Bewertung: 8
Nick Cassavetes

Beim Leben meiner Schwester

"Most babies are accidents. Not me. I was engineered. Born to save my sister's life."

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Inhalt

Glück, dieses Wort haben Sara (Cameron Diaz) und Brian (Jason Patric) schon lange nicht mehr in den Mund genommen. Seit sie ein kleines Mädchen war, leidet die Tochter der beiden, Kate (Sofia Vassilieva), an Leukämie und hatte eigentlich schon damals kaum eine Chance mehr zu überleben. Doch mit Anna (Abigail Breslin) wurde schließlich ein eigens für Kate gemachtes Baby erschaffen, das schon in ihren ersten Lebensjahren als Spenderin für ihre große Schwester fungieren sollte. Im Laufe der nächsten Jahre muss das kleine Mädchen immer wieder für ihre Schwester spenden und operiert werden, Schmerzen erleiden und sich Gefahren aussetzen.

Im Alter von elf Jahren ist es ihr nun zu viel. Obwohl sie ihre Schwester liebt, will sie nicht weiter als Ersatzteillager dieser fungieren und wendet sich an den Anwalt Campbell Alexander (Alec Baldwin), der ihr beim Durchsetzen ihrer Rechte helfen soll. Denn Kates Niere ist defekt und sie braucht dringend die Spende ihrer Schwester, die sich nun weigert. Für Sara ist dies kaum auszuhalten, kann sie ihre Tochter doch noch nicht loslassen und auch Vater Mike ist hin- und hergerissen zwischen seinen Gefühlen...

Kritik

Romanverfilmungen liegen einigen Regisseuren wohl im Blut. Nachdem er 2004 mit der Nicolas Sparks-Verfilmung "Wie ein einziger Tag" einen riesigen Erfolg landete, meldete er sich zwei Jahre später zunächst mit dem Krimi "Alpha Dog" zurück. Nun ist es für Nick Cassavetes wieder Zeit für eine zu Tränen rührende Romanverfilmung. Mit der Verfilmung des Bestellers "Beim Leben meiner Schwester" von Jodi Picoult scheint das perfekte Projekt gefunden zu sein.

Nach diversen Buchverfilmungen war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich einmal jemand an ein Picoult-Buch wagt und dieses auf die Leinwand bringt. Das gerade dieses Buch den Anfang macht, ist dabei keine große Überraschung. Schließlich ist "Beim Leben meiner Schwester" eines der erfolgreichsten Bücher der Autorin und darüber hinaus noch eines der berührendsten. Das Thema des Buches ist unglaublich präsent in einem Zeitalter der künstlichen Befruchtungen und Gen-Manipulationen. Denn obwohl jeder Zuschauer als Mutter wohl nicht anders reagiert hätte, so ist die Frage, wie es dem Kind dabei geht, doch eine der interessantesten. Das Buch wie auch jetzt der Film setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander, erzählt auf ergreifende Weise die Geschichte der Fitzgeralds, ohne dabei zu ernsthaft zu sein, und bringt den Zuschauer dabei auch immer wieder zum Lachen.

Dass sich ein Film nach einer Buchvorlage niemals hundertprozentig an das Buch halten kann, ist eigentlich klar. Und auch "Beim Leben meiner Schwester" musste Abstriche machen und macht auch einige, die anders möglich gewesen wären. Und doch nimmt der Film die Intensität des Buches auf und wird wohl viele Buchfans zufriedenstellen.

Gerade bei einer solchen sehr auf die Charaktere bezogenen Geschichte sind eben diese Charaktere das allerwichtigste. Wie auch schon im Buch wird dem Zuschauer die Situation zunächst mit den Gedanken von Anna vertraut gemacht. Im Laufe des Films dürfen wir dann auch noch den Gedanken der übrigen Familie lauschen und erfahren so viel über diese kleine Familie. Gerade diese Tatsache macht es einem leicht, die Familie schnell ins Herz zu schließen. Dabei stehen bald auch die Zuschauer vor dem Konflikt des Themas, können die eine Seite verstehen und wissen doch, was für Konsequenzen diese Entscheidung hat. Die Richterin ist auch schon im Buch ein guter Weg, diesen Konflikt zu klären. Hier ist sie trotz der wenigen Screentime eine emotionale und zerrissene Frau geworden, was aber wohl allein der großartigen Schauspielkunst von Joan Cusack zu verdanken ist. Sie ist hier aber nicht die Einzige, die vollkommen überzeugt. Allein schon Abigail Breslin ist eine Wucht als junge Anna. Der Zuschauer muss sie einfach lieben, ebenso wie Cameron Diaz, die endlich mal wieder eine intensive Dramarolle inne hat. Ebenso wie eine unglaublich mutige und großartig agierende Sofia Vassilieva, die als leukämiekranke Kate nicht nur ihre hübsche Seite präsentiert. Als Vater der Familie, der einen riesigen Halt für Anna darstellt und dem ihre Situation zutiefst zu Herzen geht, ist mit Jason Patric ein Darsteller gefunden worden, der genau dies perfekt einfangen kann. Ob nun lachend oder weinend, seine Darstellung wirkt echt und ergreifend. Alec Baldwin als Anwalt Campbell und Evan Ellingson als der einzige Sohn der Familie, Jesse, können dabei kaum mithalten und schaffen es leider nicht ganz, vollkommen zu überzeugen.

Fazit

Eine ergreifende Geschichte einer kleinen Familie, die ein schweres Schicksal verkraften muss.

Eva Klose - myFanbase
28.08.2009

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