Bewertung: 8

Review: #2.03 Der Junge im Müll

Mord und Totschlag ist interessant, zwischenmenschliche Beziehungen jedoch um einiges interessanter. Bei "Bones - Die Knochenjägerin" hat man dies anscheinend erkannt und flechtet immer konsequenter das Privatleben der Protagonisten auch in die zu lösenden Kriminalfälle ein.

Aufkeimende Romantik

Hodgins, der "Frauenversteher", der gerne im Dreck wühlt und immer einen Spruch auf den Lippen hat, und die bodenständige, leicht verrückte Angela. Auf den ersten Blick ein ungleiches Paar, doch es scheint zu knistern zwischen den beiden Kollegen. Vor allem Hodgins scheint es erwischt zu haben, so dass er ihr am Ende der Folge sogar eine weiße Rose schenkt. Die beiden Darsteller haben auf dem Bildschirm eine großartige Chemie und ich genieße die kleinen, unaufdringlichen Szenen zwischen den beiden in vollen Zügen. Sie sind eine willkommene Ablenkung vom Mord und Totschlag der Episoden und bilden auch einen ganz guten Kontrast zu Bones und Booth, die wohl nie wirklich über ihre Freundschaft hinaus kommen werden. Ich bin also gespannt, wie es zwischen unserem neuen Traumpaar Angela und Hodgins weiter gehen wird.

Gemeinsamkeiten

Während sich Angela und Hodgins Schritt für Schritt näher kommen, braucht es bei Bones und Camille schon einen kleinen Eklat, damit sich die beiden Frauen endlich einmal aussprechen. Unwissentlich verletzt Camille die ansonsten so toughe Brennan mit einem unbedachten und abwertenden Spruch über Pflegefamilien und erfährt erst von Booth von ihrem Fehltritt. Dass sie sich bei Brennan für die abwertende Bemerkung entschuldigt, zeigt, dass Camille durchaus eine nette, liebevolle Person ist, der das Team am Herzen liegt. Und trotz aller Unterschiede finden die beiden Frauen schließlich doch noch eine Gemeinsamkeit: Booth.

Der Fall der Woche

Der Fall der Woche dient in erster Linie dazu, den Konflikt zwischen Camille und Bones - beides starke, selbstbewusste Frauen, die sich durchsetzen wollen und können - ein wenig zu verschärfen. Dabei nutzt man einmal mehr den kleinen Schandfleck in Bones Vergangenheit, den sie nie wirklich überwunden hat. Ob das amerikansiche Pflegesystem wirklich so schlecht ist, wie dargestellt wird, kann ich persönlich nicht beurteilen. Dennoch war mir hier die Meinung ein wenig zu einseitig dargestellt. Es scheint ja fast so, als sähe man in den USA auf die Kinder, die bei Pflegeeltern groß geworden sind, herab. Jetzt soll es aber auch gut mit dem Thema sein.

Umso tragischer ist dann auch das Ende, da Bones indirekt dafür gesorgt hat, dass sich ein Waisenkinderpaar trennen muss. Die ansonsten so kühle und rationale Brennan so zu sehen zeigt, wie sehr sie ihre Vergangenheit noch mit sich herumschleppt.

Fazit

Eine durchschnittliche Episode, die vor allem den Blick auf das marode amerikanische Pflegesystem richten soll, dabei aber ein wenig zu sehr in Klischeedenken abdriftet.

Melanie Brandt - myFanbase

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