Bewertung: 8
Will Gluck

Einfach zu haben

"Ich dachte immer, so zu tun als würde ich meine Unschuld verlieren, wäre was ganz besonderes." - Olive

Foto: Copyright: 2010 Sony Pictures Releasing GmbH
© 2010 Sony Pictures Releasing GmbH

Inhalt

Olive (Emma Stone) ist eigentlich eine gute und brave Schülerin. Doch als sie ihrer Freundin Rhiannon (Alyson Michalka) eine Notlüge auftischt, sie hätte am Wochenende ihre Unschuld verloren, bauscht sich das Thema in der Schule auf und durch die Gerüchteküche wird Olive als Luder abgestempelt. Als sie dann auch noch von Losern gebeten wird, vorzutäuschen, ihnen die Jungfräulichkeit genommen zu haben, ist ihr Ruf als Schlampe der Schule nicht mehr wegzureden. Olive nimmt ihre neue Rolle an und genießt die Aufmerksamkeit, da sie das erste Mal Thema Nummer 1 in der Schule ist. Doch allmählich wächst ihr die Sache über den Kopf, aber wie will man einen Ruf als Superluder wieder rückgängig machen?

Kritik

Eine Teeniekomödie, in der es um pubertierende Jugendliche geht? Na, wenn das mal nicht an den Hitfilm "American Pie" erinnert. Oder aber, es wird wieder so eine peinliche High-School-Komödie mit altbekannten Rollen, wie die Königin und Tussi der Schule, die Außenseiterin, die es allen zeigen will, ihr hoffnungsloser und gutaussehender Schwarm und was noch so an Klischees bei einer High School anfallen. Diese Gedanken gingen mir jedenfalls durch den Kopf bei dem Begriff "High-School-Komödie". Aber "Einfach zu haben" schlägt eine völlig andere Richtung ein und überrascht in jeder Hinsicht.

Man weiß gar nicht recht, wo man anfangen soll. Vielleicht erst mal bei der großartigen Emma Stone. Ihr Charakter Olive scheint ihr wie auf den Leib geschnitten zu sein. Da sie die Hauptrolle übernimmt und die meiste Screentime hat, ist es natürlich äußerst wichtig, dass ihr Charakter beim Publikum gut ankommt. Und Olive kommt grandios bei den Zuschauern an. Ihre bissigen und gleichzeitig zum Wegschmeißen lustigen Dialoge unterhalten sensationell. Aber noch wichtiger ist, dass man durch ihre Webcam-Aufnahmen ihren Charakter besser kennenlernt und sich auch mit ihr identifizieren kann. Man kann sich hervorragend in sie hineinfühlen, fiebert mit ihr mit und will einfach das tolle Schauspiel von Emma Stone genießen. Die anderen Schauspieler wie Penn Badgley aus der Serie "Gossip Girl" oder Amanda Bynes sind eher zweitrangig, aber auch sie bekommen ihre kleinen Momente und können überzeugen. Cam Gigandet, der normalerweise eher böse Rollen übernimmt, zeigt sich hier von seiner lustigen und weichen Seite, was auch sehr interessant ist. Bei der Auswahl des Casts und vor allem mit Emma Stone hat man alles richtig gemacht.

"Einfach zu haben" unterscheidet sich von anderen High-School-Komödien. Schon angefangen bei den Charakteren, die nicht oberflächlich sind, bis hin zur Handlung. Meistens ist es so, dass man sich den Plot nach zehn Minuten selbst erschließen kann, doch hier ist es anders. Man weiß nicht, wie der Film ausgeht, geschweige denn, was als nächstes kommt. Die Handlung überrascht und ist weder dünn noch unoriginell. Klischees lässt man weitgehend weg und man konzentriert sich vielmehr auf die lustigen Dialoge und die Gags, was stets funktioniert und in vielen Szenen kann man sich nicht mehr halten vor lachen. Der Film beweist, dass Teeniekomödien nicht immer unter die Gürtellinie gehen müssen, um lustig zu sein. "Einfach zu haben" ist zwar eine Komödie, aber mit ernsten Zwischentönen. Gerade weil der Charakter der Olive so gut getroffen ist, kann man sie verstehen und weiß, dass sie den Titel des großen Luders nicht gerne trägt, und auch, wie zwiegespalten sie ihre Rolle in der High School annimmt.

Dass das Ende des Films einer High-School-Komödie entsprechend ist, war wohl nicht zu vermeiden. Trotzdem rundet das Ende "Einfach zu haben" gut ab und auch wenn der Schluss ein wenig kitschig zu sein scheint, so hätte man sich kein schöneres Ende für Olive wünschen können.

Fazit

"Einfach zu haben" überrascht in jeder Hinsicht und ist unter anderem auch wegen der großartigen Emma Stone und der tiefgründigen Handlung eine kluge High-School-Komödie. Ein Kinobesuch lohnt sich!

Tanya Sarikaya - myFanbase
13.11.2010

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