Bewertung: 7

Review: #7.02 Eine faszinierende Frau als Futter

Auch in dieser Folge spielen die unterschiedlichen Ansichten von Brennan und Booth in ihrer Beziehung wieder eine Rolle. Doch liegt der Hauptfokus auf einem anderen Handlungsstrang, der die weiteren Charaktere einbezieht und somit eine gute Ergänzung zu der ersten Folge schafft, die fast vollkommen im Licht von Booth und Brennan stand.

"My wife wasn’t a hooker, she was a champion. A competetive eating champion."

Möglichst viel Essen in möglichst kurzer Zeit. Dass diese Tätigkeit für manche Menschen eine Freude ist und sie sich damit sogar mit anderen in Form von Wettkämpfen messen, werde ich wohl nie ganz verstehen. Für mich ist es nicht nur ekelerregend und ungesund sondern auch eine totale Verschwendung von Lebensmittel. Wenn man dabei an die Teile der Welt denkt, die kaum etwas zu essen haben, kann man solche Wettkämpfe ohne schlechtes Gewissen als Katastrophe bezeichnen. Trotzdem scheinen gerade diese Veranstaltungen massenhaft Menschen anzulocken, welche die Wettkämpfe anfeuern und somit natürlich auch die Kassen der Veranstalter klingeln lassen.

Nicht zum ersten Mal greift "Bones" ein solches Thema auf, kombiniert es mit einem Mord und schafft es dabei immer wieder in einigen Szenen zu zeigen wie lächerlich sich manche Menschen in gewissen Situationen verhalten. Dies wurde in dieser Episode meines Erachtens hervorragend in der Szene umgesetzt als Booth und Brennan den Wettkampf besuchen. Man sieht die tobende Menge, welche die Wettkämpfer anfeuert noch mehr Hot Dogs in den Mund zu stopfen und welche sich freut wenn einer dabei umkippt. Auch Booth lässt sich von der Menge mitreißen und Brennan, die sich zu dieser Zeit ja in "seinen Schuhen" befindet, schließt sich sofort dem Enthusiasmus an und zieht damit diese Art von Veranstaltungen komplett ins Lächerliche.

Der Fall an sich gehörte sicherlich nicht unbedingt zu den spannendsten den die Serie zu bieten hat. Trotzdem hat er sehr gut zu den anderen Storylines gepasst. Durch das Umfeld in dem die Tote gearbeitet hat, war der Fall sicherlich nicht an ein ernstes Thema gebunden und hat somit einen guten Kontrast zu dem Handlungsstrang um den neuen Assistenten von Brennan geschaffen. Dadurch, dass das Opfer schwanger war, konnte auch einen Bogen zu Brennan und Booth Situation gezogen werden. Außerdem hat der Fall zeitlich nicht so viel von der Episode eingenommen, dass damit die anderen Handlungsstränge in den Hintergrund gerückt sind. Also darf er somit auf der Spannungsskala ruhig im Mittelfeld rangieren.

"What were you thinking? Bringing a criminal in this lab?" - "Caroline I’ve already have this conversation once today. Finn has no criminal record."

Als Caroline aufgetaucht ist, habe ich mich gleich überschwänglich gefreut, wurde aber leider von ihrem Auftritt total enttäuscht. Natürlich liegt es in der Natur von Caroline, dass sie sich um die Mitarbeiter des Jeffersonian Instituts sorgt und so hat es mich eigentlich auch nicht überrascht, dass sie Finn überprüft und Cam warnt. Was jedoch absolut nicht in Carolines Natur liegt, ist dass für sie alles nur schwarz oder weiß ist und genau so kommt mir ihre Meinung betreffend Finn vor. Es ist ihr egal warum Finn eine Straftat begonnen hat, ja sie hinterfragt nicht einmal seine Schuld, sie urteilt einfach und drängt Cam dazu Finn zu entlassen.

