Bewertung: 7
Emilio Estevez

Bobby

Bobby... Püppi... Pupsi...
Ja, das alles sind Spitznamen.
Und für wen so?
Also: Püppi nannte man im Osten importierte Plastepuppen, Püppi kann aber auch herablassend für eine Frau sein. Pupsi ist wohl ein Mensch, der gut und gerne Stinkerfurze lässt. Ja, und der Bobby, der Bobby ist in diesem Fall beinahe mal Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika geworden.

Foto: Copyright: Kinowelt Filmverleih GmbH
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Inhalt

4. Juni, nicht in Berlin, sondern 1968 in den USA. Bobbitschko, Bruder von Horn F. Kennedy, hat die Vorwahl der Südstaaten im Republikanien gewonnen.

Nein, stopp, die Vorwahl der Demokraten in Texas, äh, in Kalifornien gewonnen.

Amerika liebt Robert "Bobby" F. Kennedy, das zeigt sich in seinen Umfragewerten. Amerika spürt, dass er ein gutes Herz hat und wirkliche Verbesserungen ins Land bringt.

Kicky, also Robert F. wird "heute" eine Dankesrede im Hotel Ambassador halten. In diesem mehr oder weniger kleinen Zentrum wird sich "heute" Abend alles abspielen.

22, mit Kennedy sogar - festhalten bitte - ganze 23 Schicksale kreuzen sich an einem denkwürdig tragischen Abend; der Ermordung von Bobby...

Kritik

Oh ha, jetzt wird's schwierig, bei so vielen Charakteren. Da kommen eine ganze Menge Leute im Film zusammen, die meisten von ihnen sind nur kurz im Geschehen eingebunden. Wäre auch gar nicht anders machbar, wenn man nicht zehn Stunden Film gucken will.

Dadurch ergibt sich auch insgesamt ein Schwachpunkt in der Story. So viele Verknüpfungen zu erstellen, die irgendwie eine Bedeutung haben sollen, ist schon eine gigantische Aufgabe. Aber vielleicht sollte man das auch gar nicht so sehen - Emilio Estevez fängt in "Bobby" interessante Momente aus den 60ern ein... tragisch, crazy, politisch, die Stärke des Films, dieses "Gleichgewicht".

Schauspielerisch sind Sharon Stone und Lindsay Lohan zu erwähnen. Sharon Stone spielt eine im ersten Augenblick einfach gestrickte Frisösentussi, die gerne mal sagen möchte, dass Frauen auch so etwas wie eine Meinung haben. Wirkt wie ein leichter Anflug von Selbstironie. Sharon macht ihre Sache aber ausgezeichnet. Sehr interessante Rolle und eine sehr interessante Stone.

Estevez hatte Lohan in Schutz genommen, als sie so stark von der Presse angegriffen wurde. Er sagte, sie sei eine tolle Schauspielerin. Natürlich wäre es dumm, würde er etwas Gegenteiliges behaupten, aber er hat absolut recht. Lohan spielt fabelhaft eine Braut, die einen jungen Mann heiraten soll, um ihn damit von der Armee zu befreien. Sommersprossen und ihre großen Kulleraugen, toll besetzt.

Als kleines Schmankerl, spielt Harry Belafonte mit. Er kannte Robert F. Kennedy persönlich. In der Art und Weise seiner Inszenierung, merkt man den großen Respekt von Estevez für Belafonte. Auch für den Rest der Crew, war es eine Ehre, mit Belafonte zu arbeiten.

Fazit

Wer sich auf den Film einlässt und sich vom Zeitgeist berühren lässt, wird sich nach dem Film eine sehr wichtige Frage stellen.

Produzent Michael Litvak sagt dazu folgendes: "Uns ist klar, dass die Themen, die Bobby damals ansprach, auch heute noch die Themen sind, die uns beschäftigen. Ich hoffe, dass dieser Film die Frage aufwirft, warum wir uns seit damals nicht nach vorne entwickelt haben. Und dass er offenbart, wie relevant Bobbys Ideen auch heute noch für uns sein sollten."

Tagesziel erreicht.

René von Bork - myFanbase
07.03.2007

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