Bewertung: 9
Rod Lurie

Nichts als die Wahrheit - Im Fadenkreuz der Staatsmacht

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Inhalt

Rachel Armstrong (Kate Beckinsale) ist Reporterin einer Tageszeitung in den USA. Sie veröffentlicht eine große Story, die ihre Karriere vorantreiben soll: Nach einem Anschlag auf den Präsidenten verdächtigt man Venezuela, etwas mit der Sache zu tun zu haben. Man beauftragt mehrere Agenten damit, herauszufinden, ob das stimmt. Eine dieser Agentinnen der CIA ist Erica Van Doren (Vera Farmiga), deren Tochter zufällig mit dem Sohn von Rachel Armstrong in eine Klasse geht. Sie findet heraus, dass Venezuela mit dem Anschlag nichts zu tun hatte. Nachdem der Präsident ihren Bericht liest, veranlasst er trotzdem einen Anschlag auf Venezuela.

Nach dem Erscheinen des Artikels versuchen die CIA und die Regierung herauszufinden, wer Rachel Armstrongs Quelle war, da es sich bei dieser Quelle um einen Verräter handelt, der streng geheime Informationen preisgab. Doch Rachel weigert sich und beruft sich auf ihr Recht als Journalistin, ihre Quellen zu schützen. Ein Richter erkennt das aber nicht an, und schickt sie in Haft, da sie sich weigert, ihre Quelle zu nennen. So beginnt eine furchtbare Zeit für Rachel Armstrong im Gefängnis, nicht nur wegen der CIA und deren Mitarbeiter, sondern auch für die Zeitung und für die Familien von Rachel Armstrong und Erica Van Doren.

Kritik

Das für mich Unglaubliche an diesem Film ist, dass er gewissermaßen auf einer wahren Geschichte beruht, was jedoch noch im Vorspann geleugnet wird. Im Jahr 2005 saß die amerikanische Journalistin Judith Miller 85 Tage lang im Gefängnis, nachdem auch sie die Identität einer CIA-Undercover-Agentin aufgedeckt hatte. Doch anders als in der wahren Begebenheit, saß Rachel Armstrong wesentlich länger im Gefängnis und erlebte auch einige furchtbare Dinge im privaten Umfeld. Aber interessant zu wissen: Floyd Abrams, der im Film den Bundesrichter spielt, war im Originalfall der Anwalt von Journalistin Judith Miller.

Die Auswahl der Schauspieler kann man nicht anders als perfekt nennen. Jeder einzelne spielt seine Rolle glaubwürdig und authentisch, bis hin zu den Nebenrollen der Gefängnisinsassinnen. Besonders interessant war auf jeden Fall Kate Beckinsale. Ich kannte sie bisher nur aus wenigen Filmen, allen voran den "Underworld"-Teilen und "Van Helsing". Beides komplett andere Rollen, ein komplett anderes Genre. Eine ganz ähnliche Rolle wie in "Nichts als die Wahrheit" hatte sie bereits in "Brokedown Palace", einem fantastischem Film über das halb-unschuldige Eingesperrt sein in einem thailändischem Gefängnis. In "Nichts als die Wahrheit" übertraf sie jedoch alle vorigen Rollen. Sie erinnert mich in diesem Film sehr an die Darstellung Angelina Jolies in "Der fremde Sohn".

Die gesamte Geschichte, um die sich der Film dreht, überzeugt voll und ganz und fesselt den Zuschauer. Und sie regt einen zum Nachdenken an. Wie würde man sich selber verhalten und entscheiden, wäre man an Rachel Armstrongs Stelle? Wieso können solche Dinge geschehen? Oder hat Rachel selber Schuld an allem gehabt? Mit gefällt, dass der Film sich nicht nur um den Fall und um den Artikel dreht, sondern dass ein wahnsinnig großer Teil des Films um Rachels Privatleben geht. Die familiären Situationen, die Entwicklungen der Beziehungen der beteiligten Menschen. Erst dadurch entwickelt man ein unglaubliches Mitgefühl für Rachel, man hofft, dass sich alles zum Guten wendet.

Mich hat dieser Film wahnsinnig traurig gemacht. Und er hat mich beeindruckt, aufgewühlt und zum Nachdenken angeregt. Ich war nicht nur von der Geschichte beeindruckt, sondern auch davon, wie Rod Lurie den Film umgesetzt hat und wie brillant die Schauspieler ihre Aufgabe erfüllt haben. Der Film nimmt unerwartete Wendungen, überrascht immer wieder, nicht nur, was das Ende des Films betrifft.

Fazit

Eindeutig einer der wirklich guten Filme! Sehr sehenswert.

Vivien B. - myFanbase
25.04.2010

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