Bewertung: 3
David Gordon Green

Bad Sitter

"I'm more of a 'sit on the couch, eat a burrito, do whatever I say or I'll kill you' type of babysitter. That's my style. Do you understand?"

Foto: Copyright: 2012 Twentieth Century Fox
© 2012 Twentieth Century Fox

Inhalt

Seit seinem College-Abbruch sitzt Noah (Jonah Hill) auf dem Geld seiner Mutter (Jessica Hecht) und die meiste Zeit auch noch vor dem Fernseher. Sie hat die Nase voll von ihrem Stubenhocker und rät Noah, sich endlich einen Job zu suchen. So landet Noah als Babysitter bei der gewöhnungsbedürftigen Familie Pedulla und hat bald drei anstrengende Kinder am Hals. Blithe, Slater und Rodrigo stellen nicht nur das Haus, sondern auch Noahs Leben auf den Kopf.

Kritik

Bei Regisseur David Gordon Green muss man wissen, worauf man sich einlässt. Seine Liebe zu sinnfreien Actionkomödien mit überdrehten Handlungssträngen hat er mit "Your Highness" oder "Ananas Axpress" bewiesen. Während letztererFilm sich als spaßiger Kifferklamauk der originellen Art entpuppte und Green als kreatives Köpfchen gefeiert wurde, kann man seinem neuesten Streich "Bad Sitter" nichts abgewinnen.

Zu allererst sollte man das außerordentlich enttäuschende Drehbuch heranziehen, was der Hauptgrund für diese herzlose Komödie ist. Wie soll man schließlich die drei Kindercharaktere liebgewinnen, wenn sie permanent an den Nerven reißen? Der depressive Slater muss für geschmacklose Witze herhalten, während die überschminkte Möchtegern-Diva Blythe, wohlgemerkt ganze neun Jahre alt, einen besserwisserischen Spruch nach dem anderen abgibt. Ganz zu schweigen von Adoptivsohn Rodrigo, der gerne Toiletten in die Luft sprengt und in einem mexikanischen Gangsterton sein Bestes von sich gibt.

Wenn die Gags wenigstens lustig wären, könnte man über die drei Nervensägen hinwegsehen. Doch die lustigen Szenen, bei denen mal nicht über die Ziellinie hinausgeschossen wird oder Rassen- und Homosexuellenwitze gerissen werden, sondern man mit gutem Gewissen lachen kann, kommen viel zu selten vor. Da wäre es unterhaltsamer gewesen, die Supernanny auf die drei Kinder loszulassen, anstatt eine sinnlose Drogendealerbande mit ins Spiel zu bringen und die Handlung damit endgültig in den Wind zu schießen. Denn Noahs Sightseeingtour durch das Drogenmilieu wird um jeden Preis mit derben Dialogen und Holzhammer-Humor unterstrichen. Wenn Hollywoods Komödienfabrik ihre Filme um jeden Preis R-Rated ohne Rücksicht auf Verluste herausbringen möchte, sind sie auf dem besten Weg.

Immerhin gibt es bei jedem Flop so etwas wie einen Hoffnungsschimmer und dieser tut sich in "Bad Sitter" in einer blassen, trotteligen Gestalt des Hauptcharakters Noah auf. Besser gesagt dem Schauspieler Jonah Hill, der zwar nichts herumreißen kann, aber immerhin durch sein bloßes Auftreten schon Sympathiepunkte einheimst. Trotzdem kommt er gegen das schlechte Drehbuch nicht an, sondern gibt sich der Lächerlichkeit preis und wirkt nicht selten wie der Trottel vom Dienst. Kein Wunder, dass seine Charakterentwicklung vom schusseligen Idioten zum verantwortungsbewussten Kerl am Schluss wie ein schlechter Scherz rüberkommt. Jonah Hills Karriere kann diesen Flop leicht wegstecken und deshalb lautet die Devise: abhaken und sich auf eine neue Kinorolle mit mehr Niveau freuen.

Fazit

Einige wenige Gags können zünden, aber ein komödiantisches Feuerwerk war "Bad Sitter" mit einer miesen Story, langweiligen Charakteren und plumpen Witzen wahrlich nicht. Nicht einmal Jonah Hills smartes Comdeytalent konnte überzeugen, was zwar schade ist, seiner Karriere aber bei weitem keinen Abbruch tut.

Tanya Sarikaya - myFanbase
07.06.2012

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