Bewertung: 7

Review: #10.13 Die Bestandteile des Bäckers

Foto: David Boreanaz & Emily Deschanel, Bones - Copyright: 2015 Fox Broadcasting Co.; Jordin Althaus/FOX
David Boreanaz & Emily Deschanel, Bones
© 2015 Fox Broadcasting Co.; Jordin Althaus/FOX

Was macht einen guten Menschen aus? Das war wohl das Leitmotiv der Folge. Und eine wirkliche Antwort haben wir nicht bekommen. Gut und Böse lässt sich eben nicht einteilen wie schwarz und weiß, die meisten Menschen leben ihr Leben in verschiedenen Grautönen. Niemand schafft es, nur gut zu sein und das Richtige zu tun. Und darüber reflektieren einige der Charaktere.

"You're good. You should do this for a living."

Da schafft man es gerade so, einem Mörder zu entkommen, nur um auf einem Militärübungsgelände in die Luft gejagt zu werden. Ein explosiver Start für einen ganz interessanten und vor allem überraschenden Mordfall. Grundsätzlich scheint der Fall erstmal ziemlich simpel zu sein. Ein Ex-Häftling, der nach dem Knast ein neues Leben beginnen möchte, dann aber doch wieder auf die schiefe Bahn gerät. Solchen Geschichten wird sich gerne bedient. Hier schafft es "Bones" jedoch mit einem ziemlichen Plottwist aus dem Schema F auszubrechen.

Zunächst einmal hat es mich sehr gefreut, Booth und Aubrey in Action zu erleben, die beiden geben echt ein amüsantes Duo ab. Die Kulisse in dem alten Fabrikgebäude war wirklich überzeugend für einen Tatort, komplett mit blutigem Boden und Hautstücken, die auf einer Leine hängen. Spätestens da war ich schon etwas verblüfft. Viel mehr als weitere Hinweise oder den Mörder hätte ich nicht erwartet. Und es wird noch eins draufgesetzt, mit den weiteren Leichen im Ofen. Diese Szene schrie fast ein wenig nach einem neuen Serienkiller. Und doch war es letztlich "nur" der Manager Rockwell. Da habe ich mich wohl zu früh auf einen neuen und mehrere Episoden andauernden "Bones"- Killer gefreut. Nun, man kann nicht alles haben.

"The thought of choosing between the people I love - it's impossible."

Diese Episode legte ihren Fokus auf Arastoo und Cam und auf den Parallelen zwischen Booth und dem Opfer. Daher blieb nicht allzu viel Zeit für Szenen zwischen den anderen Charakteren, trotzdem schaffte man es, einige lustige Momente einzubauen, wie zum Beispiel Aubreys Liebe für Take-Away-Food, oder ein altbekanntes "King of the Lab".

Durch den Fall wurde noch einmal Bezug auf Booths Gefängnisaufenthalt zu Staffelbeginn genommen, was in den letzten Folgen eher in den Hintergrund getreten ist. Es wird dadurch aufgezeigt, wie sehr ihn diese Zeit geprägt hat. Booth hat mehr als nur einen kurzen Blick auf die andere Seite geworfen und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass er das Opfer verteidigt. Nach seinen Erfahrungen weiß Booth, dass es Momente gibt, in denen man nicht so einfach zwischen Gut und Böse trennen kann. Und wieder ist es Brennan, die ihm in diesen Situationen Halt gibt. Ob sie nun das Foto von sich und Christine aus dem Müll fischt, das Booth im Gefängnis mit dabei hatte, oder ihm klarmacht, dass zwischen dem Opfer und ihm ein großer Unterschied besteht. Booth war unschuldig, Connor nicht. Und letztlich zeigen seine Intentionen, dass er einer der guten ist ist.

Während Booths Hadern mit seiner Vergangenheit eher dezent hineingespielt wurde, war das Hauptthema der Folge Arastoos anstehende Reise in den Iran. Da haben es die Serienmacher geschafft, wie aus dem Nichts ein dramatisches Dilemma hervorzuzaubern. Nachdem es in der Vergangenheit schon beim ersten Treffen mit Arastoos Eltern zu anfänglichen Differenzen kam, ist es wieder seine Familie, die für Probleme sorgt. Dieses Mal jedoch aus einem durchaus ersteren Grund.

"Bones" spricht gerne mal gesellschaftliche Themen an und gerade Arastoo bekommt häufiger Storylines über kulturelle Unterschiede, sei das nun seine Religion oder verschiedene Traditionen. Da Arastoo immer ganz cool und offen mit diesen Themen umgeht, sind diese Geschichten meistens ziemlich interessant und lange nicht so klischeelastig, wie sie es leicht werden können. In dieser Episode wurde der Schwerpunkt auf die politischen Verhältnisse im Iran gelegt, in dem es besonders für Arastoo als Exilant, ziemlich gefährlich ist. Ganz schön war es zu sehen, dass Brennan und Booth als Ansprechpersonen der beiden ausgesucht werden. Nicht wirklich verwunderlich, schließlich haben beide Erfahrungen in Krisengebieten gemacht, Booth aktiv im Krieg und Brennan als Anthropologin in den entlegensten Gebieten der Welt. Und auch ihre Antworten sind wohl ziemlich charakteristisch. Während beide betonen, wie gefährlich die Lage ist, versucht Booth Cam Hoffnung zu geben und vertraut Arastoo, während Brennan Arastoo ganz rational klar macht, dass er eine große Chance hat im Gefängnis zu landen und sich und Cam deswegen nichts vormachen sollte.

Diese Storyline war wohl die bis jetzt beste in der Beziehung von Cam und Arastoo. Von beiden Schauspielern überzeugend und mitreißend gespielt, konnte man sich ohne Probleme in beide Charaktere hineinversetzen. Und auch hier stellte sich die Frage: Was würde ein guter Mensch tun? Bei der Frau bleiben, die man liebt und mit der man sein Leben verbringen möchte, bei seinem Job, seinen Freunden, seinem Leben? Oder dem totkranken Bruder beistehen, im Heimatland, das man trotz allem immer noch vermisst? Den Mann, den man liebt von einer gefährlichen Reise abhalten, oder ihn bei seinem Vorhaben unterstützen? Ihre letztliche Wahl hat mich nicht wirklich überrascht und war meiner Ansicht nach sehr klug gelöst. Arastoo schien von Anfang an sehr sicher in seinem Entschluss, auch wenn es alles andere als einfach für ihn war, diese Entscheidung zu treffen. Und Cam hat trotz aller Einwände alles getan, um Arastoo zu helfen. Jetzt bleibt wohl abzuwarten, wie sich diese Geschichte entwickelt. Da ich Arastoo sehr gut leiden kann und die Beziehung der beiden gerne sehe, kann ich mich Cam nur anschließen. "Make sure you come back."

Fazit

Eine Folge mit einem anfangs eher durchschnittlichen Fall, der allerdings gegen Ende einen ziemlich spannenden Plottwist hatte. Bei Brennan und Booth kommt es zu keinen neuen Entwicklungen, dafür wird die Gunst der Stunde genutzt, um noch einmal die Geschehnisse vom Anfang der Staffel aufzugreifen. Dafür steht die Beziehung von Cam und Arastoo an einem Wendepunkt. Inzwischen haben wir die zweite Hälfte der zehnten Staffel erreicht und wir dürfen uns hoffentlich bald für neue Storyarcs bereit machen.

Denise D. - myFanbase

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