Bewertung: 7

Review: #1.05 Doppelgänger

Diese Folge hatte es in sich. Sie war fast perfekt, und dem Zuschauer wurden genug unterhaltsame und spannende Storylines geboten. Ob nun die in Sao Paulo, Los Angeles oder Badenweiler. Letztere ist sicher die tragischste von allen, doch dieses Mal war es nicht Sydneys Fehler, sondern es sprach einfach nur für Dixons gute Arbeit als Agent. Obwohl ich auch dieses Mal etwas nicht nachvollziehen konnte, was wahrscheinlich bei jeder Episode vorkommen wird, dominierten bei #1.05 Doppelgänger der Unterhaltsfaktor und die Spannung, was für diese Folge spricht.

"I just punched Dhiren Patel in the face. I worship this man."

Dass Sydney nicht unbemerkt bleiben würde, war abzusehen, ansonsten wäre es ziemlich langweilig, wenn die Missionen ohne Zwischenfälle ablaufen würden. Über Dixon musste ich schon ein wenig schmunzeln, als er vorher ein Gebet sprach, bevor er sein Idol Patel niederschlug. Das ganze Szenario im Krankenwagen und Sydneys ständiges Oh, God, oh God! war zwar etwas an den Haaren herbeigezogen und übertrieben, doch daran muss man sich bei "Alias" ebenfalls gewöhnen. Darüber muss man einfach hinwegsehen, da man ansonsten überhaupt nicht unterhalten werden kann, wenn man gleich alles infrage stellt. Die Tatsache allein, dass ein Mensch eine tickende Bombe ist und Dixon diese nun während der rasenden Fahrt entfernt, war genial. Dazu mussten sie darauf achten, dass Jacqnoud, der ihnen bereits folgte, nicht in die Reichweite der Bombe kommt. Er hätte sonst den Zünder aktivieren können, was alles ein wenig an "Speed" erinnerte.

All das war schon sehr spannend und unterhaltsam, wenn ich nur an die Dialoge von Dixon und Sydney vorab denke. Ich muss auch mal die geniale Musik von Michael Giacchino loben, die während der Missionen immer eingespielt wird, und durch die alles noch spannender und dramatischer auf den Zuschauer wirkt. Dass Dixon bei Sydneys Fahrweise die Bombe überhaupt herausbekommen hat, sei dahingestellt, doch letztlich haben wieder die "Guten" gewonnen, obwohl das nur für Dixon zutrifft. Sein You're gonna be okay zu Patel, als der langsam aus der Narkose aufwacht, war brillant.

"I know you have a lot of questions about your father… but I copied his file."

Großartig, das hat mir gerade noch gefehlt! Ist der von allen guten Geistern verlassen? Langsam glaube ich, Michael Vaughn verfolgt einen eigenen Plan, und nebenbei wirbt er mit solchen Aktionen weiterhin um Sydneys Gunst. Dass er Jacks Akte für sie kopiert hat, fand ich jetzt überhaupt nicht angebracht. Sie sollte schon alleine oder irgendwann mithilfe ihres Vaters auf die Wahrheit kommen, aber nicht mit seiner. Dass dies Jack sicher auffallen wird, dass jemand seine Akte angefordert und kopiert hat, wird ihn auch nicht gerade zu Jacks besten Freunden machen. Das war wohl ein Eigentor.

Für mich war dies eindeutig der Teil der Folge, den ich nicht nachvollziehen konnte. Das machte mir Vaughn sogar unsympathisch. War ja klar, dass die Akte von Jack Bristow nicht sauber ist nach seinem fast mysteriösen Verhalten in den Anfangsepisoden. Ich frage mich bloß, welchen Nutzen Vaughn davon hat, wenn Sydney noch mehr Hass auf ihren Vater verspürt? Da ist doch etwas megafaul. Das sah man auch an seinem nachdenklichen, fast finsteren, Blick, als Sydney den Raum verließ. Und er liest sich Bristows Akte natürlich auch zufällig durch? Dann ist er auch noch rein zufällig auf dasselbe gestoßen, was Sydney stutzig machte und hat danach gesucht? Also, so ein Quatsch! Auf die Antwort, ob Jack jetzt wirklich ein sogenannter zweifacher Doppelagent ist, bin ich trotzdem gespannt. Ich hoffe nur, ich muss nicht all zu lang auf die Auflösung warten.

"Schiller won't talk. I don't trust that man. So I want a proof."

