Bewertung

Review: #3.23 Alexander Kirk (Nr. 14) (2)

Ich will ja nicht sagen, dass ich es gewusst habe, aber… ich habe es gewusst. Elizabeth Keen ist nicht tot. Wie erwartet hat Mr. Kaplan ihr zur Flucht aus einem Leben verholfen, das ihr Freiheit von Raymond Reddington geben soll. Dass das am Ende nicht funktioniert, bietet interessanten Stoff für die kommende vierte Staffel.

"I did what I've always done... protected you"

Zum interessantesten Punkt zuerst: Alexander Kirk entpuppt sich am Ende der Episode als Konstantin Rostov, dem angeblichen Vater von Elizabeth Keen aka Masha Rostova. Es ist ein spannender Twist, denn bislang war man doch noch sehr gewillt zu glauben, dass Reds Interesse daran, Liz und nun ihre Tochter zu schützen, darin liegt, dass sie in Wahrheit seine Tochter ist. Nun jedoch taucht Kirk auf und behauptet, ihr Vater zu sein. Dies würde natürlich sein Interesse an Liz erklären und ich bin wirklich gespannt, welche Geschichte sich um ihre Vergangenheit sich nun in der vierten Staffel entspinnen wird.

Langsam muss diesbezüglich auch einmal etwas passieren. Ich hätte es gut gefunden, wenn Kaplan Red gegenüber nicht wieder nur kryptische Andeutungen gemacht hätte, sondern einmal klip und klar darzustellen, welch Interesse er an Liz hat. Stattdessen tappen wir weiter im Dunkeln, wissen jetzt aber wenigstens soviel, dass Red nicht ihr Vater ist. Wenn Kirk denn die Wahrheit sagt. Viel erfährt man ja über Kirk nicht – er ist bei der russischen Regierung in Ungnade gefallen und seither auf der Flucht, besitzt dank eines Ölimperiums Unmengen an Kohle und lebt sehr zurückgezogen. Desweiteren wurde angedeutet, dass er wohl eine Krankheit haben muss, sonst hätte er sich keiner Bluttransfusion unterziehen müssen. Vielleicht liegt ja hierin sein plötzliches Interesse an seiner Tochter – die Hoffnung auf ihre Stammzellen oder ähnliches. Aber das ist jetzt nur reine Spekulation.

Richtig überrascht, dass Liz am Ende am Leben ist, kann man eigentlich nicht sein, denn neben James Spader ist Megan Boone das Kernstück der Serie und sie ohne viel Brimborium aus der Serie zu schreiben, das wäre ungewöhnlich gewesen. Es wäre schon arg respektlos gewesen, ihren Ausstieg aus "The Blacklist" so nebenbei abzuhandeln, ohne die üblichen Lobeshymnen seitens Cast und Produzenten. Die Erklärung, die Kaplan liefert, wie sie uns alle hat glauben lassen, dass Liz tot ist, sind eigentlich überflüssig, was sie zwar immer wieder erwähnt, nur um dann doch das wie und warum auszubreiten und zu diskutieren. Dabei interessiert wirklich nicht, wie es ihr gelingen konnte, Red an der Nase herumzuführen. Vielmehr interessiert doch, ob Red ihr den Betrug verzeihen kann. Immerhin macht er sie am Ende dafür verantwortlich, dass Liz doch noch Kirk in die Hände gefallen ist. Ihr Schicksal bleibt vollkommen offen und ich frage mich, wie tief Red gekränkt ist. Normalerweise ist Loyalität seiner Mitarbeiter das Wichtigste. Er lässt zwar zu, dass sie ihm hin und wieder contra geben und auch ihre Meinungen vertreten, doch er erwartet von ihnen bedingungsloses Vertrauen. Kaplan hat ihn hintergangen und dies wird Konsequenzen für sie haben – die Frage ist, sind ihre Dienste Red wichtiger als der Vertrauensbruch oder muss sie, wie so viele andere Verbündete, die ihm in den Rücken gefallen sind, dafür büßen.

