Bewertung

Review: #2.04 Große Kinder, große Sorgen

Foto: Stephen Collins & Barry Watson, Eine himmlische Familie - Copyright: Concorde Home Entertainment
Stephen Collins & Barry Watson, Eine himmlische Familie
© Concorde Home Entertainment

Das Hauptthema von Episode #2.04 Große Kinder, große Sorgen war Drogen. Wobei hier natürlich die Rede von den Camdens ist und man diesen Titel dann doch eher mit Vorsicht genießen sollte bzw. ihm nicht allzu viel Beachtung schenken sollte, denn letztlich hat man mal wieder gesehen, wie sehr Eric von Vorurteilen nur so strotzt.

Verdächtigungen

Was passiert, wenn einer den anderen verdächtigt und das, obwohl gar nichts passiert ist? Richtig! Es bricht das Chaos aus und bei den Camdens war dies auch noch arg übertrieben. Und warum? Weil Familienvater Eric mal wieder voreilige Schlüsse gezogen hat, ohne dabei auch ein klärendes und vor allem ruhiges Gespräch zu suchen, aber beginnen wir einmal von vorne. Matt hat also von einem Schulkamerad einen Joint zugesteckt bekommen. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich schon ein schlechtes Gefühl, was geschehen würde, wenn Eric den zu Gesicht bekommt. Leider hat sich mein Verdacht schnell bestätigt und das Chaos nahm seinen gewohnten Camden-Lauf.

Wie schon einige Male innerhalb der ersten Staffel fackelte Eric auch diesmal nicht lange und verdächtigte seinen ältesten Sohn, womit er ja leider nicht Unrecht hatte. Aber diese Art und Weise, wie er seine Überzeugung gegenüber Annie deutlich machte, war einfach nur ekelhaft. Auch wenn er damit Recht behalten sollte, wem der Joint gehörte, so musste man doch wieder einmal feststellen, wie wenig Vertrauen er zu seinem Sohn hat und wieder einmal nur das Schlechte in Matt sieht. Im Gegensatz zu ihm, denkt Annie zumindest einmal in eine andere Richtung und verteidigt ihren Sohn vor ihrem Mann. Doch sind auch ihre Erklärungen, wer außer Matt noch im Besitz des Joints sein könnte, sehr an den Haaren herbei gezogen. Ganz besonders auf Lucy bezogen, fand ich auch Annies Ansicht sehr anmaßend. Nur weil ihre mittlere Tochter plötzlich mit Vorliebe schwarz trägt, muss es nicht sofort bedeuten, dass es das erste Warnzeichen dafür ist, Drogen zu nehmen. Zumal ich Lucy nach wie vor so einschätze, dass sie für ein solches 'Vergehen' einfach viel zu ängstlich ist und sich der Konsequenzen durchaus bewusst ist.

Wenn wir schon mal bei den Auffälligkeiten sind, muss ich auch die Situation in der Küche ansprechen. Mir ist durchaus bewusst, dass die Autoren bei dieser Szene versucht haben, das Ganze etwas amüsanter zu gestalten – Versuch gescheitert. Denn wie auch Eric, hat man keine Mühen gescheut, um Matt immer weiter in den Mittelpunkt der Verdächtigung zu rücken, indem man ihm immer dann Screentime schenkte, sobald er mit dem Essen beschäftigt war. Immerhin ist übermäßiges Essen ein Hauptmerkmal dafür, dass jemand gekifft hat und verfestigte somit nur Erics bereits bestehender Verdacht, dass Matt es sein muss.

Dennoch ist Eric zudem noch jemand, der es sich nicht nehmen lässt, auch noch die Freunde seiner Kinder über Drogen aufzuklären. Dafür ist natürlich Wilson das beste Beispiel, der selbst schon ein Kind hat und daher auch eine sehr interessante Meinung zu diesem Thema hat. Nicht nur, dass er Eric indirekt mit seiner Meinung recht gegeben hat, hat er diesen doch auch noch auf die Idee gebracht, immer mal wieder einen Drogentest bei seinen Kinder durchzuführen. Ein Glück, dass sich die Angelegenheit mit dem Joint bereits in dieser Folge geklärt hat, ansonsten hätten wir sich noch mitansehen müssen, wie Eric nach und nach jedes seiner Kinder einem Drogentest unterzieht. Wäre es soweit gekommen, würde eine Beziehungskrise zwischen Mary und Wilson sicherlich nicht lange auf sich warten lassen. Ein leises Aufflammen davon konnte man bereits erkennen und zu mehr hätte ich nach all diesen Ereignissen keine Lust gehabt.

