Bewertung: 8

Review: #1.07 Der Mann in der Todeszelle

Der Opener dieser Folge war einer, den ich von dieser Serie bereits gewohnt bin, er hatte zwar absolut nichts mit dem Fall zu tun, versprach aber da schon witzige Dialoge. Bones und ihr ewiges Thema. Sie möchte endlich eine Waffe tragen dürfen. Booth genießt sein Spielchen mit ihr, indem er, wie es vorgesehen ist, den Antrag ausfüllt, ihn aber sofort als abgelehnt zu den Akten legt. Natürlich lässt sich Brennan das nicht gefallen und sich einen zweiten Antrag mitgeben...

Gerechtigkeit für einen Mörder?

Nicht mit Booth. Die junge und wohl noch etwas unerfahrene Anwältin Amy Morton bittet gerade ihn um Hilfe, den Mann, der Howard Epps vor sieben Jahren ins Gefängnis steckte. Man konnte anfangs nicht klar einschätzen, ob dieser Epps nun einen eigenen Plan verfolgt oder wirklich unschuldig ist, allerdings ist er nicht auf den Kopf gefallen und wendet jedes Mittel, vor allem psychische Tricks an, um seine Unschuld zu beweisen. So konfrontiert er Booth damit, dass dieser als Scharfschütze Menschen getötet habe, er jedoch im Vergleich dazu unschuldig sei. Persönlich konnte ich ihn nicht einschätzen und hielt ihn, je mehr Beweise ihn entlasteten, für unschuldig. Doch dass er ein Psychopath ist, dagegen sprach nichts. In einigen Situationen wusste man einfach auch nicht, ob man Epps glauben sollte oder nicht, weil er eine Mitleidsnummer schob und selbst Booth war mit diesen Situationen überfordert.

Wie Wissenschaftler sich die Zeit vertreiben.

Jeff und Ollie sind die neuen "Haustiere" von Zach und Hodgins, denn die beiden veranstalten im Labor doch tatsächlich ein Wett"rennen" mit Käfern. Besser ging's nicht! Das bewies dann auch, dass Wissenschaftler nicht immer ausgelastet sind. Angelas Szene mit Brennan war mal wieder eine für die Götter, als sie ihre Freundin fragt, ob sie nicht mitkommen möchte zum Date. Was macht Bones? Sie ist zu fixiert auf das Teilskelett, das exklusiv aus Frankreich eingeflogen kam. Also geht so ein Date schon mal gar nicht. Doch Angela gibt natürlich nicht auf, muss dann aber schließlich einsehen, dass es nichts bringt, da Brennan eh nicht versteht, was sie meint, und wie Angela so schön sagte, es ist, als ob man einem Maulwurf den Mond beschreiben würde.

Hodgins und Zach sind wie kleine Kinder, doch das liebe ich so an ihnen, das sorgt immer wieder für Unterhaltung, vor allem Hodgins Kommentare. Als er einen neuen Käfer verlangt, weil der alte eine Leistenzerrung hat - das war einfach genial.

Booth braucht Bones' Hilfe.

Er erzählt ihr von seinem Fall vor sieben Jahren und der ermordeten April Wright. Amy Morton versucht jetzt, die Hinrichtung aufzuhalten bzw. Epps Unschuld zu beweisen. Schlecht für Booth, dass jetzt neue Beweise aufgetaucht sind, die Epps tatsächlich entlasten könnten, nämlich ein Schamhaar. Booth bittet Bones, ihm inoffiziell zu helfen. Es dauert nur ein paar Sekunden und Bones ist dabei, was eigentlich zu erwarten war, sonst wäre sie nicht Bones, und sie ist doch auch ein Freak, der sich nichts entgehen lassen will, außerdem steht sie für Gerechtigkeit. Auch dass sie die anderen aus dem Team fragen will, ob sie eventuell helfen, aber sie diese nicht zwingen wird, steht für sie. Was ebenfalls zu erwarten war: Das ganze Team unterstützt Bones und Booth, doch sie haben nicht viel Zeit, gerade mal dreißig Stunden. Das hört sich zwar viel an, doch für Wissenschaftler, die genau und präzise arbeiten müssen, ist das nichts.

Der Countdown läuft.

Mit einer Schnelligkeit, die mir fast schon unheimlich vorkam, entdeckten die Blinzler schließlich Ungereimtheiten. Hodgins konnte es nicht lassen, den einen oder anderen für mich witzigen, für die Kollegen eher nervenden Kommentar über das Geschehen im frühen Mittelalter loszulassen. Der Fall an sich war sehr interessant. Booth tat mir eher leid, da er sich sehr sicher war, den Richtigen hinter Gittern gebracht zu haben, und nach sieben Jahren taucht so eine junge Anwältin auf, die ihn wieder zweifeln lässt, und sogar die Familie des ermordeten Mädchens ist zurecht wütend und fassungslos und muss jetzt alles noch mal durchmachen. Jedoch merkt man, dass eine gewisse Vertrautheit zwischen den Eltern und Booth herrscht, schließlich hat er alles dafür getan, dass Epps hinter Schloss und Riegel kommt.

Neue Beweise und neuer Verdächtiger?

Als Booth jedoch bei den Eltern ist, fällt ihm sofort David Ross auf, bei dem April als Anwaltsgehilfin arbeitete. Bones informiert ihren Partner über die neuen Entwicklungen, über die er sich gar nicht freut. Man sah Booth die Enttäuschung, Wut und Verzweiflung an. Er wurde kreideweiß, was man absolut verstehen kann, denn hat er nun den Falschen ins Gefängnis gebracht, dann würde es auch ihn belasten, da Epps bereits sieben Jahre sitzt.

