Bewertung: 7

Review: #10.11 Diesseits und Jenseits und nicht immer Real

Foto: TJ Thyne, Bones - Copyright: 2014 Fox Broadcasting Co.; Jeff Lipsky/FOX
TJ Thyne, Bones
© 2014 Fox Broadcasting Co.; Jeff Lipsky/FOX

Nachdem uns die 200ste Folge in die fünfziger Jahre, in eine anderen Realität entführt hat, kehren wir nun wieder in das Heute der "Bones"-Welt zurück. Dort erwarten uns zwar keine Juwelendiebe und wilde Verfolgungsjagden, dafür aber eine Teeparty, Wahrsager und ein sehr besonderes Geschenk.

Der Fall

Der Fall der Woche war nicht weltbewegend, andererseits fokussierte man sich auch eher auf das Privatleben der Charaktere, insofern kann man das ruhig verzeihen. Die erste Überraschung dürfte gewesen sein, dass die Episode nicht mit einem Leichenfund beginnt, sondern das übersprungen wird und das Ganze gleich im FBI Gebäude startet. Das bringt uns um einen sehr vielversprechend klingenden Leichenfund. Der Beruf des Opfers als Medium hatte letzten Endes unerwartet wenig mit dem Mord zu tun und war wohl eher eingebaut worden, um das Erscheinen von Avalon zu rechtfertigen, die in dieser Folge dadurch eine Hauptrolle spielen durfte. Insgesamt hätte ich mir von dem Fall mehr erwartet. Im Laufe der Ermittlungen haben sich so einige interessante Theorien ergeben, da war eine Beziehungstat und noch dazu ein Unfall letzten Endes etwas langweilig.

Ansonsten verfestigt sich der Trend, dass Aubrey die meisten der Befragungen übernimmt. Dabei stellt er sich - dank Avalons Hilfe - auch sehr souverän an. Wieder wird erwähnt, dass Aubrey einiges auf dem Kasten hat, diesmal einen Abschluss in Religion. Wer hätte gedacht, dass Booth nicht der einzige in der Serie ist, der die Bibel aus dem Kopf heraus zitieren kann.

Anders als in den anderen Folgen, kommt man diesmal nicht umhin, in Aubrey eine Art Ersatzfigur für Sweets zu sehen. Das fängt damit an, dass Booth ihn bei den Ermittlungen ziemlich schnell abwürgt und meint, was Sweets tun würde, was Aubrey nicht entgeht. Später teilen sich die beiden dann die Donuts, die ursprünglich mal für Sweets geplant waren. Da die Serienmacher ja klargemacht haben, dass es nicht ihr Anliegen ist, Sweets so einfach zu ersetzen, kann man diese Szene wohl so interpretieren, dass das Leben weitergeht. Und trotzdem bleiben die Ähnlichkeiten weiterhin da.

"He didn't make it to 30?" - "Yeah, but he made it to happy and that's pretty impressive, right?"

Wie bereits erwähnt konzentriert sich diese Folge mehr auf die privaten Handlungsstränge als auf den Fall. Zunächst einmal ist da Praktikant Fuentes, der das Jeffersonian Institute dafür benutzt, Medikamente nach Kuba zu schmuggeln. Zweifellos eine nette Geschichte, wirklich nützlich war sie allerdings nicht. Nachdem er gegen Ende der Folge ja wieder eingestellt wurde, hat sich letztlich nichts verändert. Vermutlich hat man da wohl einfach noch einen kleinen unbedeutenden Lückenfüller gebraucht.

Um einiges interessanter ist da unsere Haupthandlung um Sweets Geburtstag. Es freut mich, dass die Serie es geschafft hat, einerseits Sweets nicht einfach zu vergessen, wie es so häufig passiert und andererseits die ganze Geschichte nicht übertrieben dramatisch oder eintönig werden zu lassen. So findet sich eine gewisse Balance. Wir sehen das Team, hier exemplarisch Brennan und Booth, die durch eine Handymessage aus ihrem langsam wiedereinkehrenden Alltagstrott gerissen werden und sich nach wie vor sehr betroffen zeigen.

Ich muss gestehen, dass ich mit Avalon nicht allzu viel anzufangen weiß. Das liegt vermutlich daran, dass ich "Bones" als Crime-Serie schätze und die mystischen Elemente lieber in meinen Fantasy-Serien sehe. Trotzdem hat ihr Auftritt diesmal ganz gut hineingepasst. Natürlich hätte man das Buch auch einfach von Daisy finden lassen können - überhaupt hat mir Daisy in dieser Folge gefehlt. Aber "Bones" neigt nun einmal dazu, gerne in etwas spirituellere Ebenen einzutauchen, sei das nun in Gestalt von Geistern Totgeglaubter oder in den Nachrichten, die Avalon bei ihren Besuchen wiedergibt. Wie auch immer, Cindy Lauper spielt ihre Rolle gewohnt souverän und bringt im Laufe der Folge mehr als nur die Kissen in der Wohnung des Opfers durcheinander. Dadurch können wir eine sehr schöne Szene zwischen Angela und Hodgins erleben, die sich wie so häufig uneins über Avalons Begabung sind. Nach einer tiefsinnigen Ansprache von Angela, die sie ungewohnt wissenschaftlich gehalten hat, lässt sich Hodgins aber dann noch zumindest etwas überzeugen und lenkt ein mit einem "I love you about says it all".

"Dedicated to Temperance Brennan and Seeley Booth, the people who taught me that understanding, compassion and love are not just notions in a book. My life means more because I know you."

Hier kommt mein persönlicher Lieblingsteil der Episode. Es war eine wirklich schöne Idee, die Geschichte um Sweets Buch so zu beenden. Dem einen oder anderen dürfte vielleicht der Titel des Buches aufgefallen sein "Parts of the Whole", eine clevere Anspielung auf die 100. "Bones"-Folge (#5.16 The Sum of the Parts of the Whole). Die legte mithilfe von Sweets Dissertation den Grundstein für die romantische Beziehung von Brennan und Booth, auch wenn es in der eigentlichen Folge gar nicht danach aussah. Daher ist es nur gut und recht, dass das Buch nach ihrem Happy-End einen letzten Auftritt hat.

Die Widmung des Buches spiegelt gewissermaßen die Essenz von "Bones" wider. Eine Gruppe von Menschen, die nirgends so wirklich dazuzugehören zu scheinen, die eine schlimme Vergangenheit hatten und davon gezeichnet sind. Und trotz ihrer auf den ersten Blick sehr groß erscheinenden Unterschiede finden sie doch zueinander und werden zu einer Familie. Manchmal ist das Leben eben doch komplexer als die Psychologie es erklären kann.

Fazit

Christine und Buddy wollten eine Liebesgeschichte zu ihrer Teeparty, und da haben sie mit der Beziehung von Brennan und Booth ein Musterexemplar bekommen. Diese Folge hat von ihren persönlichen Momenten gelebt. Durch die Geschichte mit Sweets Geburtstag haben wir sowohl ein würdiges Ende für seine Dissertation bekommen, als auch einige Hinweise auf frühere Staffeln gesehen. Aktiv hat sich bei den Charakteren nicht allzu viel getan. Und so bleibt abzuwarten, ob diese Folge nun mehr oder weniger den Abschluss für die Sweets Storyline bildet und was für Entwicklungen sich in der zweiten Hälfte der Staffel ergeben werden.

Denise D. - myFanbase

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