Bewertung: 5

Review: #10.05 Der Tod auf der Tagung

Foto: Tamara Taylor, Nora Dunn & Michaela Conlin, Bones - Copyright: 2015 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX
Tamara Taylor, Nora Dunn & Michaela Conlin, Bones
© 2015 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX

Der Titel klang vielversprechend, aus der Umsetzung hätte man aber doch noch mehr machen können. Ich brauche nun wirklich nicht jede Folge einen super spannenden Fall und riesige Charakterentwicklungen, aber zumindest ein wenig der beiden Elemente sollte dann schon vorhanden sein. Deswegen war diese Episode zwar echt nett anzusehen, konnte vom Niveau her jedoch nicht ganz mit den vorherigen mithalten.

Der Fall

Der eigentliche Schwachpunkt der Folge war meiner Meinung nach der Fall. Es spricht nichts dagegen, jemanden vom Team zu verdächtigen und gerade im Zusammenhang mit der Science Convention hätte man wunderbare Möglichkeiten finden können, das einzubauen. Dann sollte die Geschichte aber glaubwürdig erzählt werden, was leider nicht geschehen ist. Hodgins wird des Mordes verdächtigt und das - wie er selbst erwähnt - inzwischen schon zum dritten Mal. Nur war selbst der Gedanke, dass er womöglich der Gormogon-Killer wäre in #3.15 Mit einem Schmerz im Herzen noch nachvollziehbarer als das, für das sich die Serienmacher hier entschieden haben. Da soll Hodgins das Opfer getötet haben, nur weil die ihm im College eine Erfindung gestohlen hat? Die Abneigung, die er gegen sie hat, ist ja wirklich verständlich, aber mehr auch wieder nicht. So etwas in der Art scheinen sich auch Booth und der Rest des Teams zu denken, immerhin sind ihre Ermittlungen in Richtung Hodgins doch sehr, sehr vage. Trotzdem stellt sich mir die Frage, wie es sein kann, dass Hodgins, obwohl er ein Verdächtiger ist, noch weiter mit den Beweisen arbeiten darf, das hätte dann eigentlich ja unterbunden werden müssen. Und so erscheint einem die ganze Sache mit Hodgins doch eher halbherzig angepackt und dadurch unnötig.

Ein weiterer Punkt, der den Fall etwas unrealistisch erscheinen ließ, war seine schnelle Aufklärung. Ein Tag dürfte nun selbst für Brennan und ihr Blinzler-Team unmachbar sein und die meisten ihrer Fälle dürften sich vermutlich über mehrere Tage bis eine Woche hinziehen, auch wenn sich das bei unserem 42-Minuten-Rhythmus nur schwer sagen lässt. Diese Problematik hätte man einfach umgehen können, indem man die Convention mehrtägig macht, so hätten die Ermittler genug Zeit gehabt und Brennan hätte trotzdem mit einem abgeschlossenen Fall die Bühne betreten können.

"I feel like a security guard at a Beyoncé concert."

Was den Fall dann doch noch sehenswert gemacht hat, waren die vielen Wissenschaftler der Convention, die sich im wahrsten Sinne des Wortes darum geprügelt haben, dem berühmten Team vom Jeffersonian Institute mit ihren Erfindungen behilflich sein zu können. Das außergewöhnliche Setting auf einer Science Convention kam einem ein bisschen wie eine Hommage an die Erlebnisse von Serienstars auf der Comic Con vor (auf der der "Bones"-Cast ja auch immer vertreten ist), besonders, wenn man die Wissenschaftler als die begeisterten Fans betrachtet, die ihre Idole treffen möchten.

Außerdem ist es immer interessant, wenn die übliche Kombination aus Jeffersonian Institute und FBI-Gebäude gesprengt wird, und die Handlung - und mit ihr die Charaktere - in eine andere Umgebung verfrachtet werden. Insbesondere, wenn es sich bei besagter Umgebung um eine Forensic Science Convention handelt, bei der das Team schon fast wie Stars empfangen und von Mitwissenschaftlern umschwärmt wird. Besonders Angela freut sich über die Aufmerksamkeit, immerhin fühlt sie sich ja meistens bei den ganzen Wissenschaftlern, trotz ihrer genialen Technikfähigkeiten, ein bisschen außen vor.

Außerdem treffen wir eine alte Bekannte wieder: Krimiautorin Tess Brown, mit der sich Brennan schon des Öfteren in die Haare gekriegt hat. Nachdem ihr letztes Zusammentreffen damit geendet hat, dass Tess Brown dabei gefilmt wurde, wie sie in #9.08 Im Biberdamm der Samenmann ihre Fans beleidigte, hätte ich nicht damit gerechnet, dass wir sie noch einmal zu Gesicht bekommen würden. Trotzdem freue ich mich über das Wiedersehen. Auch wenn Tess Brown eine unglaublich skrupellose Person ist, hat sie eine herrlich komische Dynamik mit Brennan, die einfach Spaß beim Zuschauen macht.

"Stop feeling sorry for yourself and keep fighting. I don't need to see another brother die."

Wendell ist wieder da! Seit Staffelbeginn habe ich mich schon gefragt, wann wir wohl erfahren werden, was aus ihm geworden ist. Und dass das Team ihn vermisst hat, ist offensichtlich, so sehr wie sie sich freuen, ihn wieder mit dabei zu haben. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, immerhin ist er nach Daisy der Praktikant, der am längsten im Jeffersonian Institute ist.

Dass doch nicht alles so gut ist, wie es anfangs scheint, zeigt sich als Wendell nach einem Arzttermin erst einmal verschollen bleibt und sich schließlich bei Booth meldet. Einer der Testkandidaten ist gestorben, was seinem Optimismus einen herben Dämpfer verpasst hat. Aber Booth weiß, was er sagen muss. Er erzählt nicht oft von seiner Zeit beim Militär, was gemeinsam mit der Tatsache, dass Wendell sich ihm anvertraut hat, zeigt, wie gut die beiden sich verstehen. Booth appelliert an ihn, nicht aufzugeben und zu kämpfen, ganz ähnlich wie schon in Folge #9.13 Ein Star auf den Philippinen, und wieder mit Erfolg.

Es dürfte spannend werden, was alles auf Wendell zukommen wird. Ich baue jetzt einfach mal fest darauf, dass nach Sweets Tod nicht noch jemand aus dem Team austreten wird. Wir werden sehen.

"You are the smartest person in that room. They're gonna love you."

Brennan ist für einen Gastvortrag vorgesehen und ist wie meistens vor großen Auftritten ziemlich aufgeregt. Booth versucht ihr zu helfen, auch wenn er bei seiner Einschätzung, welcher Witz wohl gut ankommen würde, ziemlich danebenliegt. Er hätte sich aber auch denken können, dass ein Raum voller Wissenschaftler vermutlich einen ähnlichen Humor wie Brennan haben wird, vor allem da Schrödinger und sein Katzenexperiment in der Wissenschaftswelt ja immer gerne für Witze hergenommen werden. Umso lustiger ist das Ergebnis: Brennan, deren Schrödinger Witz wider Erwarten ein voller Erfolg ist und Booths Astronautenwitz, der baden geht.

Fazit

Eine Episode, die ihr Potential leider nicht wirklich ausschöpfen konnte. Nach wie vor bin ich geduldig am Warten, bis wir unseren nächsten Storyarc beginnen und bin erstmal zufrieden damit, dass wir Wendell wiedergesehen haben.

Denise D. - myFanbase

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