Beinahe hätte sie genau das auch erreicht, denn natürlich kommen, als Caroline erwähnt, dass Finn seinen Stiefvater umgebracht hat, bei Cam Zweifel auf. Glücklicherweise bleibt wenigstens Cam ihrer Charaktereigenschaft treu und urteilt nicht allzu vorschnell und glücklicherweise entscheidet sich auch Finn noch anders und kommt nach seinem überstürzten Aufbruch wieder zurück um sich der Situation und somit auch seiner Vergangenheit zu stellen. Ich freue mich auf alle Fälle darauf Finn noch öfters bei "Bones" zu sehen, denn er ist mir nicht nur sehr sympathisch, nein er passt meiner Meinung nach auch hervorragend ins Team und ich denke wenn sich Caroline wieder ein bisschen weniger untypisch verhält, wird sie dies genauso sehen.

"So did you murder your stepfahter Mr. Abernathy?" – "No Mam I did not."

Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendein Assistent vom ersten Augenblick an so einen guten Draht zu Brennan gefunden hat wie Finn. Er imponiert ihr nicht nur mit seinem enormen Wissen und seinem hohen Intelligenzquotienten, sondern kann sie auch auf der menschlichen Ebene ansprechen. Wie es für Brennan typisch ist, spricht sie Finn direkt auf die Verdächtigungen etwas mit dem Verschwinden seines Stiefvaters zu tun zu haben an. Doch danach gibt sie sich nicht, wie sonst üblich, mit einer kurzen Antwort zufrieden, sondern es entwickelt sich ein Gespräch zwischen Brennan und ihrem neuen Assistenten und er vertraut ihr Dinge an, die bis jetzt wohl noch nicht viele Menschen wissen. Es gibt wohl mehr als einen Grund, weswegen gerade Finn derjenige ist, der Brennan auf dieser Gefühlsebene erreichen kann. Sicherlich ist sie durch ihre Schwangerschaft momentan etwas weicher gestimmt und die emotionale Ebene ist etwas ausgeprägter als sonst, doch ich denke auch ihre eigene Kindheitserfahrung spielt hier eine Rolle. Denn dadurch, dass sie ihre Kindheit in Heimen und bei Pflegefamilien verbracht hat, versteht sie Finns Situation vielleicht besser als andere.

Auch mit Hodgins konnte Finn absolut überzeugen. Er hat sich zu Anfang nicht von Hodgins diversen Seitenhieben beeindrucken lassen, sich einfach weiter seiner Arbeit gewidmet und schließlich Hodgins mit dessen eigenen Waffen geschlagen, indem er diesen mit seinen Kenntnissen im Bezug auf Schlangen beeindrucken konnte. Außerdem wissen wir ja alle, dass Hodgins ein extremer Fan von Experimenten ist und somit konnte Finn noch zusätzliche Pluspunkte sammeln. Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich absolut begeistert von dem neuen Assistenten bin und dies mir etwas über den Verlust von Vincent-Nigel Murray hinweghilft. Ich hoffe also darauf, dass Luke Kleintank als Finn Abernathy bald wieder bei "Bones" im Einsatz steht und sein wirklich guter Handlungsstrang, der in dieser Folge aufgegriffen wurde, weitergeführt werden kann.

"You doing it again?" – "What?" – "Not including me." – "I thougt the reason you wanna to attend the ultra sound was emotional. A meeting with financial advisers are practical. Also you have no money."

Obwohl dieses Mal Brennans und Booth Beziehung nicht im Mittelpunkt steht, haben die Autoren es trotzdem geschafft mit ein paar gut inszenierten Szenen die Schwierigkeiten der Beziehung aufzuzeigen. Auch wenn Brennan am Ende der Folge #7.01 The Memories in the Shallow Grave ihre Fehler teilweise eingesehen hat, kann sie doch noch nicht ganz aus ihrer Haut heraus und involviert, sicherlich unbewusst, Booth erneut nicht in ihre Schwangerschaft. Auch dieses Mal sind es keine Belanglosigkeiten in die sie ihn nicht einbezieht, im Gegenteil. Es geht um einen Arzttermin, bei welchem sie das Geschlecht des Kindes erfahren hat, welches sie anschließend nebenbei bei der Untersuchung der Leiche erwähnt. Absolut verständlich, dass hier Booth leicht verärgert und verletzt reagiert.

