Bewertung

Review: #2.11 Was ist bloß mit Whitney los?

Foto: Smallville - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Smallville
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Als Lana Lang am Ende der letzten Folge weinend in Clark Kents Arme fiel, weil ihr Ex-Freund Whitney Fordman während eines Militäreinsatzes verschwunden ist, hatte man schon eine böse Vorahnung. Nun widmet man sich in dieser Folge erstmals seit dem Finale der ersten Staffel noch mal detaillierter dieser Figur und verabschiedet den ehemaligen Hauptdarsteller Eric Johnson.

Abseits der Rückblicke haben bisher alle Folgen die Handlung der Hauptfiguren in Smallville oder Metropolis verfolgt. Nun machen wir erstmals einen deutlichen Ortswechsel und begleiten Whitney bei seinem Einsatz in Indonesien. Diesen Stilwechsel merkt man deutlich, auch an der Farbgebung dieser Szenen. Es ist durch die Kampfhandlung in Sepia-Tönen eine deutlich angespanntere Bildsprache, wogegen die Smallville High School mit ihren leuchtend bunten Farben einen extremen Kontrast darstellt. Es zeigt aber auch, dass für Lana, Clark und ihre Freund*innen das Leben weitergeht, während Whitney in einer komplett gegensätzlichen Situation ist. Dass Clark gegenüber Lana dann auch noch davon spricht, dass sie ruhig ein bisschen Spaß haben könne, weil Trübsal blasen Whitney auch nicht schneller zurückbringen würde, klingt dann doch sehr unsensibel, wenn man betrachtet wie herzzerreißend sie nur kurz davor noch in seinen Armen geweint hat. Irgendwie geschieht es Clark da recht, dass Whitney just in dem Moment uniformiert den Schulkorridor entlang kommt, zielstrebig auf Lana zu, die ihm erleichtert in die Arme fällt. Entsprechend fand ich es auch richtig, dass Jonathan seinem Sohn den Kopf wäscht, der seiner Ansicht nach Whitney gegenüber nicht genug Respekt zeigt, nur weil seine Gefühle wegen Lana verletzt wurden.

Gleichzeitig steht Lana unter erheblichem emotionalem Druck. Einerseits hatte sie einige Wochen zuvor per Video-Nachricht mit Whitney Schluss gemacht, anderseits freut sie sich riesig, dass er unversehrt zurückgekehrt ist. Man kann ihr die Erleichterung deutlich ansehen. Als Whitney jedoch vorgibt, nicht zu wissen, dass Lana sich von ihm getrennt hat, weil er durch einen Angriff an Erinnerungslücken leidet, bringt sie es nicht übers Herz, noch einmal mit ihm Schluss zu machen. Zumindest nicht in diesem Moment... Immerhin hat sie mit Chloe Sullivan jemanden, mit dem sie darüber reden kann.

Whitney hingegen scheint mit einer besonderen Form der posttraumatischen Belastungsstörung zurückgekommen zu sein. Sein Wutausbruch verbunden mit seiner neu gewonnen Stärke lassen ihn sehr bedrohlich wirken. Gut, dass Clark auch über die ein oder andere Fähigkeit verfügt, um ihn in Schach zu halten, sollte es drauf ankommen. Was mir aber überhaupt nicht gefallen hat, waren diese Besitzansprüche Whitneys gegenüber Lana. Sie darf doch wohl selbst entscheiden, mit wem sie ihre Zeit verbringen möchte – freundschaftlich oder auch darüber hinaus. Und auch wenn er es ihr nicht direkt sagt, sondern quasi Clark ausrichtet, klingeln da gleich alle Alarmglocken. Dass er es dann gegenüber Lana auch noch komplett andersrum darstellt, macht einen sprachlos. Dabei ärgert es mich aber auch, dass Lana Whitneys Wort über Clarks stellt. Wie Whitney sich dann aber auch weiterhin ihr gegenüber verhält, sollte doch auch ihr die Augen öffnen, dass etwas nicht stimmt. Was dann aber letztlich die Auflösung des Ganzen ist, habe ich so tatsächlich nicht kommen gesehen. Ich hatte noch angenommen, dass vielleicht einer von Whitneys Kameraden seine Rolle angenommen hat, wobei ich mich dann gefragt hätte, wie grünes Meteoritengestein nach Indonesien kommt, um diese Verwandlung möglich zu machen. Aber mit der Rückkehr der Lana-stalkenden Tina Greer (Lizzy Caplan) habe ich wirklich nicht gerechnet. Leider bedeutete das aber auch, dass die kurze Andeutung des auftauchenden Militärangehörigen wahr war, dass Whitney im Einsatz verstorben ist. Dem Charakter eine Abschiedsfolge zu widmen, war an sich eine schöne Idee, aber so bleibt dieser letzte Eindruck des besitzergreifenden, brutalen Whitneys, auch wenn er es letztlich nicht war, irgendwie doch im Kopf hängen.

