Bewertung: 8
Joel Gallen

Nicht noch ein Teeniefilm

"Du hast wohl auch keinen Schwanz abgekriegt?!"
- "Schwanz? Ich bin noch nicht mal geküsst worden!"

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Inhalt

So oder so ähnlich, könnte man wohl auch das Leben von Janey Briggs (Chyler Leigh) beschreiben. Als Pseudokünstlerin mit Brille, Pferdeschwanz und Latzhose erfüllt sie perfekt die Rolle des Außenseiters und wird somit in ihrem letzten Schuljahr an der John Hughes Highschool zum unfreiwilligen Gegenstand einer Wette. Jake Wyler (Chris Evans), Quarterback des Schulfootballteams, ist nämlich der festen Überzeugung, dass jedes noch so hässliche Mädchen mit dem richtigen Styling und ihm an der Seite zur nächsten Prom-Queen werden kann. So fällt die Wahl natürlich auf Janey, welche Jake im Laufe des Films immer mehr zusagt. Doch hat die Romanze, aufgebaut auf einer Wette, überhaupt eine Zukunft?

Kritik

Kennen wir das nicht schon irgendwoher? Ein Footballspieler, Held aller feuchten Mädchenträume, der um die Gunst eines, als Außenseiter verschrienen, Mädchens kämpft, nur um eine Wette zu gewinnen?

"Eine wie keine", werden sich die meisten wohl nun denken. Hierbei handelt es sich jedoch keineswegs um ein Remake dieser Romanze, sondern viel mehr um eine Persiflage. Anstatt eine eigene Story für seinen Film zu entwickeln, greift Joel Gallen in "Nicht noch ein Teeniefilm" zu zahlreichen Filmen, pickt bestimmte Storylines aus ihnen heraus und verulkt sie aufs Schärfste.

So wird nicht nur die Romanze "Eine wie keine" Zielscheibe dieser Persiflage. Auch Filme wie die Teeniekomödie schlechthin, "American Pie", oder "Eiskalte Engel" werden aufs Korn genommen. So sieht der Zuschauer in einer Szene des Films Mia Kirshner, als Verschnitt von Sarah Michelle Gellar in "Eiskalte Engel" aufs Abartigste mit einer alten Frau küssend vor einem Parkplakat sitzen, während selbige im nächsten Moment zutiefst bedauert, dass ihr noch niemand einen "Haufen auf den Bauch" setzen wollte. Schwarzer Humor vom feinsten also, der sich durch den kompletten Film zieht und mich zu "multiplen" Lachkrämpfen veranlasste.

Auch die Wahl der Schauspieler hat mit gut gefallen, welche ihr teilweise fehlendes schauspielerisches Können durch die Ähnlichkeit mit den eigentlichen Protagonisten der einzelnen Filme wieder wett machten.

So lautet die Devise hierbei: Viel schwarzer Humor, viele Schauspieler, welche den Originalen möglichst ähnlich sein sollen und viele bekannte oder weniger bekannte Filme. Dies ist jedoch auch das Problem bei "Nicht noch ein Teeniefilm": Es werden zum Teil einfach zu viele, schon teilweise recht alte Filme mit den Storylines verknüpft. Somit geht der ein oder andere "Witzekelch" schon mal an einem vorbei, da der Hauptteil des Publikums einer eher jüngeren Altersklasse zuzuordnen ist.

Fazit

Filme solchen Genres sind immer Geschmackssache. Entweder hasst man sie für ihre kitschigen und banalen Gags und der sich anscheinend ständig monoton fortsetzenden Story, oder man liebt sie gerade deswegen und kann es kaum erwarten, bis einer der Charaktere den nächsten pubertären Spruch von sich gibt. Ich meinerseits gehöre klar zu den Liebhabern solcher Filme.

"Nicht noch ein Teeniefilm" strotzt nur so vor genialen Gags und ist gerade aufgrund des Wiedererkennungswertes und der Persiflage auf andere Filme ein Knaller! Ein Muss für jeden Fan dieses Genres!

Jannik Duve - myFanbase
10.06.2008

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