Doch auch Booth hat dazugelernt. Dieses Mal versucht er Brennan viel schneller klarzumachen, was ihn genau stört und zeigt ihr, dass sie ihn mit ihrem Verhalten verletzt. Er weiß ja eigentlich, dass es nicht Brennans Absicht ist ihn nicht einzubeziehen, sondern sie es einfach deswegen macht, weil ihr diese Dinge nicht wichtig erscheinen. Dies wird vor allem in ihrer Szene mit Angela klar, als sie ganz ehrlich zugibt, dass es sie nicht gestört hätte, wenn sie auf diese Art das Geschlecht ihres ungeborenen Kindes erfahren hätte. Wie ich schon in meiner letzten Review angemerkt habe, gefällt es mir wie die Autoren die Beziehung von Booth und Brennan umsetzen und ihre Gegensätzlichkeit darin einbauen. So wurde ich auch in dieser Episode diesbezüglich überhaupt nicht enttäuscht.

"Bones what are you doing?" – "I’m driving as you were driving." – "Ah I get it you still walking in my shoes."

Der witzige Teil der Folge war auf alle Fälle Booth und Brennans Rollentausch auch wenn Booth bei seinem Vorschlag wohl nicht ganz an dasselbe gedacht hat wie Brennan. Doch eigentlich sollte einem Brennans Vorgehensweise nicht überraschen, denn wenn sie mit jemandem die Rollen tauschen soll, bedeutet dies für sie ganz rational gedacht, dass man halt alles so tut, wie es der andere tun würde. Also fährt sie Auto wie Booth, sie redet wie Booth und sie steht für die Schwachen ein wie Booth und da spielt es absolut keine Rolle ob sie nun schwanger ist oder nicht, denn eigentlich ist sie ja nicht schwanger, denn sie ist ja Booth.

Dieser Rollentausch hat vor allem zum Schluss der Folge zu einigen witzigen Szenen geführt. Ich denke da vor allem an die Auto- und die Verhaftungsszene. Natürlich hat Brennan Booth etwas übertrieben dargestellt, doch sind beides sicherlich Situationen in denen Booth ungefähr so reagieren würde. Wahrscheinlich hätte er nicht mitten auf der Straße gewendet, sondern hätte sich einen geeigneten Wendeplatz gesucht, doch wäre er sicher nicht einen Umweg gefahren und auch bei der Verhaftung des Verdächtigen hätte er sich wohl nicht einfach auf ihn gestürzt, doch hätte er sich bei dieser Situation bestimmt körperlich eingemischt. Und zum Schluss hat der ganze Rollentausch doch etwas gebracht und Brennan entschuldigt sich bei Booth dafür, dass sie ihn nicht zum Arzttermin mitgenommen hat und ihm so das erste Ultraschallbild des Mädchens vorenthalten hat.

Fazit

Wieder eine sehr gelungene Folge, die vor allem durch den neuen Assistenten trumpfen konnte, der sofort einen Draht zu Brennan gefunden hat und somit wohl eine ziemliche Ausnahme darstellt. Auch der Handlungsstrang um Brennans und Booth Beziehung sowie um ihr ungeborenes Kind konnte wieder überzeugen. Die einzige Enttäuschung war leider Caroline, die sich meiner Meinung absolut nicht ihrem Charakter entsprechend verhalten hat. Doch ich bin überzeugt davon, dass sie dies bei ihrem nächsten Auftritt bei "227Bones" wieder gut machen wird.

Maria Schoch – myFanbase

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