Bewertung: 8

Review: #1.12 Der Schmerz in unserem Dasein

Foto: James Purefoy & Shawn Ashmore, The Following - Copyright: 2013 Fox Broadcasting Co.; Sarah Shatz/FOX
James Purefoy & Shawn Ashmore, The Following
© 2013 Fox Broadcasting Co.; Sarah Shatz/FOX

Na endlich! Ein Wiedersehen, das bitter nötig war. Joe und Ryan treffen erneut aufeinander und dieses Treffen bringt uns Ryan erneut ein Stück näher und zeigt, was für ein Psychopath Joe Carroll wirklich ist. Zusätzlich gibt es ein Wiedersehen mit Mike, der endlich zurück ist und sicherlich derjenige sein wird, der Roderick erkennt. Es geht also auf den großen Showdown zu und die kommenden Entwicklungen werden entscheiden, wie es mit unseren Helden weitergeht.

"We are... so alike, Ryan. It is through death that we both live."

Einen Joe Carroll wie in dieser Episode haben wir noch nicht gesehen. Er ist verwirrt, hat eine Blockade und kommt einfach nicht weiter. Dass er durch diese Verzweiflung unvorsichtig wird, ist verständlich. Allein schon sein Anruf bei Ryan mit einem normalen Handy zeigt, dass seine Verzweiflung Überhand nimmt. Er ist hin- und hergerissen und kann nicht mehr klar denken, was für uns einen Vorteil darstellt. Zum einen will er alles selbst erledigen und gerät dadurch wieder mir Roderick aneinander. Die Spannungen wachsen von Folge zu Folge und Roderick wird es nicht so leicht hinnehmen, dass Joe ihn als Versager darstellt. Man kann es ihm nicht verübeln. Für uns ist das jedoch gut, da Joe endlich aus dem Haus kommt und uns ein Wiedersehen mit Ryan schenkt, bei dem man vor Spannung an den Bildschirm gefesselt ist. Diese beiden schaffen es einfach, die komplette Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Man fiebert mit ihnen mit, man ist gespannt, was dabei rauskommt und kann nur hoffen, dass Joes Verzweiflung ihn nicht soweit treibt, Ryan sofort umzubringen.

Mit Mike hat er etwas gegen Ryan in der Hand und so kommt eine spannende Konversationen zustande, bei der man am Ende nur noch "Wow" sagen kann. Ryan erzählt ihm von seinem Vater und wie dessen Tod der Grund war, dass sein Leben so verlaufen ist. Im Grunde hätte man meinen können, dass Ryan durch den Tod seines Vaters zum Agenten wurde, um der Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen. Doch das Ende bringt die gesamte Geschichte ans Tageslicht, denn Ryan hat den Drogenjunkie selbst umgebracht. Er hat ihm die Überdosis verpasst und den Tod seines Vaters so gerächt. Dass dies eine Auswirkung auf sein gesamtes Leben hatte, ist verständlich. Zwar hat sich Ryan zum Guten entwickelt, doch im Grunde hat er genauso angefangen wie Joe und bei dieser Erkenntnis läuft einem ein kalter Schauer über den Rücken. Man will diese beiden Männer nicht auf der gleichen Stufe sehen, das kann man gar nicht vergleichen. Doch irgendwie ist der Anfang doch der gleiche. In der Konversation mit Joe musste man die Luft anhalten, es war vor Anspannung kaum auszuhalten, was deutlich zeigt, dass man diese zwei nicht einfach trennen kann. Sie brauchen ihre gemeinsamen Szenen, damit das Tempo der Folge Fahrt aufnimmt. Und das beste daran ist, dass man nie weiß, was folgen wird. Joe hätte auch einfach durchdrehen können und Ryan vor Ort töten können. Genauso wie Mike und Debra. Doch er hat es nicht getan und das ist das besondere an Joe Carroll: Er ist unberechenbar und das soll auch so bleiben.

"I went too far, I know. Not used to almost dying. Makes it harder to do the right thing."

In diesem Zusammenhang ist auch Mike wieder in den Fokus gelangt, denn er hat sich nach seinem Angriff von Roderick verändert. Er ist gefährlicher geworden und möchte, dass das ganze Spielchen ein Ende hat. Man kann es ihm nicht verübeln und das macht ihn als Charakter auch noch stärker. Es freut mich, dass er wieder da ist, da er und Ryan auch hier wieder bewiesen haben, dass sie gut zusammen arbeiten können und auch ihre Unterhaltungen bedeutungsvoll sind. Es ist, als ob Ryan nicht nur ein Freund, sondern auch eine Art Vater für Mike ist und dass die beiden sich nahe stehen, passt hier sehr gut. Schließlich hat man gemerkt, dass Ryan das Leben von Mike nie opfern würde, auch wenn er Joe dadurch schnappen könnte. Das zeugt von Charakter und man kann nur hoffen, dass die Beziehung der beiden weiter ausgebaut wird.