David Ross, der Rechtsanwalt der Familie, verrät sich selbst, als er sagt, dass es Sex im Auto war, Booth jedoch nie davon etwas erwähnte, und deshalb fragt er ihn nach seinem Alibi in der Mordnacht. Wenn ein Anwalt immer selbst ein Anwalt verlangt, muss ich immer lachen, doch man konnte bereits vermuten, dass er mit April Sex hatte, aber hatte er sie auch umgebracht?

Ungewöhnlicher Anblick, ungewöhnliche Bitte

Amy und Brennan fahren zum Richter und wollen eine Exhumierung beantragen und der Richter, der bereits im Bett lag, empfängt die Frauen in Shorts und Bademantel, womit Bones nicht ganz klar kommt. Am liebsten hätte er sich wohl noch umziehen sollen - extra für sie. Typisch Brennan, sie hat aber auch Macken. Hätte der Richter nicht gesessen, wäre er wohl aus seinen Pantoffeln gefallen, als beide ihn bitten, April Wright zu exhumieren.

Die Leiche von April wird ins Institut gebracht und schnell stellt sich heraus, dass es noch mehr Beweise gibt, die vor sieben Jahren nicht berücksichtigt wurden. Solche Fälle liebe ich wirklich. Dieser war aufgrund des Zeitdrucks voller Adrenalin, vor allem Booth hatte mit sich zu kämpfen. Die Wissenschaft und wie sie die Beweise erkennen und ermitteln, das ist ein sehr großes Spektrum, doch ich bewundere diese Leute, die das machen. Deshalb kommt die Serie neben ihrer Unterhaltung ebenfalls so authentisch herüber.

Zweifel, aber keine andere Meinung

Als Epps gerade mal noch 20 Stunden bleiben, bekommt der Richter erneut Besuch von Amy, Brennan und Booth. Amy ging mir ab da mächtig auf die Nerven. Sie kam mir wirklich wie eine Idealistin vor, allerdings wie eine sehr naive. Außerdem redete sie es Booth ein, dass er seine Meinung geändert hat, was er aber dem Richter Gott sei Dank nicht so schilderte. Auch wenn der Richter ihnen nicht weiterhelfen wollte, geben Bones und Amy nicht auf. Es hat mich allerdings schon gewundert, dass Booth zu Epps ins Gefängnis ging, um ihn "aufzumuntern". Aber man merkte ihm weiterhin an, dass er nicht zu hundert Prozent an dessen Unschuld glaubt.

Jetzt wird’s dreckig.

Dank Angela und Hodgins finden sie heraus, dass April in einem Sumpf neben einem Chemiewerk getötet wurde. Manche Verdächtige verstehe ich einfach nicht. Warum lassen sie sich von ihren Anwälten voll quatschen, dass sie lieber den Mund halten sollen, anstatt mit dem FBI zu kooperieren, so wie es bei David Ross anfangs der Fall war? Erst, nachdem Booth ihm drohte, fängt er an zu reden. Das ist immer dieselbe Masche mit den Cops, Anwälten und Verdächtigen. Es würde auch schneller gehen, einen Fall zu lösen, wenn man unschuldig ist und sofort kooperiert, doch das sollte wohl die Spannung halten.

Nun geht die Suche nach der Mordwaffe los, einem Radkreuz, und die Zeit wird immer knapper, denn es bleiben dem Team gerade mal vier Stunden. Hodgins kann das Gebiet, in dem sie suchen müssen, dank der Pollen, die sie entdeckt haben, eingrenzen. Booth möchte sich nicht schmutzig haben, sie haben schließlich zu diesem Zeitpunkt auch nur noch eine Stunde Zeit, da er seinen 1200 Dollar-Anzug an hatte, doch Bones kann ihn schließlich "überreden". Die Episode hatte sehr schnelle und spannende Aspekte, vergaß trotz allem die witzigen Dialoge nicht, das fand ich sehr gelungen und war einfach perfekt. Eine Folge ohne solche Dialoge wäre für mich auch keine richtige "Bones"-Folge.

Man konnte es vielleicht ahnen, andererseits dann wieder nicht, dass Epps alles von Anfang an geplant hatte. Aber als Bones und Booth die beiden Skelette fanden, war der Fall klar und Booth tat mir jetzt noch mehr leid, da Epps davon kam und Booth' Arbeit vor sieben Jahren im Prinzip für die Katz war. Sie alle wurden ausgenutzt. Amy tat mir ein wenig leid, aber nicht so wie Booth. Sie ging mir von Anfang an zu naiv an die Sache. Die beste Szene zum Schluss war, als Brennan Epps packte und auf den Tisch knallte.

Fazit

Eine sehr spannende Folge, bei der man den Countdown von dreißig Stunden förmlich spürte, da eine Angespanntheit in der Luft lag. Hier ging es um jemanden, der im Todestrakt sitzt und alle zum Narren hielt, vor allem Booth. Brennan ging in ihrem Job mal wieder total auf, was nicht neu ist, aber womöglich auch an diesem Countdown lag. Die Dialoge waren wieder einmal perfekt, unterhaltsam und witzig. Eine sehr gelungene Episode.

Dana Greve - myFanbase

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