Für Lex Luthor sollte sich derweil eigentlich eine neue Beziehung mit Dr. Helen Bryce anbahnen, doch durch die Beschattung seines Vaters weiß er nun, dass Helen mit ihm in Kontakt stand und scheinbar auch eine Zahlung von Lionel Luthor erhalten hat. Irgendwie hätte man sich gewünscht, dass er eine unkomplizierte neue Liebe findet, aber immer steckt auch irgendwie der andauernde Wettstreit mit seinem Vater hinter allem. Was wäre wohl für ein Mensch aus Lex geworden, wenn er nicht ständig befürchten müsste, verraten zu werden? Es ist aber auch wieder typisch für ihn, dass er gar nicht erst Fragen stellt, sondern gleich den kompletten Background Check durchführen lässt und Helen mit seinen Schlussfolgerungen konfrontiert, als ein ernsthaftes Gespräch mit ihr zu führen. Natürlich geht er sofort davon aus, dass sie ihn belügen würde, immerhin hat sie auch das Treffen mit Lionel verschwiegen. Zumindest hat Clark Lex ein wenig ins Gewissen geredet und somit noch einmal die Tür geöffnet, dass es zur Aussprache zwischen Lex und Helen kommen kann. Als es dann schließlich zu einem Gespräch kommt, hat es mich beeindruckt, wie offen Lex ihr gegenüber war und wie verwundbar er sich gezeigt hat. Das hat noch einmal deutlich gemacht, wieviel ihm an Helen liegt. Deshalb war er vermutlich auch so enttäuscht, als sie anscheinend mit Lionel unter einer Decke steckte. Dass die beiden nun ihre erste große Krise gemeistert haben, bevor sie überhaupt richtig zusammen gekommen sind, zeigt zumindest, wie wichtig sie einander sind, dass sie die Beziehung nicht aufgeben, bevor sie ihr eine Chance gegeben haben. Es bleibt zu hoffen, dass sie über die Zeit noch mehr von dem sanfteren, gutmütigen Lex hervorlockt. Man hat ja gesehen, wieviel alleine schon Clark in Lex' Leben verändert hat.

Ein kurzer, wenn auch sehr interessanter Moment war noch die Szene mit dem Raumschiff im Sturmkeller der Kents. Es hat Clark geholfen, vielleicht sogar gerettet, indem es das grüne Meteoritenstein neutralisiert hat. Genauso wie es den kleinen Clark beschützt hat, bis er auf der Erde gelandet ist, scheint es auch jetzt noch ohne Schlüssel aktiviert werden zu können, wenn Clark in Gefahr ist. Verständlich, dass Clark daraufhin in den Höhlen nach weiteren Hinweisen gesucht hat. Seine Suche nach Erklärungen und sein Wunsch, mehr über seine Wurzeln zu lernen, werden wohl noch das große Thema dieser zweiten Staffel und ich bin gespannt, auf welchen Höhepunkt wir in Richtung des Finales zusteuern.

Fazit

Whitney Fordman wurde eine Abschiedsfolge gewidmet, die aber einen bitteren Beigeschmack behält. Dennoch kommt man nicht umhin die Nebenhandlungen rund um Lex' Charakterentwicklung oder Clarks Verbindung zu seiner Herkunftsgeschichte zu loben. Diese zusammenhängende Handlung macht Staffel 2 einfach soviel besser als noch die erste und tröstet dann sehr gut über kleinere Schwächen im Charakterverhalten oder den Fällen der Woche hinweg.

Catherine Bühnsack - myFanbase

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