Bewertung: 9
Francis Lawrence

Tribute von Panem, Die - Catching Fire

"I just want to spend every possible minute of the rest of my life with you."

Foto: Copyright: 2013 STUDIOCANAL GmbH
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Inhalt

Nachdem Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) und Peeta Mellark (Josh Hutcherson) als gemeinsame Sieger der 74. Hungerspiele hervorgingen, zogen sie mit ihren Familien in das Dorf der Sieger in Distrikt 12. Katniss wünscht sich nichts sehnlicher, als den Schrecken der Arena für immer zu vergessen und in ihr altes Leben mit ihrem Freund Gale (Liam Hemsworth) zurückzukehren. Seit Katniss allerdings die Beeren herausgeholt und mit diesem Handeln das Kapitol verhöhnt hat, hat sich alles geändert. Die Distrikte sind in Aufruhr und es gibt zahlreiche Aufstände, die Panem in ein Ungleichgewicht stürzen.

Präsident Snow (Donald Sutherland) bleibt nichts anderes übrig, als Katniss mit dem Tod ihrer Familie und Freunde zu drohen, wenn sie es nicht schafft, die Leute davon zu überzeugen, dass ihr Handeln nicht rebellischer Natur war, sondern durch ihre Liebe zu Peeta entstand. Doch als nichts zu helfen scheint, steht für die 75. Hungerspiele ein ganz besonderes Jubel-Jubiläum an: Die Tribute werden aus den noch lebenden Siegertributen der Distrikte ausgelost. Anstatt dem Albtraum zu entkommen, muss Katniss wieder in die Arena, mit Peeta an ihrer Seite.

Kritik

Mehr als ein Jahr mussten die Fans des Vorgängers "Die Tribute von Panem The Hunger Games" auf die Fortsetzung der Jugendbuchverfilmung der Bestsellerautorin Suzanne Collins warten. Nun ist es endlich soweit und "Die Tribute von Panem Catching Fire" erscheint im Kino. Eines sei vorweg gesagt: Das Warten hat sich mehr als gelohnt.

Nachdem mich die Verfilmung des ersten Teils positiv überrascht hat, war ich etwas skeptisch, ob das hohe Niveau wirklich gehalten werden kann und so war ich erstaunt, dass Teil 2 seinen Vorgänger sogar noch um Längen übertreffen konnte. Die Geschichte ist weitaus düsterer als zuvor, da es viele Aufstände in den verschiedenen Distrikten gibt. Das Kapitol verschärft die Regeln und die Friedenswächter sind in "Catching Fire" sehr skrupellos. Durch die düstere Atmosphäre ist der Film durchweg spannend und man kann es kaum erwarten, welche schrecklichen Ereignisse wohl als nächstes passieren mögen. Zwar haben die Drehbuchautoren im Gegensatz zum ersten Film um einiges mehr abgeändert, sodass einige Szenen der Bücher anders dargestellt wurden oder ganz gefehlt haben. Die Fans der Buchreihe werden sich eventuell an einigen Stellen fragen, weshalb diese Änderungen vorgenommen wurden, doch denkt man genau darüber nach, ergibt es eigentlich Sinn. So wird dafür gesorgt, dass man als Zuschauer absolut keine Vorahnung hat, wie das Ganze wohl enden wird. Es bleibt aufregend in jeder Sekunde und man fiebert durchgängig mit Katniss und Peeta mit.

Die Charaktere haben eine deutliche Entwicklung durchgemacht. Man spürt als Zuschauer, wie Katniss von der Angst geprägt ist und sie von grausamen Albträumen heimgesucht wird. Sie fürchtet sich bei jedem Schritt, den sie tut und es besteht keine Möglichkeit einfach weiterzumachen wie zuvor. Jennifer Lawrence verkörpert die facettenreiche Katniss großartig auf der Leinwand. Man kann einfach nicht anders als Tränen zu vergießen, wenn Katniss sich ihrem Schicksal erneut stellen muss. Sie wächst einem so schnell ans Herz, dass man mit ihr leidet und versteht, wie entsetzlich es sein muss, sich diesem Albtraum der Hungerspiele erneut stellen zu müssen.

