Bewertung: 9
Paul Haggis

L.A. Crash

36 Stunden in Los Angeles.

Foto: Copyright: 2006 Universum Film GmbH
© 2006 Universum Film GmbH

Inhalt

In 36 Stunden kann viel passieren. Gerade in L.A. passiert eine Menge. "L.A. Crash" erzählt die Geschichte von 36 Stunden im Leben einer Handvoll Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Doch führt diese unterschiedlichen Menschen das Schicksal zusammen, es lässt ihre Wege kreuzen und im nächsten Moment wieder auseinander gehen. Ihre Leben werden innerhalb von kurzer Zeit in die gleichen Bahnen gelenkt. Diese Menschen werden innerhalb dieser Weltmetropole in kurzer Zeit hin- und hergerissen zwischen Angst, Wut, Verzweiflung und zwischen der Liebe und der Hoffnung.

Kritik

Nach "Million Dollar Baby" ist "L.A. Crash" ein weiterer riesiger Erfolg des Autors Paul Haggis. Diesmal nahm er sogar auf dem Regiestuhl Platz. Und man muss sagen, auch diese Aufgabe meistert er bravourös. Das Drehbuch alleine ist einfach eine Wucht. Haggis kam auf die Idee durch einen Raubüberfall, der ihm selber widerfahren war, knapp zehn Jahre bevor er das Drehbuch schrieb, und bei dem der damals noch nicht so reiche und berühmte Haggis sein Auto abgeben musste.

Das ganze Drehbuch ist sehr gut ausgearbeitet. Alle Figuren und Geschichten haben eine unglaubliche Tiefe und das ist sehr schwer zu schaffen, denn innerhalb von knapp zwei Stunden wird in "L.A. Crash" die Geschichte vieler Menschen erzählt. Man muss aber schon wachsam sein, denn selbst wenn man nur einen kurzen Teil verpasst, kann es sein, dass man den Anschluss verliert.

Das Thema an sich ist natürlich allgegenwärtig, denn Rassenfeindlichkeit ist auch in der heutigen Zeit leider immer noch ein großes Problem. Aber den wenigsten Menschen ist wohl bewusst, wie groß dieses Problem immer noch ist. Man kann diesen Film vielleicht nicht unbedingt als realitätsgetreu bezeichnen, aber er ist sicherlich realitätsnah, denn gerade in Städten wie L.A. oder New York oder auch in anderen Großstädten prallen die verschiedenen Rassen aufeinander und dies geschieht leider selten ohne Hass und Wut.

Gerade solche Themen stoßen natürlich immer auf Reaktionen und Kritiken. Und so musste sich auch Paul Haggis so einiges sagen lassen, was jedoch den Erfolg des Filmes nicht schmälern konnte. Er behauptete sich in den US-Kinocharts und auch in Europa feierte er Erfolge an den Kinokassen. Als er sich dann auch noch gegen den stark favorisierten Film "Brokeback Mountain" bei der Oscarverleihung 2006 in der Kategorie "Bester Film" durchsetzte, war klar, dass Paul Haggis ein Meisterwerk geschaffen hatte. Denn anders kann man diesen Film nicht nennen. Er ist meisterhaft.

Aber nicht nur das einzigartige Drehbuch, auch die vielen exzellenten Darsteller überzeugen in diesem Film. Jeder von ihnen weiß in seiner Rolle zu überzeugen und das, obwohl einige Rollen durchaus herzlos und fies sind.

So sehen wir zum Beispiel die großartige Sandra Bullock als Frau des Staatsanwaltes Rick Cabot, der von Brandan Fraser ebenso toll gespielt wird. Aber auch die anderen Darsteller wie Ryan Philippe, Matt Dillon, Terrence Howard, Thandie Newton oder auch Michael Pena, William Fichtner und Schaun Toub überzeugen auf ganzer Ebene.

Obwohl der Film aufgrund des dunklen und verschreckenden Themas und der teilweise abschreckenden und "krassen" Bilder schon sehr düster ist, wird dies durch den Soundtrack noch verstärkt. Mark Isham schafft es, mit seiner Musik die Stimmung aufzufangen und noch weiter zu transportieren.

Das alles macht "L.A. Crash" zu einem einzigartigen Kinoerlebnis, welches einen nicht ganz unbeeindruckt zurück lässt und wonach man erst einmal in Ruhe nachdenken muss und sich fragt, wie schrecklich diese Welt eigentlich sein kann.

Fazit

Ein erschreckendes und gleichzeitig einzigartiges Erlebnis, das sich keiner entgehen lassen sollte.

Eva Klose - myFanbase
02.10.2007

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