Bewertung: 9
Josh Boone

Schicksal ist ein mieser Verräter, Das

"I fell in love with him the way you fall asleep – slowly and then all at once."

Foto: Copyright: 2014 Twentieth Century Fox
© 2014 Twentieth Century Fox

Inhalt

Hazel Grace Lancaster (Shailene Woodley) leidet seit ihrem 13. Lebensjahr an unheilbarem Schilddrüsenkrebs. Um ihren Eltern einen Gefallen zu tun, besucht sie eine Selbsthilfegruppe, in welcher krebskranke Kinder und Jugendliche von ihren Erfahrungen berichten. Dort lernt sie Augustus Waters (Ansel Elgort) kennen, der seinen Knochentumor durch eine Amputation des rechten Unterschenkels überwinden konnte, und freundet sich mit ihm an. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander und Gus verliebt sich in Hazel. Sie möchte die Dinge zwischen ihnen durch eine Beziehung allerdings nicht verkomplizieren, da sie ihn mit ihrem Tod nicht verletzen möchte.

Als Hazel eines Tages aufgrund einer schweren Lungenentzündung im Krankenhaus landet, wird sie oft von Gus besucht, der sich immer mehr zu Hazel hingezogen fühlt. Durch die Organisation "Genies", welche krebskranken Kindern einen Herzenswunsch erfüllt, gelingt es Gus, eine Reise nach Amsterdam zu planen, damit Hazel Peter Van Houten (Willem Dafoe), den Autor ihres Lieblingsbuches "Ein herrschaftliches Leiden", kennenlernen kann. Gemeinsam mit Hazels Mutter (Laura Dern) machen sie sich auf den Weg, um ihren Traum zu verwirklichen.

Kritik

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" basiert auf dem gleichnamigen internationalen Bestseller des US-amerikanischen Autors John Green. Lange Zeit haben die Fans auf die Filmadaption hingefiebert und haben stückchenweise neue Filmausschnitte geliefert bekommen, die das Warten noch unerträglicher gemacht haben. Hierbei stellte sich stets die größte Frage: Kann die Verfilmung auch nur im Entferntesten an das Buch herankommen und all die Emotionen authentisch rüberbringen? Die Antwort lautet: Ja! Mit Shailene Woodley und Ansel Elgort wurden perfekte Darsteller gecastet, die die beiden Liebenden Hazel und Augustus glaubhaft verkörpern und viel Gefühl und Leidenschaft in ihre Rollen legen. Jede Sekunde fühlt man mit ihnen mit und fühlt sich ihnen verbunden. Regisseur Josh Boone ("Love Stories – Erste Liebe, zweite Chancen") hat es meisterhaft vollbracht – er hat mit der Inszenierung kein einziges Auge trocken gelassen.

Besonders lobenswert ist die Tatsache, dass die Romanvorlage durchweg genauestens beachtet wurde. Es wurde viel Wert darauf gelegt, dass jedes kleinste Detail, wie zum Beispiel die Kleidung, die unsere jungen Protagonisten tragen, übernommen wird. Die ausgewählten Settings sind wunderschön und genau so, wie man sie sich beim Lesen vorgestellt hat. Das Filmteam bekam sogar die Genehmigung, im echten Anne-Frank-Haus in Amsterdam zu drehen, da die Betreiber große Fans des Romans von John Green sind. So konnte besonders diese romantische Szene noch realistischer dargestellt werden. Es ist Josh Boone sehr gut gelungen, nicht den Krebs in den Vordergrund der Handlung zu rücken, sondern sich auf die erste große Liebe zweier Jugendlicher zu konzentrieren. So fällt es an manchen Stellen sehr leicht, einfach zu vergessen, dass Hazel noch immer an ihrer Krankheit zu leiden hat. Man beobachtet einfach, wie zwei junge Menschen sich mehr und mehr ineinander verlieben, ohne an ihr tragisches Schicksal zu denken.

