Bewertung

Review: #3.09 Der Direktor (Nr. 24)

Krankte des Midseasonfinale noch daran, dass es zwar interessante Veränderungen gab, diese jedoch durch recht willkürliche Entscheidungen herbeigeführt wurden, die auch noch recht langweilig umgesetzt wurden, so zeigt sich mit dem Auftakt des zweiten Teils der 3. Staffel, wie man sich besser von den Zuschauern ins Winterfinale hätte verabschieden können. #3.09 The Director (1) ist spannend erzählt, bringt einige Spieler in eine entscheidende Position und wartet nun nur noch auf den großen Knall.

"Donald, I find him so stiff so much of the time. He doesn't appreciate life's trimmings."

Elizabeth Keen ist nun im Gewahrsam der Behörden und wartet auf ihren Prozess. Allen Beteiligten ist klar, dass ihr Leben nun in ernsthaften Schwierigkeiten steckt, nur Donald Ressler ist weiterhin davon überzeugt, dass, wenn er sich nur an die Vorschriften hält, es für Liz auch ein faires Verfahren mit einem fairen Ausgang für sie geben kann. Dass ihm im Laufe der Episode endlich die Schuppen von den Augen fallen und er sieht, wie tief die Verschwörung um den Kabal gibt und Liz Leben tatsächlich am seidenen Faden hängt, jetzt da sie nicht mehr durch Red beschützt werden kann, ist längst überfällig. Natürlich steht er zwischen den Stühlen – er hat einen Kodex, den er aufgrund seines Vaters aufrecht erhalten will. Diese moralische Überzeugung ist nicht verwerflich, aber er bringt ihn hier doch an eine Grenze – will er seine ehemalige Kollegin schützen, so muss er sich eingestehen, dass es in seiner Organisation mehr Menschen gibt, die sich eben nicht an solch eine Moral gebunden sehen und teilweise über Leiche gehen, um an ihr Ziel zu geben, als solche Personen, die strikt nach den Vorschriften handeln.

In dem Moment, als Laurel Hitchin den Namen "Tommy Markin" erwähnt, da sieht Ressler ein, dass Red und Liz Recht hatten. Der Kabal ist überall und er hat kein Interesse daran, dass Liz einen fairen Prozess bekommt. Er tut dann das einzig Richtige und schlägt sich endlich auf Liz' Seite. Natürlich bedeutet dies nicht, dass er ihr zur Flucht verhilft, aber er wirft endlich sein Ressentiment Tom Keen gegenüber über Bord und schließt sich ihm und Harold Cooper an.

Die Schießerei in der kleinen Hütte im Wald zwischen dem Kabal und der Gruppe um Tom ist sicherlich etwas übertrieben. Im Nu ist Solomons Truppe erledigt, nur er übersteht den Kugelhagel und weder Tom, noch Ressler oder Karakurt haben auch nur eine Schramme abgekriegt. Es ist der typische Shootout in Actionfilmen, aber ganz ehrlich – was anderes hätte man hier auch nicht erwarten können. Am Ende befindet sich Dembe in Gewahrsam des FBI unter dem Schutz von Cooper und Ressler, während Solomon hinter Gittern ist. Irgendwie kann ich noch nicht so recht glauben, dass wir zum letzten Mal von dem Auftragskiller gehört haben. Es wäre ein zu schwaches Ende für den smarten Solomon und Ressler selbst deutete ja darauf an, dass dieser wahrscheinlich Recht behalten sollte, wenn er groß damit prahlt, dass man ihn nicht zur Verantwortung ziehen kann für die Taten, die er getan hat. Er wird seine Mittel und Wege haben.

"He follows you around like a faithful bloodhound, but you still don't know..."

Während Ressler endlich in die Gänge kommt, ist Liz zum Nichtstun verdammt und wird in dieselbe Glasbox gesperrt, in der auch schon Reddington oder Alan Fitch einsaßen. Wie auf dem Präsentierteller sitzt sie in der Mitte der Blacksite und wartet darauf, dass über ihre Schicksal entschieden wird. Es dauert auch nicht lange, bis der Direktor mit seinen Schergen auftaucht und es klar wird, dass wenn Ressler nicht bald etwas unternimmt, ihre Tage gezählt sind. Glücklicherweise hat sie noch den ein oder anderen Freund im FBI, der sich nun auch endlich offen gegen ihre Gegenspieler stellt.

