Bewertung: 8

Review: #7.01 Letzte Erinnerung in einem flachen Grab

Foto: Emily Deschanel & David Boreanaz, Bones - Copyright: 2011 Fox Broadcasting Co.; Brian Bowen Smith/FOX
Emily Deschanel & David Boreanaz, Bones
© 2011 Fox Broadcasting Co.; Brian Bowen Smith/FOX

Die Wartezeit auf die siebte Staffel von "Bones" hat lange genug gedauert und nachdem Finale der sechsten Staffel hat man der Rückkehr von Brennan, Booth und dem Jeffersonian Team eher mit gemischten Gefühlen entgegengesehen, denn schließlich ist in der Beziehung zwischen Booth und Brennan eine entscheidende und ziemlich überraschende Wendung eingetreten. Doch im Gegensatz zu dem was ich erwartet habe, konnte mich die erste Folge der siebten Staffel extrem positiv überraschen und die Chemie zwischen den zwei Hauptcharakteren hat sich durch die Wandlung in ihrer Beziehung zum Glück nicht wirklich verändert.

"So this is the second time she went missing Mr. Serrano?"

Schon bevor ich mir die Episode angeschaut habe, war mir klar, dass in dieser Folge nicht der Fall im Vordergrund stehen wird sondern die Beziehung zwischen Brennan und Booth. Deshalb war es genau richtig, einen zwar interessanten, aber nicht sehr anspruchsvollen Fall zu wählen. So hat der Zuschauer in dieser Episode weder viel Laborarbeit noch viele Verhöre zu sehen bekommen. Dies hatte zur Folge, dass vor allem Cam, Hodgins und Wendell eher als Nebencharaktere fungierten. Sweets und Angela, die zusätzlich zu ihrer Arbeit, noch in Brennans und Booth Beziehungsprobleme involviert waren, konnten schon etwas mehr Screentime aufweisen.

Trotzdem war der Fall spannend aufgebaut und nahm zum Schluss eine für mich eher überraschende Wendung. Es waren nicht zu viele Verdächtigte involviert, was ich immer als positiven Punkt betrachte, denn wenn man sich noch auf die anderen Handlungsstränge konzentriert, verliert man bei zu vielen möglichen Tätern rasch den Überblick darüber wer nun was mit dem Opfer zu schaffen hatte. Dies hat man im aktuellen Fall sehr gut verhindert, denn mit dem zweimaligen Verschwinden und dem durch die Amnesie verursachten neuen Leben des Opfers hätte es hier sicherlich zu Verwirrungen kommen können. Doch dadurch, dass das Leben des Opfers nur oberflächlich beleuchtet und nur die für den Mord relevanten Aspekte betrachtet wurden, konnte man als Zuschauer der Lösung des Falles sehr gut folgen.

"You seem very hungry for the details." – "No I just wanna help, you know under normal circumstances Dr. Brennan would be confined to a desk right now."

Sweets Rolle hat mir sehr gut gefallen und ich hoffe, dass durch Brennans Schwangerschaft und anschließende Mutterrolle, sie sich wieder etwas vermehrt auf die Laborarbeit konzentriert und Sweets Booth dafür als Partner in Befragungsangelegenheiten beisteht. Einerseits kriegt Sweets so nämlich mehr Screentime und anderseits wird dadurch die Freundschaft zwischen ihm und Booth weiter ausgebaut.

Genial fand ich, wie Sweets immer und immer wieder versucht hat, das Gespräch mit Booth auf seine Beziehung zu Brennan zu lenken, obwohl er wahrscheinlich schon weiß, dass Booth jedes Mal abblocken wird. Für mich zeigen diese immer wiederkehrenden Versuche, dass Sweets wirklich etwas an Booth liegt und er ihn als Freund ansieht und ihm deswegen bei seinen Problemen so gut wie möglich helfen möchte. Interessant fand ich jedoch, dass Sweets in dieser Episode nicht einmal versucht hat Brennan mit Fragen zu löchern. Ich hätte eigentlich gedacht, dass er ihre veränderte Gemütslage unglaublich interessant finden würde. Es ist nun darüber zu rätseln, ob dies von den Autoren beabsichtigt war oder ob es schlicht und einfach vergessen ging.

"Still, when you are crying I would love to see that." – "Booth took a picture of me but since I have a picture of him cooking almost naked, he agreed never to show anyone." – "Smart move."

