Bewertung: 6

Review: #1.04 Zerrissenes Herz

Momentan bin ich etwas desillusioniert, was "Alias - Die Agentin" angeht. Ich weiß nicht, welche Richtung die Serie eigentlich einschlagen möchte. #1.04 Zerrissenes Herz war zwar okay, mehr aber nicht. Es geht wirklich besser, wenn ich da nur an die Episoden #1.01 und #1.02 denke. Konzentrieren sich die Macher nun absichtlich fast hauptsächlich auf Will Tippin und seine fanatische Aufklärung von Dannys Tod? Ich dachte eigentlich, Sydneys Leben als Doppelagentin sollte im Vordergrund stehen, doch diese Story hat mich in den vergangenen beiden Folgen eher enttäuscht als mitgerissen. Oder ist es ein krampfhafter Versuch, beides zu thematisieren oder sogar zu verbinden? Ich weiß es nicht und lasse mich gerne überraschen. Ob es klappt, ist wieder eine andere Frage. Neben diesen Storylines rückt Sydneys Privatleben dazu immer weiter in den Vordergrund, was ich ganz gut finde.

"It's only a matter of time before I find out the truth."

Bisher hat man über den interessanten Charakter Jack Bristow nicht viel erfahren, außer dass er vor Sydney etwas verheimlicht. Das wurde auch in dieser Folge wieder gut veranschaulicht, als er bei einer Routinesitzung bei McCullough war und diese abbrechen musste, weil er eine verwirrende Vision über seine Tochter hatte. Aber warum gleich die Verabredung mit Sydney absagen? Warum nicht weiter gute Miene zum bösen Spiel machen, und einfach nur Vater sein? Anscheinend soll aus einer Bristow-Bristow-Annäherung einfach nichts werden. Schade jedoch finde ich, dass Jack Bristow nicht so viel Screentime bekommt. Ich hoffe, das ändert sich bald, sodass der Zuschauer nicht nur Bruckstücke über ihn erfährt.

"Have you ever spied on anyone?"

Die Aktion, Charlie nachzuspionieren, war einfach nur dämlich. Und dass Sydney da noch mitgemacht hat, war ja noch dämlicher. Ich habe nichts dagegen, dass ihr Privatleben thematisiert wird, ganz im Gegenteil. Ist ein guter Ausgleich zu SD-6, der CIA und Wills Story. Aber blöder ging's dann wirklich nicht. Dass sich Sydney bei dieser Aktion fast verraten hätte, ist ja auch nicht so wichtig. Wie auch immer.

Francie ist aber auch misstrauisch. Für mich bedeutet das jetzt noch nicht, dass Charlie eine Affäre hat. Nur weil er einen Zettel mit einer Telefonnummer in seiner Jacke hatte, und er ihr sie einmal anlog. Dass sie ihm überhaupt nachspionierte, spricht nicht gerade für ihre Beziehung, und dass sie ihm überhaupt vertraut. Erst recht nicht, in den Klamotten seines Freundes herumzuschnüffeln. Auf der anderen Seite könnte sie aber Recht haben. Charlie hat noch nicht sehr viel von sich preisgegeben. Das Einzige, was ich über ihn weiß, ist, dass er nackt die Wohnung saugt und bei einer Firma als Anwalt arbeitet. Bin gespannt, ob sich die Story um die beiden überhaupt lohnt.

"Daniel Hecht was not traveling alone?"

Sydneys zweiter Fehler in dieser Folge: Sie lässt das Namensschild "Kate Jones" am Koffer, als sie nach Hause kommt, während Will bereits einer Kate Jones hinterher jagt. Zufälle gibtís! Eben nicht. So blöd kann man doch wirklich nicht sein. Oder wollten uns die Macher der Serie jetzt erstmal eine Lektion erteilen, dass eine Sydney Bristow auch nicht perfekt ist? Hallo? Die ist bereits sieben Jahre bei SD-6. Das wäre wirklich ein Ding gewesen, hätte Will das Namenschild gelesen, mit dem er so nervös herumspielte. Auf Sydneys Antwort wäre ich mega gespannt gewesen.

Doch zurück zu Kate Jones: Wer ist das? Wer soll das sein? Da Daniel Hecht mit dieser mysteriösen Frau nach Singapur wollte, es aber nicht Sydney war, aber sein sollte, weil einer ihrer Aliasnamen bei SD-6 Kate Jones ist, kann da nur wieder einmal Jack dahinterstecken. Die nächste Folge wird es hoffentlich zeigen, und wenn nicht, ist es auch erst einmal egal.

"When I was in Morocco, the man who died, he was a friend of mine. He was a good man, he thought he was fighting for the right side, that he was working for the CIA. I had his blood on my hands."

Kommen wir mal zur Abwechslung zu einem spannenden und interessanten Teil dieser Folge. Das waren eindeutig die Parts in Marokko und Sao Paulo. Das sollte auch so sein, dass Sydneys Missionen im Vordergrund stehen. Leider werden diese momentan immer nur kurz zwischen die anderen Storylines gedrückt, oder sie kommen zum Schluss mit einem Cliffhanger. Als das Treffen mit ihrem Kontaktmann Bak Ibrahim für diesen schließlich tödlich endete, tat mir Sydney dermaßen leid, weil sie erneut von der Vergangenheit eingeholt wurde. Sie musste ohnmächtig mit ansehen, wie jemand, der für die falschen Leute arbeitete, getötet wurde. Das Schlimmste ist wohl für sie, dass sie daran vorläufig nichts ändern kann.

"I've seen how you think. I've seen how you work. I've seen who you are."

Ich möchte nicht in der Haut von Sydney stecken, wenn man so einen Tag wie den in Marokko erlebt hat und dann nach Hause kommt und niemanden zum Reden hat. Besser gesagt, mit niemandem reden darf, denn genug Leute sind ja irgendwie immer da. Und dann macht ausgerechnet Jack, mit dem sie über das Geschehene sprechen darf und kann, einen Rückzieher. Zum Glück gibtís da noch Michael Vaughn, der ihr wieder bewusst machte, was für großartige Arbeit sie leistet und wie außergewöhnlich sie ist. Jennifer Garner fand ich in dieser Szene einfach großartig und sehr überzeugend, während ihres totalen Gefühlschaos über Danny, ihren Vater, Ibrahim, der in Marokko getötet wurde und SD-6. Als ihr Pieper läutete und sie den ins Wasser schmiss, fand ich Vaughns Reaktion darauf zwar etwas irrational, dafür aber lustig, und seitdem duzen sich beide. Nette Veränderung!

Fazit

Zu Anna gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen, denn dass sie in Malaga auftauchen würde, war wirklich klar wie Kloßbrühe und vorhersehbar. Und das letzte Mal werden wir sie bestimmt nicht gesehen haben. Was ich am Anfang dieser Folge fast schon traurig fand, war, dass sich Sydney wieder so naiv, stur und kleindenkend Michael Vaughn gegenüber verhalten hat. Das hat mich an #1.02 Neuanfang erinnert. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, sie wäre klüger geworden nach der letzten Folge.

Die Milo-Rambaldi-Sache finde ich noch nicht so spannend, doch das kann sich ja noch ändern. Dafür war die Handlung in Sao Paulo sehr vielversprechend. Doch dieser Plot geht erst in der kommenden Episode ins Eingemachte. Und ich hoffe dann auf eine bessere Episode.

Dana Greve - myFanbase

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