Bewertung: 7
Nicholas Stoller

Nie wieder Sex mit der Ex

Das ist nicht Europa. Hier gibt es Regeln!

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Inhalt

Sarah (Kristen Bell) ist eine erfolgreiche Schauspielerin und genießt ihren Ruhm. Im Hintergrund steht seit Jahren ihr Freund Peter (Jason Segel), der als Komponist den Score zu Sarahs populärer Serie kreiert. Trotzdem ist sein Leben relativ langweilig. Während Sarah ständig unterwegs ist, sitzt er nur zu Hause und lässt sich gehen, macht Sarah aber regelmäßig deutlich, wie sehr er sie liebt. Doch das reicht eines Tages nicht mehr. Sarah kann Peters Tristess nicht mehr ertragen und teilt ihm schließlich mit, dass sie sich wegen eines anderen Mannes von ihm trenne. Für Peter bricht eine Welt zusammen. Völlig fertig versucht er, irgendwie mit der neuen Situation umzugehen, doch das nützt alles nichts. Er braucht dringend einen Tapetenwechsel.

Peter fliegt nach Hawaii und hofft, dass ihm die Sonne eine bessere Stimmung verschafft. Gerade angekommen muss er feststellen, dass Sarah im gleichen Hotel mit ihrem neuen Lover, dem Brit-Rocker Aldous Snow (Russell Brand), ihren Urlaub verbringt. Die Hotelangestellte Rachel (Mila Kunis) erkennt aber die Situation sofort und versucht Peter im Umgang mit dieser unglücklichen Situation zu helfen. Während er auch für den Urlaub einen Leidensweg vor sich sieht, ist sie es, die ihn aus dem Sumpf herausziehen kann und ihm neue Perspektiven gibt. Doch auch Sarah realisiert auf Hawaii, dass sie über Peter noch nicht wirklich hinweg ist, als sie die Eigenheiten von Aldous immer stärker zu spüren bekommt.

Kritik

Es sind absolut verrückte Charaktere, die in dieser Komödie bis in die kleinste Nebenrolle zu sehen sind. Dadurch wird dem Film ein Humor verliehen, den man kaum beschreiben kann. Mit vielen Anspielungen und Übertreibungen kann der Film das Publikum auf seine Seite bringen und trotzdem fragt man sich immer wieder, an welcher Stelle es einfach zu viel ist. Es gibt einfach keinen Typen, den Peter nicht kennen lernt. Er hat einen besten Freund, mit dem er eigentlich nur rumalbern kann, zumal dessen Frau auch einfach nur schräg ist. Auf Hawaii kommt er mit Mitarbeitern in Kontakt, die auch alle viel zu viel Sonne gesehen haben. Ein Pärchen verbringt seine Flitterwochen in dem Hotel, weiß sich aber in Sachen Sex überhaupt nicht zu helfen.

Peter selbst ist auch alles andere als eine "normale" Person und Sarah hat natürlich Starallüren. Einer setzt aber auf das alles noch einen drauf. Der Europäer Aldous legt eine Lebensweise an den Tag, die vor Lockerheit und Gelassenheit nur so strotzt. Ihn geht das alles gar nichts an. Er macht seinen Urlaub und bekommt nichts mit. Das mag jetzt abschreckend klingen, ist aber zuhöchst witzig, weil die Charaktere in sich völlig stimmig erarbeitet und von den Schauspielern auch durchweg sehr gut zur Geltung gebracht wurden. Sobald man sie so angenommen hat, wie sie sind, geben sie ein wunderbares Gebilde für diesen Film ab und man kann wirklich von guter Unterhaltung sprechen.

Neben den vielen Kulissen auf Hawaii, die einem auch einfach gute Laune vermitteln und das Bedürfnis wecken, dorthin zu reisen, kann auch der Soundtrack absolut überzeugen. Besonders die Eigenkreationen der Charaktere sind genial komisch, aber auch die Versionen in der Inselsprache sind großartig. Der Musikeinsatz sonst ist ebenfalls gelungen, verliert auf dem Soundtrack aber sicherlich etwas an Wirkung. Man kann also sagen, dass dieser Film rundum gut ist, aber trotzdem auch nicht mehr. Witz, Charme und Romantik, ein tolles Team an Schauspielern und den Mannen hinter der Kamera, aber der allerletzte Kick fehlt doch. Es lässt sich schwer sagen, was genau es ist, aber möglicherweise fehlt dann doch ein wenig die Normalität in den Charakteren. Sehenswert ist der Film allemal, aber ob man dafür auch zwingend ins Kino rennen muss, sei hinterfragt. Lasst euch jedenfalls nicht vom deutschen Titel abschrecken, der Originaltitel passt tausend Mal besser.

Fazit

Eine sehr ordentliche Sommerkomödie, die ihren ganz eigenen Humor hat und sich dadurch von anderen Filmen des Genres abzuheben weiß.

Emil Groth - myFanbase
08.06.2008

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