Dass Aram den Code für den Zugriff zur Box ändert, war zu erwarten. Er vertraut Liz und er glaubt, was auch Reddington immer wieder gebetsmühlenartig erzählt – Liz wurde vom Kabal hinters Licht geführt und soll nun ausgeschaltet werden. Daher ist es verständlich, dass er alles in seiner Macht stehende unternimmt, um sie zu schützen. Dieses Mal beschränkt sich dies jedoch nicht einfach nur darauf, ein paar Dinge am Rechner zu machen. Als klar wird, dass der Kabal die Luftzufuhr zu der Box gekappt hat und er keine andere Wahl hat, als Liz aus dem schützenden Raum zu befreien, da zieht er seine Waffe. Es wirkt etwas unbeholfen, aber immerhin sorgt er so dafür, dass die entscheidenden Minuten verstreichen können, bis Cynthia Panabakar auftaucht, eine Frau und Anwältin nehme ich an, die noch von Reven Wright gebeten wurde, sich um die Sicherheit von Liz zu bemühen.

Interessanteste Szene auf der Blacksite ist jedoch das Gespräch zwischen dem Direktor und Liz, in der er sie fragt, ob sie denn endlich herausgefunden hat, welches Interesse Reddington an ihr hat. Es wird also mal wieder angedeutet, dass es zwischen den beiden eine Verbindung gibt, die jedoch auch dieses Mal (natürlich) noch nicht enthüllt werden kann. Ich frage mich, wie lange "The Blacklist" es noch schafft, um den großen Enthüllungsmoment herumzutanzen, ohne dass es Lächerlich wird. Natürlich ist die Beziehung der beiden Hauptcharaktere zueinander ein wichtiger Punkt in der Serie, aber es würde sicherlich nicht schaden, würde wenigstens der Zuschauer endlich einen klaren Hinweis darauf geben, warum sich Red so dermaßen um Liz bemüht. Da eine vierte Staffel für die Serie jedoch schon beschlossen ist, hege ich Zweifel daran, dass man diesen Schritt tatsächlich gehen wird.

Randnotizen

  • Es gibt eine kleine Szene zwischen Cooper und Charlene, in der noch einmal ihr Betrug aufgegriffen wird. Es nervt mich ein bisschen, dass ständig die "du warst nie für mich da, ich hatte keine andere Wahl als dich zu betrügen"-Karte ausgespielt wird. Als würde die Abwesenheit eines Partners legitimieren, dass man ihn hintergehen kann. Aber anscheinend sind die Menschen einfach nicht in der Lage, sich mal zu einem ernsten Gespräch zusammen zu setzen und über Probleme zu diskutieren.
  • Sehr befremdlich für mich war die Szene, in der Tom Keen versucht hat, Donald Ressler auszureden, Solomon zu erschießen. Hat ihn die kleine Geschichte um Resslers Vater so dermaßen überzeugt, dass er plötzlich selbst so etwas wie ein Gewissen entwickelt hat. Er fleht ihn ja förmlich an, Solomon nicht zu erschießen, was schon irgendwie seltsam wirkt.
  • Reddington ist an keinem der Hauptgeschichten beteiligt und fungiert wieder einmal eher als Strippenzieher im Hintergrund. Dennoch ist auch seine Geschichte nicht uninteressant. Zusammen mit Samar Navabi arbeitet er an einem Deal mit Venezuela, wie auch immer der aussehen mag. Schön, dass man für Navabi noch einen Nutzen gefunden hat und sie nicht einfach in der Versenkung verschwunden ist.
  • Klasse inszeniert war der Abschluss der Episode, in der Red sich auf einem Friedhof an einem offenen Grab mit Aram trifft und ihm dafür dankt, dass er Liz das Leben gerettet hat. Auch hier wird wieder aufgegriffen, wie wichtig Liz für Red ist und dass sie für ihn mehr als nur ein Protegé für ihn ist. Er hat ein tiefes, persönliches Interesse daran, sie zu schützen. Wenn etwas anderes herauskommen sollte, als dass sie seine Tochter ist, wäre ich ehrlich gesagt, ziemlich enttäuscht.

Fazit

Die Episode war ein starker Auftakt in den zweiten Teil der dritten Staffel und verspricht auf für die Fortsetzung des Zweiteilers um den Direktor eine spannende Geschichte. Die Protagonisten sind entschlossener denn je, endlich gegen den Kabal vorzugehen, wobei ich fest davon ausgehe, dass die Bedrohung selbst durch einen möglichen Tod des Direktors noch nicht gebannt sein kann. Wir werden es sehen...

Melanie Wolff - myFanbase

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