Bewertung: 6
Ridley Scott

Prometheus - Dunkle Zeichen

Ein König regiert und dann stirbt er. Das ist unvermeidlich.

Foto: Copyright: 2012 Twentieth Century Fox
© 2012 Twentieth Century Fox

Inhalt

Die Archäologen Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) können es nicht glauben, als sie auf alten Steintafeln und Höhlenmalereien immer wieder das gleiche Sternbild sehen. Sie glauben mithilfe dieser Karte, den Ursprung menschlichen Lebens zu finden. Deshalb begibt sich die Crew des Forschungsschiffes Prometheus unter der Führung von Meredith Vickers (Charlize Theron) auf eine zweijährige Reise. Betreut vom Androiden David (Michael Fassbender) kommt die Crew 2093 endlich am Zielplaneten an. Als sie dort auf eine überlegene Alienrasse treffen, beginnt ein Kampf ums Überleben. Nach und nach wird ihnen klar, dass es nicht mehr nur um ihre eigene Existenz geht, sondern das Schicksal der ganzen Menschheit in ihren Händen liegt.

Kritik

Was sich bei "Prometheus" nach einem wirklich spannenden Science-Fiction-Thriller anhört, entpuppt sich letztendlich als ein Actionfilm mit ein paar zu vielen Handlungslöchern. Jedoch darf man nicht zu hart ins Gericht mit diesem Film gehen. Denn schließlich hat Ridley Scott mit ʺAlienʺ einen Meilenstein im Science-Fiction-Genre gesetzt, bei dem man als Zuschauer selbst Angst hatte, dass das Alien auf einmal hinter einem steht.

Dies ist hier aber leider nicht der Fall. Das liegt erstens einmal daran, dass nie so wirklich der Spannungsbogen aufgebaut wird und andererseits weiß man nicht, wer denn hier überhaupt jetzt der Badguy ist. Eigentlich bieten sich dafür ja mehrere Personen oder besser gesagt Wesen an, aber keiner von denen stellte meiner Meinung nach eine richtige Bedrohung dar.

Zum einen hätten wir den Androiden David. Dieser wird uns als fürsorglicher Helfer präsentiert, der während dem zweijährigen Tiefschlaf der Besatzung nichts Besseres zu tun hat, als Basketball zu spielen und sich vor den Augen der Zuseher seine Haare blond zu färben um wie Peter O'Toole in ʺLawrence von Arabienʺ auszusehen. Seltsam ist dabei nur, dass er sich die Erinnerungen und Träume von Elizabeth Shaw ansieht, was die Figur von David etwas unheimlich erscheinen lässt. Hinzukommt, dass er Holloway manipuliert und so die eigentliche Handlung des Films ins Rollen bringt. Michael Fassbender spielt diese Rolle dabei so überzeugend, dass man manchmal wirklich denken könnte, dass er ein Roboter ist, der die Intentionen von Menschen nur verstehen möchte.

Andere sehr suspekte Personen sind auf jeden Fall Meredith Vickers und Peter Weyland. Weyland tritt zu Anfang in einer Videobotschaft auf, die er zu Beginn der Reise auf der Erde aufgenommen hat. Schon in diesem Video hatte ich das Gefühl, dass er nicht wirklich die Wahrheit sagt und irgendetwas im Schilde führt. Meredith Vickers ist während des ganzen Films sehr distanziert und strahlt eine bedrohliche Kälte aus. Dass ihr Verhältnis zu Peter Weyland nicht nur geschäftlich ist, ist wohl jedem Zuseher sofort klar. Trotzdem sind die beiden Personen nicht bedrohlich genug, um sie als Bösewichte zu identifizieren.

Damit kommen wir zu den Ingenieuren; quasi die Erschaffer der Menschheit. Diese sind meiner Meinung nach nicht wirklich bedrohlich. Bei einem Kampf gegen sie hätten wir Menschen zwar keine Chance, aber ansonsten sehen sie wie eine Art Albino-Version von Dr. Manhattan aus "Watchmen" aus. Man versteht auch nicht wirklich die Vorgehensweise dieser Kreaturen. Warum haben sie zum Beispiel uns Menschen erschaffen und was hat es mit diesem Glibber auf sich, der in der Höhle herumliegt?

Dies ist auch das größte Problem des Filmes: die Löcher in der Handlung. Die ständige Frage nach dem Sinn des Lebens und ob man in die Evolution eingreifen sollte, fängt dann auch noch nach und nach zu nerven an. Zu guter Letzt kommen dann auch noch ein paar Logikfehler hinzu. So herrscht im Raumschiff der Ingenieure eine seltsame Gravitation, die einzelne Teile bei einem Crash am selben Platz und andere wiederum wild durch die Gegend wirbeln lässt.

Die Special Effects sind hingegen einfach atemberaubend. Und auch die fantastischen Bilder die einem geboten werden, werden durch Hintergrundmusik noch viel beeindruckender. Obwohl die 3D-Effekte nicht wirklich zu sehen waren (ich habe jedenfalls keine bemerkt), beginnt die Landschaft um einen herum zum Leben zu erwachen. Gerettet wird der Film jedoch schlussendlich durch die unzähligen Verweise auf die Original-"Alien"-Filme. Hier werden wirklich detailtreu Szenen nachgestellt, um den Verweis auf die spätere Handlung zu geben. Und wenn dann am Schluss des Filmes ein altbekanntes Wesen hervorschlüpft, ist man dann doch mit dem Film zufrieden.

Fazit

Auch wenn man das - quasi - Sequel ʺAlienʺ nicht gesehen hat, wird man bei diesem Film gut unterhalten. Denn die tollen Special Effects und die phänomenalen Bilder, die einem geboten werden, sollte man auf keinen Fall verpassen.

Viktoria Reicht - myFanbase
05.09.2012

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