Bewertung: 1
Lee Tamahori

Next

If you can see the future, you can save it.

Foto: Copyright: Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Inhalt

Cris Johnson (Nicolas Cage) hat eine außergewöhnliche Gabe: Er wurde mit einer Fähigkeit geboren, die es ihm erlaubt, seine eigene Zukunft zwei Minuten voraus zu sehen. So verdient er sich als Magier in Las Vegas seinen Lebensunterhalt und stockt sein Bankkonto nebenbei beim Glücksspiel auf. Obwohl er versucht, keine Aufmerksamkeit zu erregen, ist ihm die FBI-Agentin Ferris (Julianne Moore) auf der Spur, die seine Hilfe braucht. Eine Gruppe von Terroristen hat einen nuklearen Bombenanschlag vor und Johnson könnte der Einzige sein, der diesen Anschlag verhindern kann. Dieser trifft sich derweil mit einer Frau namens Elizabeth (Jessica Biel), von der er bereits eine Woche zuvor eine Vision hatte, sodass er weiß, dass sie etwas Besonderes für ihn ist...

Kritik

Nicolas Cage sollte seinen Agenten feuern. Denn welcher kompetente Manager würde seinem Klienten allen Ernstes ans Herz legen, nach "Wicker Man" und "Ghost Rider" auch noch die Hauptrolle in "Next" anzunehmen?

"Next" ist zweifellos einer der schlechtesten Filme des letzten Jahrzehnts, wenn das überhaupt reicht. Regisseur Lee Tamahori, der übrigens für einen der katastrophalsten Bond-Filme, "Stirb an einem anderen Tag", verantwortlich war, setzt diesen Film komplett in den Sand. Und dabei hatte er mit Philip K. Dicks Kurzgeschichte eigentlich eine gute Vorlage für einen spannenden Thriller. Doch die Story versagt auf ganzer Linie, angefangen mit der Prämisse des Films: Ein Mann kann seine eigene Zukunft sehen, allerdings nur die nächsten zwei Minuten. Diese Fähigkeit erlaubt es ihm, die Zukunft zu verändern. Sie erlaubt es ihm auch, mit Superman-artigen Kräften über den Bildschirm zu springen und Frauen in kürzester Zeit um den Finger zu wickeln, obwohl er die hässlichste Frisur aller Zeiten trägt. Von den Ungereimtheiten kaum zu sprechen: Das FBI jagt einen Wahrsager, um einen Terroranschlag zu verhindern. Leute, ist das euer Ernst?

Anscheinend. Denn "Next" nimmt sich wahnsinnig ernst. Nicolas Cage besitzt während des gesamten Films nur einen einzigen, gequälten Gesichtsausdruck und drückt damit genau das Gefühl aus, das auch der Zuschauer fühlt. Die Figur des Cris Johnson bleibt nichtssagend, er ist einfach nur ein Mann mit mitleiderregender Miene und schrecklichem Haarteil, der sich lieber mit Jessica Biel vergnügt, als acht Millionen Menschen das Leben zu retten. Egal wie oft Johnson diese egoistische Entscheidung zu rechtfertigen versucht, es ist abstrus. Hinzu kommt, dass die Liebesgeschichte zwischen Cris und Elizabeth einfach grausam ist. Hier werden sämtliche Klischees bedient und selbstverständlich erliegt Elizabeth innerhalb eines einzigen Tages dem unwiderstehlichen Cris, der ihr Herz mit Sprüchen wie "Ich mag Regen" erobert.

Selbstverständlich wird auch die Logik mit Füßen getreten. Es fängt schon mal damit an, dass Cris zu Beginn des Films kontinuierlich zwei Minuten in die Zukunft zu blicken scheint (wie auch immer das funktionieren mag), während er am Ende ganz konzentriert die Augen schließen muss, um die Zukunft zu sehen. Dank Elizabeth kann er zudem noch länger in die Zukunft sehen, sodass letzten Endes sämtliche bis dahin aufgestellte Regeln des Vorhersagens nichtig werden und Cris' Fähigkeit völlig wahllos eingesetzt werden kann. Das Ende ist dann die Krönung des Ganzen und liefert eine reichlich dämliche Wendung, die nur bestätigt, dass dieser Film Zeitverschwendung war.

Da es jeglicher Logik und Spannung fehlt, die Dialoge einem die Haare zu Berge stehen lassen und die Schauspieler wirklich nicht überzeugen, kann man den Film eigentlich nur noch mit Humor sehen. Dann kann er auch richtig lustig sein. Aber am Ende kann man sich nur geschockt die Frage stellen: Wie zum Henker konnten Schauspieler wie Nicolas Cage oder Julianne Moore für so einen Mist unterschreiben?

Fazit

Nicolas Cage sollte seinen Agenten feuern. Und Lee Tamahori sollte nie wieder Filme machen. Nach qualvollen eineinhalb Stunden ist man einfach nur glücklich, wenn der Film vorbei ist und versteht dann endlich auch die Bedeutung des Titels: "Next"!

Maria Gruber - myFanbase
26.09.2009

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