Auch Debra hatte einen starken Moment in dieser Folge, da sie trotz der Gefahr, in der sie sich befand, ruhig geblieben ist und bei Jacob genau den Punkt getroffen hat, der ihn zum Nachdenken gebracht hat. Jacob ist schließlich nur ein Junge, dem es zuviel wurde. Er ist kein Killer, er ist nicht dieser starke Typ und das hat der Anruf bei seinem Vater gezeigt. Vielleicht kann Jacob ja doch noch gerettet werden und er erkennt, dass er nicht diese Person ist, die er vorgibt zu sein. Zwar gefällt mir der Bad Boy an ihm, weil ihn das unberechenbar macht, doch sollte er seine Meinung noch ändern, wäre das dennoch sehr schön. Es sei denn, da steckt noch sehr viel mehr dahinter, wovon wir nichts wissen - Kindermissbrauch vielleicht? Es ist jedenfalls sehr interessant, dass er von Joe so anerkannt wird und Verantwortung übertragen bekommt, nachdem Roderick alles entzogen wird.

Es gefällt mir auch sehr gut, dass das FBI nun mit Roderick zusammen arbeiten muss, weil das keinesfalls gut gehen kann. Mike wird ihn erkennen und dann wird alles auffliegen. Zumindest sind sie ganz nah an Joe und das deutet ja schon darauf hin, dass die Staffel bald zu Ende ist. Jetzt muss nur noch der große Showdown vorbereitet werden und dann kann es losgehen. Roderick wird hier sicherlich dazu beitragen, da seine Wut auf Joe immer größer wird und man durch die Unterhaltungen mit Claire deutlich wahrnehmen kann, dass er Joe nicht mehr vertrauen kann. Claires Betonung darauf zeigt auch nochmal, wie durcheinander Roderick ist. Und gerade bei Joe hat man gesehen, was Wut und Verzweiflung bezwecken kann - man wird unvorsichtig.

"Too soon? You need more time."

Claire ist derweil weiterhin in Joes Haus gefangen und muss sich mit der neuen Situation abfinden. Dass eine starke Frau wie sie nicht so einfach stillsitzt, war klar. Es tut beinahe weh, wenn man sieht, dass sie absolut keine Chance hat, diesem Haus zu entkommen. Joe kann doch aber nicht wirklich glauben, dass ihn das näher an seine alte Familie bringt. Claire wird alles versuchen, um Joey in Sicherheit zu bringen. Und in dieser Folge hat sie schon mal einen guten Anfang gemacht. Zum einen hat sie Roderick durcheinander gebracht, indem sie Joes Vertrauen anzweifelt und zum anderen wäre da noch Emma. Als die beiden miteinander gesprochen haben, kommt man nicht drum herum, zu lachen. Emma kann doch nicht wie Joe glauben, dass alles vergessen ist. Diese naive Art macht sie zu einem kleinen Mädchen und Claire wehrt sich sehr gut dagegen. Es kann nicht sein, dass alle annehmen, die Situation wäre so wie sie ist, perfekt. Das müssen sie doch erkennen. Emma hingegen glaubt an das Gute und hofft, dass Claire erkennt, dass auch sie eine Familie sind. Hier musste man ebenso wie Claire einfach lachen. Diese Situation ist so verrückt, dass man wohl nichts anderes tun kann, als lachen.

Zumindest wehrt sich Claire dagegen und greift Emma auch körperlich an, was eine willkommene Abwechslung war. In diesem Moment lernt man Claire von einer anderen Seite kennen. Sie wird wütend, hat nur das Wohlergehen ihres Sohnes im Kopf und alles andere spielt keine Rolle. Sie wird plötzlich gefährlich und macht Emma auch klar, dass sie nicht davor zurückschreckt, sie zu töten. Wir alle wissen, dass Claire diesen Schritt aufgrund von Joe nicht gehen würde, doch genau in dem Moment, als sie Emma würgt, ist man sich selbst nicht so sicher. Das war eine Offenbarung, wie Ryans Geschichte, als er dem Junkie die Überdosis gegeben hat. Nichts ist mehr sicher und jeder kämpft ums Überleben und die Gerechtigkeit. Was hier richtig und was falsch ist, kann man mittlerweile gar nicht sagen, weil so viele Ereignisse passiert sind, die man erstmal verdauen muss. Doch diese Änderungen und Enthüllungen machen die ganze Sache auch sehr spannend und es ist faszinierend, zu sehen, wo die Grauzone der einzelnen Charaktere ist.

Fazit

Das Highlight dieser Folge war definitiv das Wiedersehen von Joe und Ryan. Viele Minuten saß man gefesselt vor dem Bildschirm und konnte es kaum erwarten, zu sehen, welche Richtung die Konversation einschlägt. Aber auch Joes aktueller Zustand ist brillant gespielt und man bekommt immer mehr Angst vor ihm, weil er unberechenbar ist und die Verzweiflung ihn komplett durcheinander bringt. Schließlich endet er wieder bei Emma, was eigentlich nicht Teil seines Planes sein sollte. Durch Roderick und das FBI wird es langsam brenzlig und die Neugier auf die Auflösung dieser Situation ist groß. In dem Tempo kann es gerne zum großen Showdown kommen.

Alex Olejnik - myFanbase

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