linie ein ansprechenderes Geheimnis bzw. nicht so ein Offensichtliches gewünscht hätte, andererseits erwartet hatte, die Autoren besäßen noch die Güte, den Plot zumindest ein wenig lockender zu gestalten, während das Ergebnis mich zum wiederholten Male einen Kampf austragen lässt, um nicht doch die Taste zu drücken, die dem alles ein Ende setzt. Ich sag's ja, S-O-A-P. Und die kommt Montag bis Freitag bei RTL, nicht Montagabend bei The CW.

The Secrets and Lies

Zuerst einmal wäre da positiv anzumerken, dass die Handlung von Chuck und Blair in dieser Folge schon mehr zu gefallen wusste. Zum anderen gibt es dennoch einige Mängel, die mir weiterhin gar nicht gefallen und mir lediglich auf eine deprimierende Art und Weise zusetzten. Dass diese Bass-Männer auch nie das Mausen lassen können!

In erster Linie natürlich, wie könnte es anders sein, stört mich Jack Bass. Er wirkt mehr wie eine billige Kopie von Chuck bzw. einer Mischung aus Groß-Bart und Klein-Chuck, dem zuletzt in Down Under jegliche Art von Menschlichkeit (und wieder stelle ich mir die Frage: Georgina Sparks?) geraubt wurde. Dann wirkt er zu 0815, zu protzig und zu normal, um da richtig reinzupassen. Die Staffel ist bisher einfach recht nett. Mehr dann auch nicht, weil das Außergewöhnliche fehlt, das, was die erste Staffel – trotz ihrer Mittelmäßigkeit – ausgemacht hat, während hier Geschichten und Charaktere kommen und gehen – erinnert ihr Euch noch an die Dutchess und ihren Sohn? -, als wäre es das Normalste der Welt. Dann diese furchtbaren, bereits erwähnten Soap-Elemente, wenn jeder in der Serie mal mit jedem was hatte, obwohl die Option bestünde, neue Figuren einzuführen, um nicht immer wieder die gleichen zu verkuppeln.

Desmond Harrington enttäuscht schlichtweg in seiner Rolle als Chucks Onkel und scheitert mit seinem amüsant (?) angehauchten Aussehen, das alles fast ins Lächerliche zieht, wenn er wieder einmal sein Grinsen auflegt, wo doch überhaupt gar keines hingehört. Da frage ich mich auch, was genau ich unter dieser groß angekündigten Storyline denn noch zu erwarten habe? Weitere Unfälle? Morde? Irgendwie scheint es, als hätten die Autoren keine Ahnung davon, in welche Richtung sie diese Storyline richten wollen und deshalb einfach blindlings drauf los schreiben.

Denn bislang ist es größtenteils abzusehen inwiefern sich das entwickeln wird. Durch Blairs Hilfe gelingt es Chuck sicherlich endlich den Posten als Chef von Bass Industries zu übernehmen, schickt den Bösen zurück nach Australien und Chuck und Blair leben glücklich bis ans Lebensende. Durch und durch grottig und zu vorhersehbar. Sogar für "Gossip Girl"-Verhältnisse, das bislang ja nicht wirklich durch richtig große, überraschende Knüller und geistreiche Entwicklungen punkten konnte. Warum tut man uns so etwas an, obwohl aus dieser Serie doch so viel mehr herauszuholen wäre?! Ist das denn so schwer, ein paar anständige Autoren zu finden, die ihre Arbeit beherrschen?

Das ist auch schon das Stichwort, um zu dem Teil dieser Handlung zu kommen, der mir ganz gut gefallen war. Das war der Konflikt zwischen Blair und Chuck, der noch so viel Potenzial zu bieten hätte, was man vor allem dem letzten Gespräch der beiden anmerken konnte, als Blair ihren Standpunkt verteidigte und ihm mit Tränen in den Augen zu verstehen gab, dass sie nichts mehr wollte, als ihn zu unterstützen. Reichlich bitter, aber in diesen Momenten weiß man immerhin, was die Serie so schön macht, und das soll ja auch was heißen. Auf Chuck war ich nichtsdestotrotz ein wenig sauer, weil Blair ihn nie aufgegeben, sondern immer an ihn geglaubt hat, woraufhin er sie natürlich so demütigen und verletzen muss. Es ist sicherlich teils Jacks Schuld, aber welchen Vorwurf kann man ihm denn schon machen, wenn es Chuck schlußendlich war, der beschlossen hat, das Essen mit Blair abzusagen, um "abzufeiern"?

The Brothers & Sisters

Generell, muss ich sagen, hält sich mein Verständnis für die Charaktere in dieser Folge in Grenzen. Zu viele Dinge haben mich bisher schon gestört, wobei dieser Plot zugegeben eher wieder zu den besseren der Episode gehört. Unter anderem, weil er ganz amüsant war, so beispielsweise als Little S, die man sicher schon aus #2.03 The Dark Night kannte, auftaucht und Dan fertig macht, nachdem sie über Gossip Girls Nachricht davon "erfahren" hat, dass er eine Affäre mit Vanessa habe. Oder Vanessa und ihre Reaktion, als Dan mit der Sprache rausrückt, war herrlich.

Charakterentwicklungen erwarte ich bei ihr und Nate eh keine mehr, also habe ich mich mittlerweile ein wenig besser damit abgefunden, dass die beiden schlichtweg uninteressante Randfiguren sind und allein in der Ecke stehen, da offensichtlich keiner mit ihnen spielen will (da wundert man sich, warum Chace Crawford so viel Zeit hat, in einem Musikvideo mitzuspielen...).

Nun aber zum eigentlich Plot. Die Standpunkte der beiden sind recht gut zu verstehen. Zum einen Dan, der Serenas nervig-überschnelle Reaktionen kennt und weiß, was für Vorwürfe sie ihm machen würde und was für Folgen es für ihre Beziehung haben könnte. Andererseits Serena, die auf jeden Fall das Recht hat, zu erfahren was los ist. Ich bin letzten Endes, obwohl es Mitte der Episode ein paar Andeutungen gab, Serena würde mit ihren neugewonnenen Eindrücken kaum an der Beziehung zu Dan festhalten, froh gewesen, dass die Drehbuchautoren uns vorläufig eine weitere Trennung erspart haben. Ich hoffe, dass es die beiden nun wirklich langsam angehen lassen, um zu sehen, was noch daraus werden könnte und sich ja niemand dazwischen drängt oder sonst bitte keine verschollenen Töchter und Söhne, die plötzlich wieder auftauchen, um das Glück des Paares zu zerstören.

Schnipsel

- Die Versöhnung von Nate und Dan war ja zu rührend! Nein wirklich, selten habe ich so viel gelacht...

- Na ja, ansonst gab es da noch die kleine Nebenhandlung um Jenny und Eric, der sich genervt von ihrer Anhänglichkeit fühlt. Kann ich nur unterschreiben und ich war größtenteils gelangweilt und fühlte mich kaum unterhalten. Besonders der Streit beim Brunch war die Höhe, als Jenny mal wieder über sich hinauswuchs oder besser gesagt zu viel des Guten an Bösartigkeiten versprühte.

Fazit

Ich bin wie schon so oft an einem Punkt angelangt, an dem ich etwas verzweifelt in die Zukunft blicke und mich frage, was für Dinge mich denn noch so alles in der Welt von "Gossip Girl" erwarten werden. Schwimmende Autos? Schneckenangriffe (Ausrutschgefahr!) aus Buenos Aires? Alles ist möglich, das hat auch diese durchschnittliche Folge bestens gezeigt...

Niko Nikolussi - myFanbase

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