Geständnisse

Ein weiterer Punkt, der recht störend gewesen ist, war Annies Geständnis selbst einmal gekifft zu haben. Dabei war es nicht mal direkt das Geständnis an sich, sondern wieder einmal die übertriebene und anmaßende Reaktion von Eric. Es ist schon verständlich, wenn er im ersten Moment nicht ganz genau weiß, was er von dem Geständnis seiner Frau halten soll, zumal er nun einmal neben seinem Pastor-Dasein als Drogenberater tätig ist. Wenn man es ganz kleinlich betrachtet, könnte man ihr Schweigen auch als Vertrauensbruch betrachten. Mittlerweile sind die Camdens über 18 Jahre verheiratet, in denen es sicherlich einmal einen Moment gegeben hätte, um dazu zu stehen. Wie gesagt, wenn man es kleinlich betrachten würde. Doch wie Annie schon selbst sagte, war es eine Jugendsünde, die schon viele, viele Jahre zurückliegt, und man schließlich auch als Paar das ein oder andere Geheimnis vor seinem Partner hat. Allerdings hat Annie auf sehr tragische Weise aus ihrem Fehler gelernt, den sie ihr ganzes Leben mit sich herumtragen wird.

Ich fand es sehr gut, dass sie Matt von dem damaligen Unfalltod ihres Freundes erzählt hat. Denn so wurde auch deutlich, dass Annie sehr berechtigte Gründe dafür hat, so sensibel auf Drogen zu reagieren. Dass Matt dies gegen seine Mutter verwendet, geht eigentlich auch auf Erics Konto. Nicht nur, dass er die Unverschämtheit besitzt, Annies Geständnis mit ihrem Sexleben zu vergleichen, sondern er war auch noch beleidigt und bestürzt darüber, welche Entgleisung seine Frau in ihrer Jugendzeit gehabt hat. Er tut ja gerade so, als habe er damals nie Fehler gemacht. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Halloween-Folge aus Staffel 1, bei der man in einer Rückblende sehen konnte, dass er sich als Junge mal geprügelt hatte, aber das nur mal am Rande.

Viel interessanter waren die Reaktionen von Matts Geschwistern, insbesondere Simon, der sehr von seinem Bruder enttäuscht ist. Ich finde es ja erschreckend, dass niemand Matt die Möglichkeit gegeben hat, um sich zu erklären und Stellung zu beziehen. Das hätte uns einiges erspart und man müsste nicht schon wieder mit den Augen rollen. Nachdem er nämlich seinen reumütigen Sohn in der Kirche gesehen hat und gehört hat, gar keinen Joint geraucht zu haben, verspricht er ihm, beim nächsten Mal zuzuhören. Daran glaube ich leider noch nicht, denn das versprach Eric einfach schon zu oft und nichts der Gleichen ist geschehen.

Verfärbte Wäsche

Neben dem ganzen Chaos gab es auch eine amüsante Szene, für die Ruthie gesorgt hat. Nachdem sie dazu angehalten wurde, ihre Kleidung zu wechseln, lernt sie nun auch Wäsche zu waschen. Hier fungiert Simon als Trainer, der seine Sache eigentlich ganz ordentlich machte, allerdings hat er auch nicht so gut aufgepasst. Durch ein rotes Kleidungsstück wurden die Sachen von Ruthie ganz mädchenhaft: nämlich rosa, wovon sie natürlich ganz begeistert war. Ich bin froh, dass die Camends hierbei so ruhig geblieben sind, schließlich gibt es Entfärber. Die Frage ist natürlich, ob die Tochter die Verwendung von diesen überhaupt zulassen wird.

Fazit

Wieder einmal hat "Eine himmlische Familie" ein sehr wichtiges und zeitloses Thema behandelt. Doch die Reaktionen und der ganze Umgang mit dem Thema Drogen hat auch einmal wieder gezeigt, wie spießig die Ansichten von Annie und Eric doch bei solchen Themen sind und wie sehr sich die Zeit seit der Ausstrahlung verändert hat, da die gegebenen Maßnahmen hier einfach viel zu übertrieben sind und man mit einem Kopfschütteln aus der Episode entlassen wird.

Daniela S. - myFanbase

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