Gefreut hat mich, dass Jack Bristow in der Schiller-Sache mal eine prägende Rolle spielte. Er huscht sonst immer nur durchs Bild mit Entschuldigungen, oder wenn seine Tochter mal wieder seine Hilfe braucht, aber dieses Mal hatte er doch eine längere Screentime. Diese Mission fand ich eh interessant. Kaum nachvollziehbar, dass sich ein Agent, in diesem Falle Paul Kelvin, in die Höhle des Löwen begibt, damit sich die CIA von dem echten Schiller die Informationen über die Fabrik in Badenweiler besorgen kann. Dass dies nicht ganz ohne Probleme vonstatten gehen kann, war zu erwarten, und da kommt Jack, der mit Kelvin befreundet ist, ins Spiel, und auch Sydney ist es zu verdanken, dass Kelvin überhaupt noch lebt. Mein Gott, ich dachte, Sloane durchschaut das Spiel und bringt den jeden Moment zu McCullough.

Aber wer glaubt, dass auch dieses Mal die "Guten" gesiegt haben, der irrt, denn in Badenweiler kam es zur eigentlichen Katastrophe. Alles, wirklich alles, lief nach CIA-Plan ab, doch konnte Sydney ahnen, dass Dixon einen Ersatzzünder angebracht hatte? Nicht wirklich. Allerdings machte ihr Dixon ja indirekt ein schlechtes Gewissen, als er Sydney erzählte, dass er das nicht das erste Mal machte und sie es hätte wissen müssen. Jetzt wird sie wieder an sich zweifeln. An ihrer Stelle hätte ich schon längst einen Psychiater aufgesucht. Als die Fabrik in die Luft flog und die CIA-Agenten sterben mussten, war ich wie erstarrt, denn mit dem Ersatzzünder hat wohl keiner gerechnet.

"Kate Jones… you died in 1973. Who are you?"

Wills Story über die Suche nach der Wahrheit plätschert so allmählich vor sich hin. Jetzt lügt er schon seine Freunde an. Trotzdem bleibt sie spannend. Er trifft sich mit der mysteriösen Kate Jones, obwohl er längst weiß, dass diese in Wirklichkeit tot ist, spielt ihr Spielchen dennoch mit, und lässt diese erst mal einen ganzen Roman erzählen, bis er sie aufklärt, dass er bescheid weiß und somit in die Flucht schlägt. Awesome! Trotz allem wünsche ich mir, da die Autoren seine Story mit Sicherheit weiterhin thematisieren werden, dass diese flüssiger erzählt wird. Ansonsten könnte man die Danny-Sache auch mal für eine oder mehrere Episoden ruhen lassen und nur Will Tippin als guten Freund zeigen. Würde mir vollkommen genügen.

Randnotizen

  • Sydneys und Francies Halloweenparty war jetzt nicht der Megaknaller. Ich fand es dafür großartig, dass Sydney auch Dixon und seine Familie eingeladen hat. So hat man sie wenigstens mal kennengelernt. Außerdem erhält man so den Eindruck, dass Sydney keine Schwierigkeiten im alltäglichen Umgang mit Dixon hat, aber irgendwie immer etwas gutmachen möchte. Jedenfalls ist das mein Eindruck, weil sie ihm ja zu gerne alles über SD-6 anvertrauen möchte, was nachvollziehbar ist.
  • Ein weiterer wichtiger Anhaltspunkt in dieser Folge, der einen schon nachdenklich stimmt, war, dass Sloane anfängt an Sydneys Loyalität zu zweifeln und damit sogar Dixon ansteckt. Als Dixon Sydney wegen dem Vorfall in Berlin befragte und sie ihn anlügen musste, er aber immer wieder nachhakte, ob er ihr wirklich vertrauen kann, da fing fast mein Herz an zu bluten. Lange kann das ja nicht mehr gut gehen. Ich bin gespannt auf den Moment, wenn entweder ihre Doppelagententätigkeit auffliegt, oder sie es wirklich schaffen, SD-6 und die Allianz zu vernichten, woran ich momentan sehr zweifle.



Fazit

Es geht doch! "Alias - Die Agentin" kehrt wieder zum anfänglichen Niveau zurück. Ich bin gespannt, wie Sydney die Katastophe in Badenweiler verarbeitet und ob sie irgendwelche Konsequenzen daraus ziehen wird. Am liebsten würde ich in der nächsten Folge schon erfahren, ob Jack wirklich für das FBI gearbeitet hat bzw. immer noch tut, denn das interessiert mich nun wirklich. Doch wie ich die Autoren kenne, klären sie das nicht sofort auf.

Dana Greve - myFanbase

Diese Serie ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Alias" über die Folge #1.05 Doppelgänger diskutieren.