Bewertung: 9

Review: #5.11 Die Party

Foto: David Duchovny, Californication - Copyright: Paramount Pictures
David Duchovny, Californication
© Paramount Pictures

Hank entscheidet sich nach all seinem Unglück wieder zurück nach New York zu gehen. Beruflich fehlt ihm die Perspektive, privat eckt er auch immer nur überall an und da er sich von Charlie weiter fern hält, gibt es tatsächlich nichts mehr, was ihn in Kalifornien halten würde. Das sind doch perfekte Voraussetzungen für ein beliebtes Stilmittel, um die Geschichten richtig aufzumischen. Eine (Abschieds-)party.

I'm reasonably certain that I'm not gonna have sex with you.

Hank kann es natürlich nicht lassen und spielt Lizzy gegenüber ganz den Charmeur, als er sie in der Bar trifft und auf Charlie anspricht. Da er ihren Hintergrund kennt, macht er aber auch deutlich, dass er nicht zwischen die Fronten geraten will. Was zunächst ziemlich witzig ist, weil diese Aussage im Prinzip eher dazu führt, doch mit der Frau im Bett zu landen, ist eine Art Auftakt für den "guten" Hank. Die Party überrascht ihn natürlich wirklich, bietet für ihn dann aber genug Möglichkeiten, sich aufrichtig zu verabschieden und endlich mal nur das Richtige zu tun. Das fängt schon bei Richard Bates an, den er mit Gabriel erwischt. Die Serie weiß wirklich immer wieder, noch skurriler zu werden. Das Gespräch zwischen Hank und Richard war jedenfalls herrlich, weil sie sich beide nichts nehmen. Hank hat natürlich nur das Wohl von Karen im Sinn und hält eine kleine Ansprache, die Richard mit seiner derzeitigen Suchtsituation abweist, aber Hank hat schon recht und auch die richtigen Worte gewählt. Dass Richard dann Hank in Karens Arme schickt, ihn aber vor Aktionen warnt, ist ebenso nachvollziehbar. Und auch wenn Hank sich angegriffen fühlt, Richards "How is this weird" hat gesessen und als Zuschauer konnte man sich köstlich amüsieren.

Hank wird dann noch besser, denn er kümmert sich wirklich um Karen und ist als Zuhörer für sie da. Hier spürt man sofort, wie wunderbar die Chemie zwischen den beiden ist und wie sehr man sich über den Kuss freut und insgeheim hofft, dass es wieder was wird. Mindestens genauso erfreut war ich aber darüber, dass Hank so aufrichtig ist und die Chance nicht nutzt, sondern Karen abwehrt und ihr einfach nur ein Freund ist, obwohl er selbst am meisten darunter leidet. Das sind Qualitäten, die ich bei Hank zu oft vermisst habe. Hier punktet er aber ordentlich damit. Und natürlich wird es noch besser.

She walked in on me, I had to hide.

Als Kali und Tyler verschwunden sind, ahnt Hank sofort, dass genau das eingetreten sein könnte, was er schon länger hat kommen sehen. Die Anziehungskraft der beiden wurde in der Episode ja hinreichend angedeutet. Dass Tyler erst mal mit einem Spruch reagiert, war wirklich herrlich und passend. Leicht unerwartet aber sehr dreist war seine Attacke auf Hank. Das Problem dabei war nur, dass er absolut recht hatte. In der Prügelei ist Hank dann wahrscheinlich auf in erster Linie auf sich selbst sauer gewesen. Dass er seine Tochter in der Form verteidigt, ohne ihr die Wahrheit zu sagen, passt auch wieder sehr gut. Die Autoren haben bezüglich Hank in dieser Episode auch wirklich alles richtig gemacht. Endlich konnte ich jede einzelne Aktion von Hank mal wieder wirklich nachvollziehen. Interessant dürfte hier vor allem sein, was das nun für Becca und Tyler bedeutet, denn Becca ahnt gewiss, dass Tyler mit einem triftigen Grund von ihrem Vater attackiert wurde.

What's the difference between one Blow Job and two Blow Jobs

Neben dem ganzen Drama rund um Hank spielt natürlich auch das Gespann Marcy, Charlie, Lizzy und Stu eine wesentliche Rolle und macht hier enorme Schritte. Charlie gerät aber auch immer an Frauen, die erst mal vor allem ihre eigene Karriere im Sinn haben. Wer kann es Lizzy aber auch verdenken. Objektiv gesehen hat eine Beziehung mit Charlie wirklich wenig Zukunft und so attraktiv ist der Glatzkopf ja nun auch nicht. Die Dreistigkeit ist allerdings schon wirklich heftig. Lizzy macht überhaupt keine Hehl daraus, dass sie sich quasi nach oben schläft. Und wenn ich hier schon auf der Attraktivität von Charlie rumhacke, dann muss man auch erwähnen, dass Stu da nicht wirklich ein Schritt nach vorne ist. Allerdings ist er natürlich in einer höheren Position und so nimmt Lizzy das eben mit. Für Charlie ist das natürlich heftig, verliert er quasi die zweite Frau an Stu. Viel schlimmer ist aber noch sein hoffnungsloses Wimmern, als er Lizzy als seine wohl letzte Chance auf die große Liebe bezeichnet. Das ist schon ganz schön traurig. Lizzys Antwort ist dann heftig aber wahr. Was soll sie denn mit Charlie, wenn ihr letztlich alle Türen offen stehen. Im Endeffekt war das abzusehen.Für Charlie tut es mir ein Stück weit leid, aber eigentlich hat er sich das alles selbst zuzuschreiben.

Vielleicht ist die Tür zu seiner eigentlichen Liebe Marcy ja wieder ein Stück weiter geöffnet. Immerhin spürt diese, dass mit Stu etwas nicht stimmt, weil sie unverhältnismäßig lange keinen Sex mehr hatten. Auch ihr Forcieren bringt gar nichts. Man kann sich gut vorstellen, wie frustrierend es sein muss, dass ein Mann sich offenbar nicht mehr so zu seiner Frau hingezogen fühlt und keine Erklärung dafür parat hat. Er hätte ja wenigstens behaupten können, dass die Arbeit derzeit sehr stressig ist. Naja, sollte das noch länger anhalten, wird Marcy sicherlich unangenehmere Fragen stellen oder Nachforschungen betreiben, die für Stu nichts Gutes bedeuten.

Fazit

Interessanterweise spielen die neuen Charaktere der Staffel in der Tat nur eine Nebenrolle bei dieser Abschiedsparty, die wie schon in den Staffeln davor zu einer großen Zusammenkunft mit viel Handlungsfortschritt sorgt. Da es sowohl komödiantisch als auch dialogtechnisch wieder keine offenen Wünsche gibt, bin ich doch sehr glücklich und bereit, mal wieder die höchste Punktzahl zu verleihen.

Emil Groth - myFanbase

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