Bewertung: 5
Scott Charles Stewart

Priest

"Gegen die Kirche zu handeln heißt, gegen Gott zu handeln."

Foto: Copyright: 2011 Sony Pictures Releasing GmbH
© 2011 Sony Pictures Releasing GmbH

Inhalt

Schon immer haben die bestialischen Vampire Unheil über die Menschheit gebracht und sie fast vernichtet. Um sie aufzuhalten wurden von der Kirche, die eine diktaturähnliche Stellung in der Gesellschaft einnimmt, die Priester erschaffen, Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten, die den Vampiren ein Ende setzen sollen. Diese leben fortan abgeschottet und bewacht in der Wüste, bis eines Tages die Enkelin des namenlosen Priesters (Paul Bettany) verschleppt wird. Zusammen mit Sheriff Hicks (Cam Gigandet) macht er Jagd auf die Vampire, die ausgebrochen zu sein scheinen. Die Kirche verleugnet jedoch die Vermutung des Priesters und schickt eine Kriegerin (Maggie Q) los, um ihn zurückzubringen. Lebendig oder tot.

Kritik

Der Mythos um Vampire geht weiter. Dabei haben sie das Image als blutrünstige Bestien längst verloren und gelten jetzt vielmehr als begehrenswerte Wesen, die sich sogar in Menschen verlieben. Noch nie hat die Inszenierung von Vampiren so viele Zuschauer begeistert wie heute. Man erwähne da nur die "Twilight"-Reihe oder Hitserien wie "True Blood" und "Vampire Diaries". Doch schon der Trailer von "Priest" lässt vermuten, dass dieser Film sich davon nicht beeindrucken lässt. Er lässt sich nicht auf die moderne Inszenierung der Vampire ein, sondern geht zurück zum Ursprung der Vampirmythen. Nämlich als die Vampire Feinde der Menschen waren und vernichtet werden mussten.

Dabei ist die Action gut gelungen. Der Science-Fiction-Film bietet eine futuristisch-düstere Umgebung, passend zur Vampirstimmung. Man erkennt die Welt vor lauter Hightech nicht mehr, was aber kein Kritikpunkt sein soll. Im Gegenteil, Regisseur Scott Charles Stewart versetzt das Publikum in eine andere Welt und hat durchaus Erfahrung mit visuellen Effekten. Schon in "Sin City" überraschte er mit tollen Kulissen. "Priest" ist ebenfalls voller Effekte, Kampfszenen und Verfolgungsjagden bestickt und kann, was dieser Elemente angeht, optisch beeindrucken. Besonders gut gelungen ist der Wechsel von der dunklen Stadt in die offene Wüste sowie die Darstellung der Vampire. Die 3D-Brille unterstreicht die Effekte, so dass es sich durchaus gelohnt hat, diesen Film mit 3D-Effekt zu drehen. Außerdem sind einige Schockmomente und gruselige Grimassen mit von der Partie, so dass man sogar von Horrorelementen reden kann.

Wie in vielen actionreichen Thrillern oder Horrorfilmen scheitert der Film aber am Drehbuch. "Priest" geht mit exemplarischem Beispiel voran, angefangen mit den Charakteren. Paul Bettany ist ein großartiger Schauspieler, aber seine Rolle verlangt nicht viel von ihm ab. Zu häufig hat der Antiheld immer den gleichen steinharten Gesichtsausdruck, was ihn unsympathisch wirken lässt. Das ist noch zu entschuldigen, denn Priest ist von seinem Wesen her geschaffen, um zu töten und Bettany interpretiert Priest genau richtig. Obwohl bis in die Nebenrollen namhafte Schauspieler agieren, sind die Charaktere oberflächlich. Dies merkt man besonders an Cam Gigandets Charakter Hicks, der hier als typischer Draufgänger agiert und keine tiefgründigen Charakterzüge hat, obwohl Platz genug für eine eigene Storyline gewesen wäre. Stattdessen geht einem seine übertriebene Coolness sogar fast auf die Nerven. So ergeht es auch Lily Collins und Maggie Q, die in ihren stereotypischen Charakteren als hilfloses Mädchen und tapfere Kriegerin mit einer Schwäche für den Antiheld blass bleiben.

Die Handlung ist so ausgelegt, dass es möglichst viele Kampfszenen und Rettungs- sowie Tötungsaktionen gibt. Ansonsten läuft der Film so ab wie gedacht. Normalerweise wären Filme, die streng nach demselben Muster ablaufen, langweilig, aber wieder einmal retten die Actionszenen den Film vor langatmigen Stellen. Dennoch hat man nicht viel Mühe in die Handlung investiert. Wie der Titel schon ausdrückt, ist "Priest" stark religiös geprägt. Während die Mischung aus Western, Thriller, Horror und Science Fiction gut gelungen ist, scheint die kirchliche Diktatur inmitten von Vampiren und Geschossen ziemlich fehl am Platz. Dagegen lässt das gute und offen gestaltete Ende Platz für einen zweiten Teil, aber es ist unwahrscheinlich, dass dieser jemals kommen wird.

Fazit

Aufgrund optisch gelungener Effekte in 3D ist der Film für einen anspruchslosen und gruseligen Actionabend gut geeignet. Trotzdem schafft es "Priest" nicht, aus den stereotypischen Filmen seiner Kategorie auszubrechen, da er zwar einige starke Szenen, aber ein noch schwächeres Drehbuch hat.

Tanya Sarikaya - myFanbase
17.06.2011

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