Review: #2.06 Ich atme ein, die Jugend dein!
"Smallville" bleibt seinem Schema treu und konzentriert sich weiter auf die "Freak of the Week"-Geschichten. Diesmal sorgt die mysteriöse spontane Alterung von Schülern an der Smallville High School für Aufsehen. Doch man merkt in Staffel 2 bisher deutlich, dass man auch darüber hinaus die Handlung weiter treiben möchte und so werden hier zwei neue Storylines angestoßen.
Da musste ich doch tatsächlich zweimal hingucken. Erstmal habe ich gewisse "Clueless"-Vibes gespürt, als ich dachte, die Cheerleaderin Chrissy Parker sei von Alicia Silverstone gespielt worden. Tatsächlich handelte es sich aber um den spätere "Psych"-Star Maggie Lawson. Mir war nie zuvor aufgefallen, wie extrem ähnlich sich die beiden sehen. Und wer weiß, vielleicht haben sich die Casting Directors von "Smallville" das damals auch gedacht. So oder so war diese Rolle für Serienfans nicht das einzige bekannte Gesicht in dieser Episode. Auch das erste Opfer, der Schwimmer Troy Turner, wurde von Jesse Hutch gespielt und damit von einem Schauspieler, den wir heute nicht nur aus "Cedar Cove" oder zuletzt "Crossroad Springs" kennen, sondern der auch in "Batwoman" oder "Arrow" dem DC-Universum weiter treu geblieben ist. Es ist immer wieder amüsant beim Anschauen dieser älteren Serien, Auftritte von Schauspieler*innen zu sehen, die erst später ihren Durchbruch feiern durften.
Ich fand es etwas verwunderlich, in wie wenig Szenen Maggie Lawson letztendlich zu sehen war, immerhin war sie die Schurkin dieser Folge. Da haben wir in Staffel 1 schon deutlich stärkeren Fokus auf die Gastrollen gehabt, die die "Freak of the Week"-Geschichte prägen. Doch hier ist diese Handlung fast schon nebensächlich gewesen und der Tod zweier Schüler und der Angriff auf den neuen Schulleiter Reynolds quasi eine gewisse Normalität in Smallville, über die man in einigen Nebensätzen hinweggehen kann. Das stößt mir tatsächlich schon seit Beginn der Serie auf, als wie normal diese Vorfälle abgetan werden. Selbst Chloe Sullivan (Allison Mack), die aus Reporterinnen-Sicht versucht, die Zusammenhänge aufzudecken, scheint immer wieder ohne großes Mitgefühl über die Taten hinwegzugehen, um die Ursache zu finden.
Während mir dieser Teil der Geschichte diesmal also gar nicht zugesagt hat und ich wohl immer mit einem kritischen Blick auf diese Procedural-Handlungen blicken werde, hat es mir diesmal gut gefallen, dass man der Haupthandlung ein paar Abzweigungen gegeben hat. Nachdem die Freundschaftsbeziehung von Clark Kent (Tom Welling) und Lana Lang (Kristin Kreuk) zuletzt aufgrund von Clarks Geheimnisses und Fehlverhalten stark gelitten hat, dürfen sich die beiden diesmal miteinander anderen Überraschungen in ihren jeweiligen Leben widmen. Lana findet alte Fotos ihrer Mutter, die sie kurz vor ihrer Geburt mit einem anderen Mann als ihrem Vater zeigen. Und Clark lernt seinen Großvater mütterlicherseits kennen und damit auch mehr über die Vergangenheit seiner Eltern.
Als Lana das Datum auf der Rückseite des Fotos entdeckt, dass nicht nur kurz vor ihrer Geburt liegt, sondern auch zu einem Zeitpunkt, als ihre Eltern bereits verheiratet waren, war klar, dass ihr das keine Ruhe lässt. Als Kind neigt man ja oft dazu, seine Eltern zu idolisieren und in Lanas Fall, die ihre Eltern schon so früh und schicksalhaft verloren hat, wird das auch immer wieder deutlich. Dazu kommt, dass ihre Tante Nell Potter (Sarah-Jane Redmond) wohl die Vergangenheit ruhen lassen möchte und daher nur einige schöne Geschichten über Lanas Eltern erzählt hat, um Lana darin zu bestärken, dass diese sie über alles geliebt haben. Solange Lana noch ein Kind war, war das sicherlich auch der richtige Weg, um irgendwie das Trauma zu bewältigen. Doch Lana ist inzwischen eine junge Frau, die zuletzt auch mit der Leitung des Talon unter Beweis gestellt hat, dass sie viel stärker ist, als viele von ihr angenommen haben. Da ist es nur verständlich, dass sie nun auch verstärkt ihre Wurzeln hinterfragt und umso enttäuschter ist, dass Nell ihr darauf keine Antworten gibt. Ich fand es daher nachvollziehbar, dass sie Lex Luthor um Hilfe bittet, mehr über den Mann auf dem Foto herauszufinden. Ich bin gespannt, ob sich tatsächlich herausstellt, dass Lanas biologischer Vater noch lebt oder ob sie sich hier nur eine Geschichte zusammen spinnt, weil sie verzweifelt auf der Suche nach Antworten ist. Ob es sich tatsächlich um Pandoras Schachtel handelt, die von Lex heraufbeschworen wurde? Vielleicht sollte man die Vergangenheit doch manchmal ruhen lassen?
