Bewertung: 9

Review: #3.07 Koma-Mann & Sohn

Es tut der Serie gut, sich ein wenig von dem medizinischen Sensationismus abzuwenden, auch wenn hier und da natürlich nicht darauf verzichtet werden kann. Doch vielmehr scheinen die Drehbuchschreiber erkannt zu haben, dass gute Geschichten sich nicht in 42 Minuten abhandeln lassen.

Tritter vs. House – Runde 3

Obwohl unsere beiden dickköpfigen Streithähne dieses Mal nicht direkt aufeinander getroffen sind, verfolgt Tritter noch immer hartnäckig sein Ziel, House aus dem Verkehr zu ziehen. Nachdem Wilson nicht auf seine Einschüchterungsversuche hereingefallen ist, versuchte er es nun bei House' Team. Natürlich ohne Vorwarnung und mit ein paar psychologischen Tricks, die – vorerst – jedoch bei keinem der drei Ärzten ziehen. Noch stehen Foreman, Chase und Cameron voll hinter ihrem Chef, auch wenn ihnen klar wird, dass sie eigentlich gar keinen Grund dazu haben. Aber wie lange hält die Loyalität? Tritter fährt alle Geschütze auf, die das Gesetz ihm zur Verfügung stellt. Und wenn man mit Worten nicht weiter kommt, dann geht man eben den nächsten Schritt. Das muss der eh schon arg gebeutelte Wilson am eigenen Leibe spüren. Tritters Verhalten finde ich ein wenig überzogen. Er friert Wilsons Konto ein und hofft so, dem Arzt doch noch ein Geständnis zu entlocken. Tritter hat sich in den Fall verbissen und ich frage mich ernsthaft, ob er überhaupt nachts noch ruhig schlafen kann. Das grenzt ja fast schon an Obsession. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt, wer aus dem Team zuerst umfallen wird. Ich glaube nicht, dass Tritter schon am Ende seiner Möglichkeiten angelangt ist. Das eingefrorene Konto ist erst der Anfang. Er hat sicher noch einiges in der Hinterhand, um House aus der Reserve zu locken.

"Alle Menschen lügen."

Diesen Satz haben wir doch schon einmal gehört! Nein, dieses Mal stammt er ausnahmsweise nicht aus dem Munde von Menschenfeind House. Es scheint so, als wären sich Tritter und House doch ähnlicher, als beide zugeben möchten. Sie sind beide stur, eigensinnig, nachtragend und halten nicht viel von ihren Mitmenschen. Kein Wunder also, dass die beiden nicht miteinander klar kommen. Der Streit zwischen ihnen wird so lange weitergehen, bis einer daran zerbricht. Fragt sich nur, wen es treffen wird.

Roadtrip

Noch hab ich nicht ganz verstanden, warum der Koma-Typ (Gabriel) überhaupt aufgewacht ist. Eine medizinische Sensation, die im Laufe der Folge zu einer Nichtigkeit degradiert wird. Während man im Princeton Plainsboro um das Leben eines fast-noch-Teenagers kämpft, fahren Wilson, House und Gabriel nach Atlantic City, um Antworten zu bekommen und das Leben zu feiern. Das Frage-und-Antwort-Spielchen dient House zwar dazu, mehr über seinen Patienten in Princeton zu erfahren, dem Zuschauer vor dem Fernseher gibt es jedoch mal wieder Einblicke in eine gebrochene Seele. Anscheinend erging es House in seiner Kindheit nicht sonderlich gut, warum sonst wünschte er sich von seinem Vater endlich etwas Anerkennung? Schade, dass man das Thema hier nur ganz oberflächlich anreißt. Es wäre interessant, mehr über House' seelische Abgründe zu erfahren, denn eins ist klar geworden: House ist kein gefühlskalter Egoist. Das beweist vor allem die Szene, als er Wilson bittet, das Zimmer zu verlassen, während er mit Gabriel bespricht, wie dieser sich am besten umbringen kann. House weiß, dass er die Freundschaft zu Wilson in letzter Zeit sehr strapaziert hat und möchte kein Risiko eingehen, dass diese, manchmal abstruse, Männerfreundschaft komplett in die Brüche geht. Dass auch Wilson nicht an so etwas interessiert ist, zeigt er dann, als er sich und House ein Alibi verschafft, während Gabriel sich das Leben nimmt, um das seines Sohnes zu retten.

Fazit

Die Folge brilliert nicht durch den medizinischen Fall. Auch nicht durch übermäßig spannende Szenen. Es sind die kleinen, ruhigen Momente, in denen House plötzlich selbst still und nachdenklich wird. In denen er zeigt, dass er die Freundschaft zu Wilson schätzt und in denen er sich ein wenig öffnet. Großes Lob an die Drehbuchautoren, die uns glaubhafte Figuren und interessante Charaktere präsentieren. So kann es ruhig weitergehen.

Melanie Brandt - myFanbase

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