Bewertung: 4
Akiva Schaffer

Watch, The - Nachbarn der 3. Art

A bunch of aliens have set up tents in your store. What are you gonna do about it?

Foto: Copyright: 2012 Twentieth Century Fox
© 2012 Twentieth Century Fox

Inhalt

Eigentlich ist alles harmonisch in der kleinen Stadt Glenville. Bis Filialleiter Evan (Ben Stiller) in seiner Geschäftsstelle die Leiche eines Mitarbeiters entdeckt. Um der Polizei bei den Ermittlungen zu helfen und einen Verein in der Gemeinde zu gründen, ruft er die Nachbarbarschaftswache ins Leben. Mit Draufgänger Bob (Vince Vaughn), dem exzentrischen Franklin (Jonah Hill) und dem geschiedenen Jamarcus (Richard Ayoade) zieht Evan um die Häuser und macht die Gegend (un)sicher. Während seine drei neuen Freunde die Nachbarschaftswache als eine Art Männerclub zum Abhängen sehen, nimmt Evan seine Aufgabe sehr ernst. Tatsächlich stoßen sie auf die Spur des Killers, der sich als Alien entpuppt.

Kritik

Es scheint wieder die Phase des Komödienklamauks in die Kinos zu kommen. Man nehme ein altes, nichtverwendetes Skript aus dem Jahr 2009, ein paar beliebte Comedystars, die sich mit möglichst vielen vermeintlich lustigen Sprüchen überbieten wollen, ein einfallsloses und dämliches Drehbuch, das viel Platz für eben solche Gags bietet und lässt es an dieser oder jener Stelle mal ordentlich explodieren, damit der Zuschauer den Eindruck hat, dass die Handlung nicht nur belanglos vor sich hinschlittert. Fertig ist das Rezept für eine überdrehte, oberflächliche und langweilige Kinokomödie und in dieses Genre fällt auch "The Watch - Nachbarn der 3. Art".

Ein Grund, sich diesen Film anzusehen, könnten die drei Vorzeigekomiker Ben Stiller, Vince Vaughn, Jonah Hill und der Newcomer Richard Ayoade sein. Während Vaughn und Hill von Drehbuchautor Seth Rogen mit ein paar lustigen Zitaten ausgestattet wurden, die tatsächlich einige Lacher hervorrufen können, bleibt Ayoade ziemlich blass und bekommt erst am Ende des Films seinen Auftritt. Ben Stiller dagegen bleibt, wie auch in "Aushilfsgangster", eine Enttäuschung. Sein Charakter Evan geht einem mit seiner verkrampften Ernstigkeit gehörig auf die Nerven und ist so tiefgründig wie eine Pfütze. Die Sympathiecharaktere sind eindeutig Bob und Franklin, die von Vaughns und Hills Comedykünsten profitieren. Doch die platten Dialoge und vermeintlich urkomischen Witze, bei denen sich die vier Erwachsenen wie pubertierende Teenager auf Drogen benehmen, können nur selten überzeugen. Immerhin sind sie nicht so abstoßend wie in "Bad Sitter", aber dennoch lässt die Qualität von Jonah Hills Filmen merklich nach.

Nach einem zähen und langweiligen Einstieg, bei dem man in der ersten Hälfte des Films beinahe eingeschlafen wäre, wird die zweite Hälfte glücklicherweise etwas besser. Mit dem Auftauchen der Aliens bekommt die Handlung mehr Schwung. Das Geheimnis um die Außerirdischen ist zwar relativ schnell gelüftet, aber eines muss man "The Watch - Nachbarn der 3. Art" lassen: Die Aliens sind gut animiert und sogar furchteinflößender als in so manch einem Horrorschocker. Und einige kleine Überraschungen hat der Film gegen Ende auch parat. Dennoch kommt hier jeder Verbesserungsansatz zu spät. "The Watch - Nachbarn der 3. Art" bleibt nur eine Komödie von vielen, bei der man nichts verpasst, wenn man sie sich nicht ansieht.

Fazit

Nach einer schrecklich langatmigen und lustlosen ersten Hälfte des Films kann "The Watch - Nachbarn der 3. Art" in der zweiten Hälfte nicht alles, aber etwas wieder gutmachen. Dennoch bleibt die Story überdreht, die Charaktere gezwungen (un-)lustig und der Film gerade noch so annehmbar.

Tanya Sarikaya - myFanbase
13.09.2012

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