Auch Peeta Mellark hat sich seit der letzten Ernte verändert. Für ihn war anfangs klar, dass er sterben würde und er hatte nie die Hoffnung, zurück nach Hause zu kommen. Seitdem ist seine Liebe für Katniss immer stärker und stärker geworden, denn er verdankt ihr sein Leben. Auch wenn Josh Hutcherson im wahren Leben keinerlei romantische Gefühle für seine Kollegin hegt, schafft er es, dass die Liebe zu ihr wahrhaftig wirkt. Man zweifelt keine Minute daran, dass Peeta Katniss wirklich liebt und jederzeit für sie sein Leben riskieren würde. Er ist weitaus mutiger geworden, denn nun hat er einen Grund am Leben zu bleiben: Er muss Katniss beschützen, um ihr das wiederzugeben, was sie für ihn getan hat.

Doch nicht nur die beiden Hauptdarsteller können auf ganzer Linie überzeugen, sondern ebenfalls der britische Schauspieler Sam Claflin, den man am ehesten als William aus "Snow White and the Huntsman" kennen wird. Glücklicherweise wurde sein Potenzial erkannt und man kann ihn im zweiten Teil der "Tribute von Panem"-Saga in einer zentralen Rolle sehen. Seine Darstellung des Finnick Odair, dem jüngsten Siegertributen aller Zeiten, ist einzigartig. Die Rolle ist Claflin wie auf den Leib geschneidert und er spielt den Tribut aus Distrikt 4 mit einer Leichtigkeit, wie man sie nicht alle Tage sieht. Jede Szene mit ihm war ein Genuss für die Augen und man wünscht sich sehnlichst mehr davon. Hut ab für diesen bewundernswerten Schauspieler.

Bevor ich den Film gesehen hatte, habe ich mir wirklich Sorgen gemacht, wie einige Szenen insbesondere in der neuen Arena umgesetzt werden und war etwas kritisch. Schnell wurde klar, dass meine Zweifel völlig unbegründet waren. Die gesamten Hungerspiele wurden außerordentlich realistisch dargestellt und man fühlt sich als würde man an der Seite von Katniss, Peeta und Finnick gegen das Böse kämpfen. Die Effekte, die Kameraführung, das Setting alles hat gepasst und ist sehr stimmig, sodass die gesamte Situation sehr wahrheitsgetreu wirkt.

Gerade dadurch, dass "Catching Fire" so anschaulich und lebendig ist und man sich den Charakteren so nahe fühlt, ist es umso deprimierender, ein ganzes Jahr lang auf Teil 3 "Die Tribute von Panem Mockingjay Part 1" warten zu müssen. Man kann es kaum erwarten, wie die Geschichte weitergeht und wie sich die Liebesgeschichte von Katniss und Peeta noch entwickeln wird. Nach diesem unverschämt offenen Ende ist das Warten noch unerträglicher, als es ohnehin schon ist. Diese Zeit sollte man versuchen, wenigstens mit dem Soundtrack des zweiten Teils zu überbrücken, denn dieser ist grandios. Die britische Band Coldplay hat für "Catching Fire" extra den Titelsong "Atlas" geschrieben, der super zu dem Film passt und dessen Atmosphäre sehr gut wiederspiegelt.

Fazit

Es bleibt nicht viel zu sagen, außer: Schaut euch den Film an, stürmt die Kinosäle und lasst euch treiben! Eine hammermäßige Fortsetzung, die seinem Vorgänger in nichts nachsteht und zu unterhalten weiß. Einzigartige Schauspieler, ein spannungsgeladener Handlungsverlauf, liebenswerte Charaktere und großartige Entwicklungen bekommt der Zuschauer mit 100%-iger Garantie geliefert. Und denkt immer daran: Möge das Glück stets mit euch sein!

"Die Tribute von Panem" - Das große myFanbase-Special
"Die Tribute von Panem - Catching Fire"-Fotogalerie


Sanny Binder - myFanbase
14.11.2013

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