Bewertung: 7
Kirk Jones

Was passiert, wenn's passiert ist

Na hoffen wir mal, dass sie nicht schwanger ist

Foto: Copyright: 2012 Universal Pictures
© 2012 Universal Pictures

Inhalt

Ein neues Leben entsteht zwar letztlich immer auf die gleiche Art und Weise, der Weg dorthin kann aber viele verschiedene Kreuzungen haben. So versuchen Holly (Jennifer Lopez) und Alex (Rodrigo Santoro) schon länger ein Kind zu bekommen, müssen aber inzwischen auf positive Rückmeldung einer Adoptionsagentur warten. Auch Wendy (Elizabeth Banks) und Gary (Ben Falcone) versuchen schon einige Zeit ein Kind zu bekommen und sind gerade in Begriff, sich den Druck zu nehmen und nicht mehr zu hoffen, als es endlich passiert. Dass Garys ehrgeiziger Vater Ramsey (Dennis Quaid) aber auch hier wieder der bessere sein muss, weil seine junge Freundin Skyler (Brooklyn Decker) ungewollt sogar Zwillinge erwartet, nervt das Paar genauso wie die Tatsache, dass Wendys Schwangerschaft viel anstrenger verläuft.

Unerwartet schwanger ist auch Jules (Cameron Diaz) geworden. Die Fitnesstrainerin mit eigener Show hat bei "Dancing with the Stars" den Tänzer Evan (Matthew Morrison) kennen und lieben gelernt. Noch unerwarteter ist die Schwangerschaft von Rosie (Anna Kendrick), die einen One Night Stand mit ihrem alten Mitschüler Marco (Chace Crawford) hatte. All die Paare versuchen, mit den Auswirkungen nun zurecht zu kommen und auf dem Weg zur Geburt trotzdem auch noch ihr Leben zu leben.

Kritik

Der Titel des Films "Was passiert, wenn's passiert ist" impliziert schon die Handlung des Films selbst, wenn man kurz erläutert, dass mit "'s" tatsächlich die Empfängnis gemeint ist. Man begleitet fünf Paare mehr oder weniger von der Empfängnis durch die Schwangerschaft bis hin zur Geburt.

Dabei sind alle Figuren recht stereotypisch und wenig facettenreich, was den Film aber nicht belastet, hatte man dies ja eh schon erwartet. Inhaltlich gibt es die Paare "Wir versuchen es schon ewig", "One Night Stand", "Alter Schwerenöter und junge Freundin", "Adoption" und "frisch verliebt und erfolgreich". Dabei wird im Film deutlich, dass sich die Paare mehr oder weniger eng kennen, was gerade bei dem alten Schwerenöter (Dennis Quaid), der eigentlich ehemaliger Rennfahrer ist, und seinem Sohn, der schon ewig versucht ein Kind mit seiner Freundin zu zeugen, zu regelmäßigen Lachanfällen beim Zuschauer führt. Rein von der Komik her ist "Was passiert, wenn's passiert ist" ein Film, der überzeugen kann. Doch man wird die gesamten 110 Minuten das Gefühl nicht los, dass einfach ein wenig Handlung zu viel vorkommt. Fünf Paare, jeweils mit ihren eigenen Geschichten zu zeigen, kann einfach keine Tiefe kreieren, was dem ein oder anderen Zuschauer leicht aufstoßen könnte.

Doch der Film ist eine Komödie und in diesem Genre kann er überzeugen, denn auf wunderbare Weise werden verschiedene Klischees bewusst überspitzt dargestellt, worüber man nicht nur lachen kann, wenn man selbst schon zu den Zuschauern gehört, denen es bereits "passiert" ist. Leider muss man aber auch sagen, dass es ein Paar gibt, auf das man hätte verzichten können. Hier ist es aber nicht das Paar, das mit seiner Storyline nicht überzeugen kann, sondern Jennifer Lopez, die es wieder einmal nicht schafft, eine Verbindung zum Publikum aufzubauen. Ihr immer gleicher Rehaugen-Blick und ihre völlig steife Mimik werden schon in der zweiten Szene extrem nervig, so dass man sich fast bis kurz vorm Schluss wünscht, sie wäre nicht vorhanden. Wäre hier nicht der "Dirty-Club", eine Gruppe junger Väter, die Klartext reden, hätte dieses Paar vor allem gelangweilt. Erst als die Beiden das Baby in Äthiopien abholen (das so gar nicht nach Äthiopien ausschaut), empfindet man als Zuschauer irgendwas.

Dagegen mehr als nebensächlich ist die Geschichte um den One Night Stand. Rosie wird schwanger, zieht mit dem Vater zusammen und verliert das Kind, als gerade alles gut läuft. Im Gegensatz zu der Adoption kann diese Storyline an dieser Stelle Gefühle wecken. Es ist sehr mutig, eine Fehlgeburt in einen Comedy-Film einzubauen, doch es brachte einen willkommenen Bruch und regte in diesem Moment tatsächlich zum Nachdenken kann.

Der Film ist auch deshalb sehenswert, weil er, wie in letzter Zeit häufiger üblich, der Cast nur so mit bekannten Gesichtern gespickt ist. Unter anderem sind der aus "Glee" bekannte Matthew Morrison, der einen Tänzer und den männlichen Teil im Paar "frisch verliebt und erfolgreich" spielt, sowie der aus "True Blood" bekannte Joe Manganiello als Davis. Während Morrison in seiner Nebenrolle überzeugend den Tänzer spielt und auch in einigen witzigen Szenen zum Lachen verführt, bleibt Manganiellos Charakter fast ausschließlich auf die Muskeln des Darstellers beschränkt. Am Ende quetscht man noch eine kurze Geschichte für ihn hinein, was aber völlig überflüssig ist.

Fazit

"Was passiert, wenn's passiert ist" ist eine Comedy aus dem Handbuch. Es finden sich zwar Stereotypen und teilweise vorhersehbare Situationskomik wieder, trotzdem macht der Film Spaß. Der Film an sich ist sicherlich kein Meisterwerk, aber genau das Richtige für fast zwei Stunden Lachen. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob man bereits Kinder hat, obwohl es schon amüsanter ist, wenn man seine persönlichen Erfahrungen in den einzelnen Geschichten wiederfinden kann. Serienfans kommen aufgrund zahlreicher Auftritte von Seriendarstellern voll auf ihre Kosten. Wer vom Film aber tiefgründige Erkenntnisse erwartet, ist absolut falsch.

Emil Groth & Jamie Lisa Hebisch - myFanbase
08.08.2012

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