Auch Clark beginnt seine Wurzeln zu hinterfragen, als die Familie mal wieder mit Geldsorgen zu kämpfen hat und Martha Kent (Annette O'Toole) dabei ihren Vater William Clark (George Coe) ins Spiel bringt. Einerseits finde ich es bemerkenswert, dass Martha wohl ihren Sohn nach ihrem Mädchennamen und damit nach ihrem Vater benannt hat, obwohl sie kein gutes Verhältnis mehr haben, andererseits ist es spannend zu sehen, dass die liebevollen Kents auch so einige Probleme innerhalb der Familie haben. Ich kann Jonathan Kent (John Schneider) aber durchaus verstehen, dass ihn damals die Wut gepackt hat, als sein Leben als Bauer von Marthas Vater so herabgewürdigt wurde. Wir kennen ihn als sehr aufrichtigen und anständigen sowie hart arbeitenden Mann und dann so respektlos behandelt zu werden, von jemandem, der eigentlich zur Familie gehören sollte, muss sehr hart gewesen sein. Manche Menschen können aber auch einfach sehr stur sein - und hier treffen mit William und Jonathan gleich zwei solche Charaktere aufeinander. Da muss selbst Clark erkennen, dass sich da nichts machen lässt, solange die beiden Männer nicht selbst einen Schritt aufeinander zugehen. Immerhin ist William das Schicksal der Familie seiner Tochter nicht vollends egal, sonst hätte er wohl nicht den Scheck dagelassen, den sie im Notfall jederzeit einlösen können. Einen faden Beigeschmack hatte es aber dennoch, dass die Kents den Kontakt auch deshalb so lange nicht wieder aufgenommen haben, weil sie Marthas Vater mit Clarks Fähigkeiten nicht vertrauen konnten.
Ein weiteres neues Gesicht gab es in dieser Episode - den bereits angesprochenen Schulleiter Reynolds (Richard Gant). Nach Schulleiter Kwans (Hiro Kanagawa) Tod übernimmt er nun das Ruder in der Smallville High und führt sofort strengere Maßnahmen ein, um die Schülerschaft nach den mysteriösen Todesfällen besser unter Kontrolle zu bekommen. Während er überraschenderweise auch Clark direkt auf dem Kieker hat – was vor allem durch dessen Freundschaft mit Lex zustande kam, den er noch aus seiner Vergangenheit kennt – , scheint er dennoch eine gewisse Mentalität des Förderns durch Fordern zu vertreten. Er weiß, dass in Clark viel mehr Potential steckt, auch wenn er dessen Geheimnis nicht kennt. Damit löst er aber in Clark letztendlich aber auch etwas aus, dessen Leben sich bisher vor allem darum drehte, seine Fähigkeiten unter Kontrolle zu behalten. Nun stellt er sich erstmals die Frage, wie seine Zukunft aussehen könnte und was ihn außer seiner Superkräfte ausmacht. Hier neben seinen Spielereien bei der Schülerzeitung erstmals eine Andeutung des zukünftigen Clark Kent zu bekommen, der Spaß an der Recherche von Hintergrundgeschichten hat, war ein sehr schöner Moment.
Fazit
Der Fall der Woche konnte diesmal leider nicht überzeugen, dabei hatte man mit Maggie Lawson eine aufstrebende junge Schauspielerin an Bord, die später noch mit "Psych" Karriere machen würde. Stattdessen haben wir mehr über die Familie Kent erfahren und Lana hat einen Stein ins Rollen gebracht, der mehr über ihre Vergangenheit ans Licht bringen könnte. Diese Entwicklungen stimmen mich versöhnlicher.
Catherine Bühnsack - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: ReduxErstausstrahlung (US): 29.10.2002
Erstausstrahlung (DE): 22.11.2003
Regie: Chris Long
Drehbuch: Russel Friend
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