Bewertung: 6
Nicholas Stoller

Männertrip

Aaron Green has 72 hours to get a rock star from London to L.A.
Pray for him.

Foto: Copyright: 2010 Universal Studios
© 2010 Universal Studios

Inhalt

Für Praktikant Aaron Green (Jonah Hill), der in einem Plattenlabel arbeitet, ist es die große Chance, seiner Karriere einen neuen Aufschwung zu verpassen: Er soll Rockstar Aldous Snow (Russell Brand) von London nach Los Angelos begleiten, wo Snows das langersehnte Comeback hinlegen will. Klingt einfacher als es ist, denn Rocker Snow sitzt seit seiner letzten Single "African Child", die sich als ein Flop und als Demütigung für Afrika herausstellte, in einem tiefen Loch, das er gern mit Alkohol und Drogen füllt. Für Green wird es ein nervenaufreibender Auftrag und Aldous Snow hält ihn auf ganz schön auf Trab, während die beiden quer durch Los Angelos reisen und dabei kaum eine Orgie auslassen.

Kritik

Was macht man, wenn man zwei Jahre zuvor einen Überraschungshit landete, bei der ein Charakter richtig herausstechen konnte? Richtig, man produziert einfach eine Fortsetzung. Das hat sich wohl auch Regisseur Nicholas Stoller gedacht, der im Jahre 2008 die Komödie "Nie wieder Sex mit der Ex" drehte und mit der Figur des Rockstars Aldous Snow das Publikum für sich gewinnen konnte. Also ist es kaum verwunderlich, dass der Rockstar sozusagen seine eigene Show in "Männertrip" bekommt. Eines vorweg, ich habe "Nie wieder Sex mit der Ex" nicht gesehen, aber man muss den Film nicht kennen, um das Spin-Off zu verstehen. Aber man sollte sich vor Augen halten, dass Spin-Offs und Fortsetzungen einer Reihe meist nicht an die Vorlage herankommen und auch nichts Neues mehr zu bieten haben. Die Regel bestätigt sich auch in diesem Fall.

Aaron Green hat 72 Stunden Zeit, um Aldous Snow zu seinem Auftritt zu bringen. Dass da eine Menge schief gehen kann, ist logisch. Und dass sie den Flieger zig Mal umbuchen müssen, weil sie Alkohol und Drogen wie Wasser konsumieren, vereinfacht die Lage auch nicht. Reichlich viel Witz ist aber durchaus vorhanden, auch wenn man sich einige Male zu oft einigen langweiligen Klischees bedient. Der Schlüssel dazu ist fast ausschließlich der Charakter Aldous Snow, bei dem man wohl alles richtig gemacht hat. Russell Brand wird toll in Szene gesetzt und bringt seinen Charakter voluminös auf Bühne. Sein Kollege Jonah Hill stellt den liebenswürdigen Aaron ebenfalls mit viel Herz da. Er spielte zwar in "Nie wieder Sex mit der Ex" mit, aber nicht in seiner jetzigen, sondern in der Rolle des Matthew. Auch Sean "Diddy" Combs, der eher unter dem Namen P. Diddy bekannt ist, konnte seine Schauspieltalente neben seiner Musikkarriere unter Beweis stellen. Doch die Show gebührt allein Russell Brand. Gemeinsam sind sie ein gutes Team und bringen neuen und eigentlich den fast einzigen Schwung in "Männertrip“"

Der Film springt einige Male auf die Schattenseiten von Ruhm und Glamour an, was jedoch nicht immer gelingt, denn dazu fehlt die Ernsthaftigkeit. "Männertrip" gibt dem Publikum genau das, was es von Hollywood und dem Starsein erwartet: Partys ohne Ende, zugedröhnte Stars à la Pete Doherty und das alles verfolgt von Blitzlichtgewitter und Paparazzis. Leider bleibt jegliche Tiefgründigkeit, bis auf eine Szene mit Snow und seinem Vater, welche überraschend ehrlich ist, aus. Außerdem kann die Handlung weder Spannung noch irgendwelche Überraschungen aufweisen, was wenig Interesse für den weiteren Filmverlauf hervorruft. So konzentriert man sich auf die lustigeren Szenen und lässt der Story ihren Lauf.

Interessant ist auf jeden Fall der kurze, aber lustige Gastauftritt von Kristen Bell, welche in "Nie wieder Sex mit der Ex" die Hauptrolle der Sarah Marshall übernahm. Stars wie Pink, Christina Aguilera, Lars Ulrich, Tom Felton oder Rick Schroder haben ebenfalls kurze Auftritte, um "Männertrip" den passenden Hollywood–Flair zu verpassen - und der Plan geht auf. Dank dieser Stars fühlt man sich tatsächlich wie in Amerika bei den Reichen und Schönen mitten im Starleben. Doch diese Tatsache kann an dem großen Manko - die schwache Handlung - leider auch nichts ändern.

Fazit

"Männertrip" hat sicherlich seine starken Momente mit viel Witz und sympathischen Charakteren, aber im Endeffekt kann die Komödie sich wegen der zu vorhersehbaren und einfallslosen Handlung nicht von anderen abheben. Für einen lustigen Kinoabend taugt der Film dennoch.

Tanya Sarikaya - myFanbase
05.09.2010

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