Abgesehen davon, dass ich immer noch ziemlich traurig und etwas verärgert darüber bin, dass die lang aufgebaute freundschaftliche Beziehung zwischen Brennan und Booth sich so schnell und so unspektakulär in eine Liebesbeziehung umgewandelt hat und wir als Zuschauer nicht einmal wirklich daran teilhaben konnten, habe ich mich immer etwas davor gefürchtet wie sich die Chemie zwischen Brennan und Booth verändern wird, wenn sie einmal ein Liebespaar sind. Doch ich wurde positiv überrascht. Die Veränderung in der Beziehung zwischen Brennan und Booth hatte absolut keinen Einfluss auf die Chemie zwischen den beiden. Im Gegenteil Brennan hat ihre rationale Art überhaupt nicht verloren und Booth kann sich auch jetzt noch in gewissen Situationen genau über diese Art amüsieren. Ich denke da beispielsweise an die Szene als Brennan am Tatort anfängt zu weinen und auf Booth und Hodgins Bemerkungen gleich mit einer rationalen Antwort über Hormone während der Schwangerschaft reagiert.

Brennans hormonelle Schwankungen waren ein guter Gegensatz zu dem anderen eher ernsteren Handlungsstrang in Brennan und Booth Beziehung. Ich fand es sehr gut, dass diese hormonellen Schwankungen gezeigt wurden, diese aber in der Folge nicht Überhand genommen haben, denn dies wäre einfach so unglaublich untypisch für Brennan gewesen. Schon die kleinen hormonellen Anzeichen die Brennan in dieser Folge zeigt, sind für ihren Charakter eine solche Seltenheit, dass sich alle im Labor darüber amüsieren und obwohl Brennan auch diese Phase in ihrem Leben wie alles andere mit einer unglaublichen Rationalität angeht, ist es doch schön sie einmal in einer Gefühlslage zu sehen, die sie nicht wirklich kontrollieren kann.

Booth Reaktion auf ihre rationalen Aussagen sowie auf ihre hormonellen Ausbrüche hat mir auch extrem gut gefallen, denn sie hat sich nicht wahnsinnig verändert. Er verhält sich immer noch ähnlich wie zu den Zeiten als die beiden einfach nur Freunde waren. Ja, er geht sogar so weit, dass er ihre unkontrollierbaren Gefühlsausbrüche fotografisch festhält und auf ihre rationalen Erklärungen reagiert er mit einem Schmunzeln oder bringt sie mit einem Kuss zum Schweigen. Doch ist es ganz sicher nicht so, dass er nur weil sie jetzt ein Liebespaar sind, bei allem ihrer Meinung ist oder sich auf keine kleinen Streitigkeiten mehr mit ihr mehr einlässt. So entflammt sofort wieder eine Kabbelei als Brennan sich eine etwas unglückliche Bemerkung über Gott erlaubt und auch beim Thema Heirat scheint noch keiner von beiden seine Meinung geändert zu haben. Im großen und ganzen habe ich also festgestellt, dass sich Brennan und Booth als Individuum und auch als Beziehungspaar gar nicht so groß verändert haben und dies ist meiner Meinung nach sehr positiv zu bewerten, da dieser Punkt für die Serie extrem wichtig ist.

"Come on Bones you know what? It’s been five months and we spend almost all our time together, what we need is one bed, on place, our place."

Neben dem sehr lustigen Handlungsstrang über Brennans Hormone und über Booths Verhalten gegenüber ihren emotionalen Ausbrüchen, wurde innerhalb der Beziehung zwischen Brennan und Booth, ein etwas ernsterer Handlungsbogen aufgegriffen. Was mir hier unglaublich gut gefallen hat, war das kein neuer Streitpunkt zwischen den zwei Hauptcharaktere gesucht, sondern auf etwas alt Bekanntes zurückgegriffen wurde. Etwas worüber sich die beiden schon früher öfters gestritten haben und vor allem ein Thema bei dem es schon früher immer Diskussionen gab, die weit über die Kabbeleien zwischen Brennan und Booth hinausgingen: die Tatsache, dass Brennan mehr verdient als Booth und ihm dies auch immer wieder unter die Nase reiben muss.