Ein ebenso interessanter Aspekt ist, wie die Monologe, die Hazel im Buch führt, dargestellt werden. Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass diese ausgelassen oder als Dialoge dargestellt werden. Doch dass Hazel diese einfach als Off-Stimme führt, damit hätte ich nicht gerechnet.

Kommen wir nun auf die einzelnen schauspielerischen Leistungen zu sprechen. Dass Shailene Woodley ein aufgehender Stern ist, weiß man seit ihrer Darstellung im Familiendrama "The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten" an der Seite von George Clooney. Sie verkörpert ihre Filmrollen mit einer Leichtigkeit und Wahrhaftigkeit wie man sie nicht alle Tage von einer so jungen Schauspielerin zu sehen bekommt. In "Die Bestimmung – Divergent" war sie der einzige Pluspunkt am gesamten Film und in "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" übertrifft sie all ihre bisherigen Leistungen. Sie haucht Hazel Grace das nötige Leben ein und charakterisiert sie mit sehr viel Mut und Liebe. Die Rolle hat nichts aufgesetztes, sondern etwas echtes. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich einen Film sehe, sondern eine wahre Geschichte, da Woodley eine fantastische Hazel mimt.

Ansel Elgort wird mit großer Wahrscheinlichkeit nach dieser Rolle einen Haufen Angebote bekommen. Für ihn ist es seine dritte Filmrolle gewesen, nach dem Horrorfilm "Carrie" aus dem Jahre 2013 und der Literaturverfilmung "Die Bestimmung – Divergent", in der er Woodleys Bruder verkörperte. Als Augustus Waters ist er einfach perfekt, mit seiner charmanten Art und dem schiefen Lächeln, was einen dahinschmelzen lässt. Es hat lange gedauert, bis ich mich mit ihm als Gus abgefunden habe. Doch jemand besseren hätte man wohl kaum finden können. Die Chemie zwischen Woodley und ihm ist sagenhaft und außergewöhnlich. Sie bilden ein wundervolles Filmpaar und machen den Film zu einem erstaunlich einfühlsamen und herzzerreißenden Erlebnis.

Dass Willem Dafoe den rüpelhaften und unhöflichen Schriftsteller Peter Van Houten verkörpert, war schon klar, ehe der Cast überhaupt bekannt gegeben wurde. Es passt einfach zu seinen üblichen Rollen, in denen der Schauspieler immer glänzt, wie er es auch hier erneut gezeigt hat. Von Nat Wolff bin ich mittlerweile mehr als angetan. Er hat schon den Film "Love Stories – Erste Liebe, zweite Chancen" sehenswert gemacht und als der blinde Freund Isaac von Gus und Hazel konnte er mein Herz berühren. Kein Wunder, dass man ihn sofort für die nächste John-Green-Verfilmung unter Vertrag genommen hat. Dabei handelt es sich um "Margos Spuren", in welchem Wolff den Protagonisten Quentin Jacobsen spielen wird.

Es gibt wirklich keinen Kritikpunkt, den man an dieser Stelle äußern könnte, denn "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist durchweg perfekt gelungen, was zum Großteil an der Präzision liegt und daran, dass die meisten Zitate aus der Buchvorlage übernommen wurden. Zum wunderschönen Soundtrack haben große Künstler wie Birdy, Ed Sheeran, Tom Odell und One Republic ihre Songs beigesteuert. Die musikalische Untermalung ist an jeder Stelle passend und treibt einem noch zusätzliche Tränen in die Augen – durchweg perfekt!

Fazit

Taschentuch-Alarm ist bei diesem einzigartigen Film garantiert. Liebenswerte Charaktere, eine romantisch-traurige Handlung und eine herrliche musikalische Untermalung runden die Story und den phänomenalen Cast ab. Nicht nur für Fans des Buches, sondern für Jedermann ist "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ein absolutes Muss.

Sanny Binder - myFanbase
16.05.2014

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