Bewertung: 7

Review: #10.03 Der Unterleib des Unbeliebten

Foto: Emily Deschanel, TJ Thyne & Ignacio Serricchio, Bones - Copyright: 2014 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX
Emily Deschanel, TJ Thyne & Ignacio Serricchio, Bones
© 2014 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX

Nachdem in der letzten Folge #10.02 The Lance to the Heart der große Verschwörungs-Story Arc endlich gelöst wurde, geht es in dieser Folge darum, langsam wieder den Weg in Richtung Normalität anzutreten. Obwohl die Charaktere noch sichtlich von den Ereignissen gezeichnet sind, gelingt es "Bones" eine optimistische Folge im üblichen Stil aufzubauen. So gibt es einen interessanten, wenn auch nicht allzu tiefgängigen Fall und es wird viel Wert darauf gelegt, frühere Running Gags einzubauen, sei das nun Hodgins legendäres "King of the Lab", oder Brennan und Booths gemeinsamer Drink am Ende des Falles.

"Okay, I'll probably go to two shades of grey, but I'm not gonna be making it to fifty, I tell you that."

Ein verhasster Radiomoderator wird halb von Frettchen zerfressen aufgefunden. Einer der Verdächtigen ist ein Rassist, der das Opfer bedroht hat. Bei den jetzigen Vorfällen von rassistischer Polizeibrutalität in den USA stellt sich einem die Frage, ob das Thema rein zufällig aufgegriffen, oder ob es mit Bedacht gewählt wurde. Wie auch immer, die Serie schafft es, die Richtung des Falles dann noch einmal komplett zu ändern. Es dauert einige Zeit, bis das Team dahinter kommt, dass der Radiosprecher nicht gefoltert wurde - zumindest nicht so wie sie denken - sondern im S&M Bereich unterwegs war. Das beschert uns einige amüsante Szenen mit Brennan und Booth in der "Folterkammer" und die Erwähnung eines gewissen Romans, den die meisten heutzutage wohl automatisch mit diesem Thema verbinden werden.

"When you're treating me like crap, you're treating Sweets like crap, too!"

Nachdem er doch einer der Drehpunkte der Folge war, hat sich der Neuzugang eine eigene Kategorie eindeutig verdient. Ich muss sagen, dass es Aubrey bereits nach drei Folgen geschafft hat, sich bei mir mit in meine Liste an Lieblingscharakteren einzureihen, wobei ich bei "Bones" eigentlich gar nicht von Lieblingscharakteren sprechen kann, weil mir der ganze Cast gleich gut gefällt. Es fällt aber auch wirklich schwer, den sympathischen Charakter nicht sofort ins Herz zu schließen. Alleine schon sein Entsetzen über den Tatort war herrlich anzusehen, besonders da der Rest des Teams die ganze Szenerie so heruntergespielt hat und meinte, dass sie schon viel Schlimmeres gesehen hätten, was auch stimmt. Ich erinnere mich da noch sehr gut an die Leiche in der riesigen Schokoladentafel in #6.07 Die Schöne in der Schokolade.

Trotzdem hat Aubrey während des Falls ganz schön damit zu kämpfen, dass Booth ihm nicht traut, was man nachvollziehen kann, schließlich hatte dieser gerade in der letzten Zeit ziemlich schlecht Erfahrungen gemacht, unter anderem mit Angestellten des FBIs. Doch Aubrey lässt nicht locker und wagt es sogar, sich mit einem ziemlich angriffslustigen Booth anzulegen. Wer hätte gedacht, dass sich Aubrey so gegen Booth auflehnen kann. Sogar Booth selbst scheint darüber überrascht zu sein, vermutlich ist er gewohnt, dass die Leute das Weite suchen, wenn er sich direkt bedrohlich vor ihnen aufbaut und ihnen rät zu gehen, solange sie noch können. Doch Aubrey bleibt standhaft und schafft einen ziemlich coolen Abgang. Und schließlich hat er ja auch Recht. Sweets hat Aubrey selbst ausgewählt und vertraut und sie konnten sich auf sein Urteil immer verlassen.

Letztlich ist es aber doch wieder Brennan, die es schafft Booth zu überzeugen, dass Aubrey einer der Guten ist. Wie viel ihr daran liegt, dass Booth sich auf ihn einlässt, zeigt schon die Mühe, die sie sich macht, damit Aubrey sie perfekt im Verhör vertreten kann. Der ist sichtlich überrascht, als er tatsächlich mitdarf, nach all den Absagen, die er im Laufe des Tages bekommen hat und ist sehr bemüht, seine Sache gut zu machen. Einen schönen Abschluss bildet es dann, als Aubrey nach der Lösung des Falles abends bei Brennan und Booth auftaucht, um sich zu bedanken und Booth ihn zum Bleiben einlädt, auch wenn Aubrey nicht annimmt, um es nicht zu vermasseln. Damit dürfte Aubrey wohl offiziell ein Teil des Teams sein.

"You'll love it. It's called a B&B" - "Aw, you named it after us?"

Durch diese Folge scheint sich mein Verdacht zu erhärten, dass sich die Dynamik zwischen Brennan und Booth verändert hat und die beiden zur Zeit eher getauschte Rollen haben. Gerade in den ersten Staffeln war es Brennan, die sich gegenüber anderen verschlossen hat, um nicht verletzt zu werden, und es war Booth, der sie davon überzeugt hat, anderen Vertrauen zu schenken. Jetzt ist es genau anders herum. Booth ist es jetzt, der durch die Sache mit der Verschwörung seinen Glauben an das FBI verloren hat und nun ist Brennan da und versucht ihm aus dieser Krise zu helfen. Dass er das auch wirklich nötig hat, ist mehr als deutlich zu sehen, auch jenseits seines allüberfassenden Misstrauens. Booth kann nicht schlafen, geht nicht mehr in die Kirche, woran ihm früher sehr viel gelegen hat und er nimmt Brennan zur Befragung eines Verdächtigen mit, obwohl er sonst alles versucht hat, um sie davon abzuhalten zu gefährlichen Außeneinsätzen mitzukommen. Er kann nur noch der Familie vertrauen, aber Brennan weiß, dass das nicht genug ist.

Als Booth Aubrey, dank Brennans Hilfe, schließlich doch vertraut und die beiden den Fall lösen können, sehen wir am Ende der Folge fast schon wieder den alten Booth. Hier fällt der Kontrast zum Anfang der Folge auf. Da hatte Booth sich noch zwingen müssen, für Brennan ein Lächeln aufzusetzen und sie von ihrem Gespräch abzulenken, während er am Schluss mit ehrlich guter Laune für sie Drinks mixt. Diese nette, kleine Szene zwischen den beiden war wohl auch ein kleiner Wink an die Fans, schließlich werden Brennan und Booth in Fankreisen gerne als B&B abgekürzt.

Fazit

Es freut mich wirklich, wie gut die Serie bis jetzt mit dem Ausscheiden eines Hauptcharakters und der ganzen FBI Verschwörung umgegangen ist. Schließlich ist es nicht einfach, die richtige Balance zwischen Verweilen und Neustart zu finden. Hängt man zu lange an dem Alten, wird es langweilig, ignoriert man es aber völlig, wird es unglaubhaft. Nach all dem, was in den letzten Folgen vorgefallen ist, bin ich ganz froh über einige ganz normale Fälle, bevor wir uns wieder ins nächste Abenteuer stürzen.

Denise D. - myFanbase

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