Bei manchen Dingen darf man Booth sicher unterstellen, dass er etwas konservative Ansichten vertritt. Eines davon ist sicherlich, dass er der Meinung ist ein Mann muss für seine Familie sorgen und zwar Sorgen im Sinne von Aufpassen und Beschützen und im Sinne der finanziellen Absicherung. Für ihn war es nie leicht zu akzeptieren, dass Brennan die Finanzstärkere in der Partnerschaft ist, vor allem da sie dies ja auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit erwähnt. Brennan tut dies jedoch nicht etwa um Booth zu ärgern, darüber denkt sie nicht einmal nach. Für sie ist es einfach eine Tatsache, die sie ab und zu erwähnt, genauso wie die Tatsache, dass sie einen höheren IQ als manche andere hat, oder dass sie findet, dass Psychologie keine Wissenschaft ist. Da sie Booth Gefühle betreffend dem Verdienstunterschied absolut nicht nachvollziehen kann, kann sie auch nicht verstehen, dass dies für ihn ein Problem darstellt.

Brennan denkt in diesem Punkt, wie natürlich sonst auch, absolut rational und rational betrachtet, ist es für beide einfacher in der größeren, nämlich ihrer, Wohnung zu leben und rational betrachtet ist es auch sinnvoller, wenn sie die Auslangen für das Baby usw. übernimmt, denn sie hat mehr Geld als Booth. Dass dies für Booth ein Problem darstellen könnte, weil er sich so nicht in das Leben des Babys einbezogen fühlt, darüber denkt Brennan gar nicht nach. Denn für sie ist absolut klar, dass Booth ein großartiger Vater sein wird, egal ob er sich finanziell an einem gemeinsamen Haus oder an Anschaffungen für das Baby betätigt und egal, ob sie nun zusammen wohnen oder nicht. Brennan hat ihr Leben lang alleine gewohnt und ihre Entscheidungen ausschließlich selber getroffen, da ist es nicht einfach plötzlich jemanden in dieses Leben hineinzulassen, vor allem dann nicht, wenn es von der rationalen Seite her betrachtet nicht unbedingt einen Unterschied macht.

Für Booth hingegen ist es ganz klar, dass er dieses Mal alles richtig machen will. Er hat schon einen Sohn, den er seiner Meinung nach sicherlich viel zu selten sieht und dem er nicht so ein Vater sein kann wie er eigentlich möchte. So ist ganz klar, dass er dies kein zweites Mal durchmachen will. Abgesehen davon, dass er Brennan liebt und mit ihr zusammen sein möchte. Was mir an diesem Handlungsstrang so gut gefallen hat, war dass Brennan und Booth sich nicht in dem Sinne gestritten haben, dass sie sich angeschrieben haben und mit Gegenständen um sich geworfen haben, sondern dass Booth Brennan gezeigt hat, wie enttäuscht und verletzt er ist und man danach auch gemerkt hat, wie dies Brennan beschäftigt und wie lange und gründlich sie darüber nachgedacht hat.

Ich denke dies wird nicht die letzte Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden in ihrer Beziehung sein, denn auch wenn sie sich unglaublich nahe stehen, sie sind in gewissen Dingen doch grundverschieden. Doch Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an und wenn die Autoren es schaffen ihre Streitereien und Meinungsverschiedenheiten so zu schreiben und David Boreanaz und Emily Deschanel diese Storylines so hervorragend auf den Bildschirm übertragen können wie in dieser Folge, dann habe ich absolut nichts dagegen noch ein paar davon zu sehen.

Fazit

Eine Folge auf die sich das lange Warten ganz sicher gelohnt hat. Meine Erwartungen an den Auftakt der siebten Staffel waren sehr gering doch "Bones" hat es wieder einmal geschafft, mich zu überraschen. Obwohl ich immer noch etwas verärgert über den plötzlichen Wandel in der Beziehung zwischen Brennan und Booth bin, haben die Autoren mit dieser Folge einiges wieder gut gemacht und ich bin vor allem darüber beruhigt, dass die zwei Hauptcharaktere auch als Liebespaar eine hervorragende Chemie aufweisen können und wer weiß, vielleicht wird uns irgendeinmal eine Rückblickepisode präsentiert und wir erfahren noch etwas mehr über die Nacht, in der Brennan schwanger geworden ist und vor allem über die Geschehnisse, die zwischen der sechsten und siebten Staffel anzusiedeln sind.

Maria Schoch - myFanbase

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