Bewertung

Review: #2.05 Gerüchte

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Eine himmlische Familie
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Nach einer recht nervenaufreibenden letzten Folge, schafft es die Serie mit #2.05 Gerüchte die vergangenen Fehler wieder wettzumachen und kann mit tollen Momenten der Charaktere überzeugen.

Wer anderen eine Grube gräbt...

...der fällt selbst hinein, nicht wahr, Simon?! Dabei war sein Experiment sehr gut durchdacht und baute zudem auf einem sehr ernsten Thema auf, welches auch noch nach so vielen Jahren aktuell ist: Sekten und Gehirnwäsche. Nur leider hat er nicht damit gerechnet, belauscht zu werden und dies war sein großer Fehler, der ihn am Ende selbst dazu brachte, etwas zu glauben, was gar nicht möglich ist. Bei seinem Experiment ging es darum, dass er Matt davon überzeugen wollte, zu schrumpfen. Natürlich ist das in einem Alter von elf oder zwölf Jahren gar nicht möglich, allerdings ist man da auch noch leichtgläubig.

Und genau das ist Simon zum Verhängnis geworden, nachdem er zusammen mit Ruthie seine Mutter in seinen Plan eingeweiht hat und nicht davon ausging, es könne jemand zuhören. Denn genau das ist passiert und somit wendet sich das Blatt, als Matt still und heimlich minimal ein paar Dinge veränderte, die seinen kleinen Bruder in den Glauben und die Angst versetzt haben, kleiner zu werden. Ein bisschen leid tat mir Simon ja schon. Nicht, weil sein Experiment gescheitert ist, sondern vielmehr weil seine Familie ihn nicht vom Gegenteil überzeugen konnte, auf einen wirklich alten Trick hereingefallen zu sein. Zum Glück sorgt Annie dafür, dass auch Matt seine gerechte Strafe bekommen hat. Denn wie auch Simon ist Matt in seine eigene gegrabene Grube gefallen, weil er nun mal Angst vor Ärzten hat und man dafür gesorgt hat, dass er seinen Bruder dorthin begleiten sollte und ihm dabei klar wurde, wie unüberlegt seine Aktion doch gewesen ist und die Retourkutsche nicht lange auf sich warten ließ.

Umso amüsanter war es daher eigentlich, dass Simon doch noch dafür sorgen konnte, dass sein Vorhaben gelingt und er dabei auch begriffen hat, so etwas nicht ewig zu planen, um jemanden zu verunsichern, sondern den richtigen Moment dafür abzupassen. Zudem bin ich auch sehr froh, dass die Camden-Eltern sich diesmal sehr im Hintergrund gehalten haben und nicht versucht haben, als Vermittler zu fungieren.

Wahre Freundschaft

Sobald Mrs. Bink einen Auftritt in einer Episode hat, kann man davon ausgehen, dass es zum einen lustig wird und dass man zum anderen so etwas wie Herzschmerz verspürt, weil man ihre Beweggründe verstehen kann. Als es mir das erste Mal so erging, ging es darum, dass sie ein Problem damit hatte, um Hilfe zu bitten. Dieses Mal macht sie eine ihrer Freundinnen darauf aufmerksam, dass es nicht schlimm ist, um Hilfe zu bitten und wie wichtig Vertrauen in einer Freundschaft ist.

Zugegeben, ist Mrs. Bink manchmal ganz schön herrisch, wenn es darum geht, ihren Willen zu bekommen. Diesmal hatte sie allerdings wieder sehr berechtigte Gründe, bei denen man ihr ihre Art verzeiht. Denn als sie erfahren hat, dass ihre Freundin freiwillig in ein Seniorenheim zieht, konnte sie das gar nicht fassen und war der felsenfesten Überzeugung, dass etwas nicht stimmt. In gewisser Weise kann bzw. konnte man auch das Verhalten von Mrs. Hinkle verstehen. Wer will denn schon freiwillig zugeben, dass einem das Seniorenheim nicht gefällt, obwohl man es selbst einmal vorgeschlagen hat? Dazu kommt natürlich auch noch das Gefühl, bei der Erziehung der eigenen Kinder versagt zu haben. Das war nämlich der ausschlaggebende Punkt, der Mrs. Hinkle überhaupt erst dazu bewogen hat, ihr Haus verkaufen zu wollen.

Ein bisschen enttäuscht war ich von Eric, da er sonst immer den richtigen Riecher dafür hat, wenn etwas in den falschen Bahnen läuft. Doch diesmal braucht er ungewöhnliche lange, bis er begriffen hat, dass Mrs. Bink vollkommen richtig mit ihren Vermutung liegt. Und wieder einmal muss ich zugeben, dass man sich solch eine Freundin wie Mrs. Bink einfach nur wünschen kann. Mir gefiel ihre forsche Art, wie sie ihrer Freundin klar machte, die Wahrheit wissen zu wollen und sie das Recht dazu hat. Ich denke, genau das war es, was Mrs. Hinkle benötigt hat, um ihren Kindern ihren Standpunkt klar zu machen und dafür zu sorgen, dass diese ihr Leben endlich selbst in die Hand nehmen. Allerdings könnte das aber auch bedeuten, dass es nun zum (vorläufigen) Bruch zwischen Mutter und Kindern gekommen ist. Dennoch freue ich mich, dass man einige tolle Momente zwischen beiden älteren Frauen gesehen hat, die man hoffentlich beibehalten wird.

Verdacht auf Bulimie

Es ist ja bekannt, dass Teenager nicht selten an einer Essstörung leiden, weil sie sich zu dick finden. Aber ob eine solche besser als die Wahrheit ist, wage ich noch immer zu bezweifeln. Lucys Mitschülerin Shelby ist diesen Weg gegangen und ließ es über sich ergehen, dass sich das Gerücht verbreitet, sie leide an Bulimie. Zum Glück steckte etwas vollkommen anderes dahinter, was man besser in den Griff bekommt, als diese heimtückische Krankheit. Dennoch ist es erschreckend, wie schnell solch ein hartnäckiges Gerücht bestehen bleibt.

Gerade bei Lucy hatte ich gedacht, sie würde in dieser Situation anders reagieren, doch auch sie war der Überzeugung, Shelby leide an Bulimie. Jedoch muss man ihr zugute halten, dass sie dem Mädchen zumindest helfen wollte, auch wenn es nicht machbar gewesen wäre und wie Annie schon sagte, man sehr viel sensibler hätte sein müssen. Aber ich denke, dass wird sie von ihrer Mutter noch lernen. Es war zumindest sehr toll von Annie, sich Shelby anzunehmen und so erfuhr man letztlich auch, dass es bei dem Mädchen zu Hause nicht genügend zu Essen gibt. Für ein Teenager ist das viel schlimmer, als an einer Essstörung zu leiden. Ich bin mal gespannt, ob es irgendwann noch einmal zur Sprache kommen wird, dass Shelbys Mutter nicht ausreichend Geld für genügend Essen bekommt. Auf jeden Fall hat diese Geschichte wieder einmal gezeigt, wie wichtig Vertrauen und Zuspruch ist, um zur Wahrheit stehen zu können.

Fazit

Diese Episode konnte vor allem durch viele Charaktermomente überzeugen. Insbesondere Lucy konnte erkennen, wie wichtig es ist, sensibel gegenüber seinen Freunden zu sein und auch Eric musste erkennen, wie sinnvoll es manchmal ist, auf andere zu hören, um einer Sache auf den Grund zu kommen.

Daniela S. - myFanbase

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