Bewertung: 8
Nick Cassavetes

Alpha Dog - Tödliche Freundschaft

"You wanna' know what this is all about? You can say this is about drugs or guns or bad decisions, what ever you like. But this whole thing is about parenting. And taking care of your children."

Foto: Copyright: Concorde Home Entertainment
© Concorde Home Entertainment

"Alpha Dog" beruht auf der wahren Geschichte rund um den Fall des Mordverdächtigen Jesse James Hollywood. Dieser verdiente sich als Teenager sein Geld durch das Dealen und wurde dadurch reich. Allerdings wurde er auch gleichzeitig einer der jüngsten Verbrecher, die vom FBI gesucht wurden. Am 8. März 2005 wurde er in Brasilien gefasst. "Alpha Dog" legt sein Augenmerk hauptsächlich auf die Entführung und Ermordung von Nicholas Markowitz, wegen derer Jesse James Hollywood auch angeklagt ist. Da die Gerichtsverhandlung noch nicht beendet war, bevor "Alpha Dog" im Kino erscheinen sollte, hatten die Anwälte des Angeklagten geklagt, da diese befürchteten, dass die Jury beeinflusst werden würde, doch das US-Bundesgericht gab dem Film im Dezember 2006 grünes Licht, jedoch mussten Namen und Orte geändert werden, und somit kam er im Januar 2007 in die Kinos.

"You ever have that dream: the one where you did something... You don't know why, but you can never go back?"

Inhalt

Jake Mazursky hat Schulden beim Drogendealer Johnny Truelove. Durch dieses Problem geraten die beiden immer mehr aneinander und nachdem Jake Johnnys Wohnung komplett verwüstet hat, entschließt sich Johnny zu anderen Mitteln zu greifen. So kidnappen er und seine Freunde Jakes kleinen Bruder Zack, um ihn damit zu erpressen. Der 15-jährige freundet sich schnell mit seinem "Aufpasser" Frankie an und scheint die beste Zeit seines Lebens zu haben, doch dann gerät alles außer Kontrolle und jeder muss sich mit den Konsequenzen seines Handelns auseinander setzen.

Kritik

Ich hätte zu Beginn nicht gedacht, dass "Alpha Dog" mich doch so überzeugen könnte. Ich wollte mir den Film zum einen ansehen, da ich die Geschichte sehr interessant fand und Filme über wahre Begebenheiten immer spannend finde, und zum anderen natürlich, um Justin Timberlake mal als Schauspieler zu erleben. Sowohl vom Film, als auch von Justins schauspielerischem Talent war ich mehr als begeistert und überrascht, da mich beides sehr überzeugen konnte.

Auch die anderen Schauspieler haben ihre Rollen überzeugend gespielt, ob es nun die "Großen", wie Sharon Stone oder Bruce Willis waren, oder die noch etwas unbekannteren Schauspieler. Letztere konnten ihre Rollen sogar noch mehr mit Leben füllen.

Besonders interessant hat den Film gemacht, dass man immer wieder in Einblendungen gesehen hat, um welchen Zeugen es sich gerade handelt und welche Begebenheit des Falls dieser Zeuge beobachtet hat, so dass sich am Ende alles bei der Gerichtsverhandlung, die man im Film natürlich nicht sieht, aufklären könnte. Dabei ist es natürlich schade, dass die Autenzität hier verloren geht, da die Namen geändert werden mussten.

Obwohl der Soundtrack in diesem Film nicht so ausschlaggebend war, wie in manch anderen, kann er dennoch positiv erwähnt werden, da er die Stimmungen und Handlungen im Film oftmals, wenn auch nicht an allen Stellen, noch einmal gut untermalt hat. Vor allem zu Beginn des Films, als man Videoausschnitte aus "Homevideos" von spielenden Kindern zur Musik von "Somewhere over the rainbow" gesehen hat, wurde gut mit der eigenen Stimmung gespielt, da man diese Leichtigkeit und Fröhlichkeit kein zweites Mal im Film empfunden hat, sondern die Stimmung eher immer weiter abbaut.

Die Szene des Mordes hat mich ehrlich gesagt wirklich mitgenommen. Natürlich war mit von Beginn an bewusst, dass Zack sterben wird, da die Story an sich eben auf diesem Mord beruht, aber trotzdem war es wirklich schlimm zu sehen, wie Zack um sein Leben bettelt, da er nicht sterben will und Frankie als seinen Freund ansieht. Justin Timberlake und Anton Yelchin haben diese Szene wirklich gut und emotional hinbekommen und das macht sie wohl noch schlimmer, da es einem durch eine schlechte schauspielerische Leistung vielleicht nicht so nahe gegangen wäre.

Der Schnitt, nachdem man die Leiche gesehen hat, rüttelte einen dann wieder wach. Es folgte ein Interview mit Zacks Mutter, die natürlich auch von Sharon Stone dargestellt wurde, und sie erzählte, was mit ihr geschehen ist, nachdem sie erfahren hat, dass ihr Sohn tot ist. Und dann ging es weiter.

Gefallen hat mir außerdem, dass wir am Ende noch erfahren haben, welche Strafen die einzelnen Beteiligten bekommen haben, bis auf die des Haupttäters, da diese Gerichtsverhandlung bei den Dreharbeiten ja noch ausstand. So musste man nicht erst "googeln" um zu erfahren, wie die "wahre" Geschichte ausgegangen ist.

Fazit

"Alpha Dog" zählt nicht zu den Filmen, die man sich an einem netten DVD-Abend ansehen kann und dabei Popcorn isst, sondern geht schon ziemlich unter die Haut, da er eben auf einer wahren Geschichte beruht und man sich immer wieder denkt, wie sinnlos alles ist. Dennoch kann man den Film nur weiterempfehlen, da er mehr als überzeugen kann!

Annika Leichner - myFanbase
31.08.2007

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