"If you have the spare time, I would think you'd be spending it trying to learn about your parents. I understand Scottie Hargrave offered you a job." "She'll have to wait."

Der Diebstahl des Öltransporters von Kirk war mal wieder hervorragend inszeniert und soll wohl Lust auf "The Blacklist: Redemption" machen, in der Tom Keen eine Hauptrolle übernehmen soll. Es ist natürlich spannend zu sehen, wie hier Red und Tom zusammenarbeiten und es ihnen gelingt, mal wieder in kürzester Zeit das unmögliche zu schaffen. Tauschen wir nun Red gegen die nicht minder charismatische Scottie Hargrave aus und wir haben die perfekte Kopie der Serie. Man muss sehen, wie sich "Redemption" am Markt schlagen wird. Was mir jedoch jetzt schon gefällt, ist dass man weiß, dass Tom Keen und Scottie verwandt sind – nun wird es interessant sein zu sehen, wie Tom mit der Information umgeht und ob er es ihr irgendwann mitteilt. Aber ich schweife ab. Das Spi-Off ist noch etwas hin und erst einmal muss Tom Keen überhaupt überleben, immerhin hat Kirk ihn auch noch entführt. Aber das ist dann wohl ein Cliffhanger, der seinen Namen nicht verdient.

Womit ich nicht gerechnet hatte, war die Tatsache, dass Tom in Kaplans Plan eingeweiht war. Seine Flucht nach Kuba kommt am Ende etwas überraschend, denn ich hätte erwartet, dass er wenigstens abwartet, ob Kirk eliminiert werden kann. Dass er blauäugig aufbricht, ohne sich zu versichern, dass ihm niemand auf den Fersen ist oder dass es Red tatsächlich gelungen ist, Kirk zu töten, ist schon ungewöhnlich für ihn. Aber es war eben für den Fortlauf der Handlung wichtig. Man muss es also akzeptieren.

Ich kann mir noch immer nicht vorstellen, wie man erklären will, dass Tom Keen am Ende sich doch noch Scottie und ihrer Truppe anschließt und Frau und Kind in Washington zurücklässt. Er hat sich in der letzten Staffel zu einem zentralen Punkt in Liz‘ Leben entwickelt und selbst so viel Energie darin investiert, aus seinem alten Leben auszubrechen und eine ruhiges Familienleben mit Liz zu führen, so dass es unwahrscheinlich ist, dass er dieses über Bord werfen wird, sobald die ganze Sache um Kirk geklärt ist (wovon ich ja stark ausgehe).

Randnotizen

  • Das Gespräch zwischen Red und Cooper ist sehr schön, da es den gegenseitigen Respekt der Männer füreinander sehr gut einfängt. Vielleicht waren sie nicht immer einer Meinung, aber sie erkennen einander an. Es wäre das perfekte Ende für "The Blacklist" gewesen, wenn man hier ausgestiegen wäre. So oder so ähnlich hätte ich mir die letzte Szene eines Serienfinals vorgestellt.
  • Als es soweit ist, dass Red am Abzug steht, um Kirk auszuschalten, trifft Ressler eine für ihn folgenschwere Entscheidung, denn er lässt ihn gewähren. Er wirf seine Prinzipien über Bord, dass man immer nach den Regeln spiele sollte. Diese Entwicklung hat sich bereits im Laufe der Jagd auf Liz angedeutet, doch dass er in einem immer stärker werdenden moralischen und persönlichen Dilemma steckt, was die Zusammenarbeit mit Red betrifft, wird nie deutlicher als hier.

Fazit

Zum ersten Mal seit langem bin ich wieder gespannt, wie "The Blacklist" weitergeht. Dass man am Ende den Weg des geringsten Widerstands geht und sich der Tod von Liz in #3.18 Mr. Solomon: Conclusion als Finte herausstellt, mag man an dieser Stelle verzeihen, denn es ermöglicht eine interessante neue Geschichte rund um Liz‘ Familie. Auf ein neues also, in Staffel 4 von "The Blacklist".

Melanie Wolff - myFanbase

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