Bewertung: 7

Review: #1.20 Der Königsmacher (Nr. 42)

Wenn es etwas wie die Ruhe vor dem Sturm gibt, dann ist diese Episode vor dem zweiteiligen Staffelfinale wohl ein wunderbares Beispiel dafür. Nachdem Tom sich erst mal aus dem Staub gemacht hat und Elizabeth mit einer kleinen Information bezüglich Reddington und Sam zurück gelassen wurde, geht es in erster Linie darum, einen Fall der Woche zu lösen und Reddington in Position zu bringen.

"They think, he's after you."

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Reddington ein echtes Problem bekommen wird, denn dass er nach und nach Bösewichte an den Pranger stellt und dabei selbst unverschont bleibt, war auf Dauer unglaubwürdig. Selbst wenn er überall seinen Einfluss hat und insgesamt gefürchtet wird, so ist Berlin nun offensichtlich eine ernstzunehmende Gefahr. Reddington versucht deshalb die Gruppe für sich zu gewinnen, eine Versammlung international einflussreicher Leute vom Schlage Reddington, die sich aber in den Konflikt lieber nicht einmischen wollen. Hier wird in erster Linie um den heißen Brei drumherum geredet. Niemand weiß etwas Genaues. Letztlich werden hier nur Drohungen ausgesprochen. Die Gruppe glaubt, dass Reddington den Gegner selbst verursacht hat und nun mit den Konsequenzen alleine leben müsse. Reddington droht erst, die Gruppe auffliegen zu lassen, macht dann aber deutlich, dass er eh der Sieger sein wird und er dann der Gruppe nicht mehr helfen könne. Man merkt schnell, dass sich hier verschiedene Seiten für das Finale der Staffel in Stellung bringen, ohne wirklich aktiv zu werden. Im Sport würde man das taktisches Geplänkel nennen. Und so wie es aussieht, wird Reddington derjenige sein müssen, der zum Angriff bläst, bevor seine Position weiter geschwächt wird.

"The Kingmaker is on his way!"

Ein vielversprechender Name auf der Blacklist spielt in dieser Episode eine wesentliche Rolle, weil der Kingmaker auch mit Reddingtons Interessen kollidiert ist. Red setzt das FBI mal wieder ganz bewusst auf einen Mann an, den er selbst gerne sprechen will. Das letzteres nicht zustande kommt, ist definitiv nicht von Vorteil für ihn, weil Red damit weiterhin nicht genau weiß, gegen wen er sich zur Wehr setzen muss. Das war es aber auch schon an Bezug zur großen Staffelhandlung. Der Kingmaker bekommt aber sehr viel Zeit in dieser Episode für einen interessanten Fall. Ein aufstrebender Politiker will sich vom Kingmaker den notwendigen Anschub holen, damit er schnell den Weg nach oben gehen kann und nicht in der politischen Landschaft verschwindet. Machtgier ist ein immer willkommenes Motiv und sicherlich hätte es auch wunderbar funktioniert, wenn das FBI durch Reddington nicht die entscheidenden Tipps bekommen hätte. Wie gesagt war der Fall insgesamt spannend und interessant, die Idee und Umsetzung dieser stimmte. Aber auch an dieser Geschichte wurde deutlich, dass man hiermit vor allem ablenken wollte. Der Fall hat so viel Raum in der Episode eingenommen, wie lange schon nicht mehr. Dadurch war man nicht in der Bedrängnis, andere Dinge voranschreiten zu lassen und kann diese dann komprimiert in die kommenden beiden Episoden bringen. Da man nach den letzten Episoden, in denen man die Geschichte um Elizabeth und Tom auflöste, es aber kaum noch erwarten kann, wie es weiter geht, weil man weitere Antworten auf die vielen Fragen sucht, fühlte man sich in dieser Episode doch wie an einer Leine, ausgebremst, ruhig gehalten. Das baut wieder enorm Spannung auf, frustriert in dieser Episode selbst aber auch ein wenig.

"Did you kill my father?"

Der einzige wirkliche Fortschritt ist auch kein wirklicher für die Zuschauer, denn Elizabeth findet heraus, dass Reddington ihren Pflegevater getötet hat. Für uns Zuschauer ist das nichts Neues und auch die Reaktionen waren zu erwarten. Elizabeth ist sauer und will Reddington nie wieder sehen, während Reddington sich zu erklären versuchte, es mit Sterbehilfe begründete und erklärt, dass es sinnvoll gewesen sei, dass Geheimnis zu bewahren. Wir erfahren also nichts Neues, aber Reddington ist auch von dieser Seite her ein Stück weit isoliert, weil die wohl wichtigste Person für all sein Tun ihm den Rücken zuwendet. Perfekte Voraussetzung für das Staffelfinale.

Fazit

Man merkt der Episode in vielen Phasen an, dass sie ein wenig die Lücke zum zweiteiligen Finale der Staffel füllen muss. Neue Erkenntnisse gibt es kaum, aber die Charaktere werden in Stellung gebracht. Es liegt auf der Hand, dass es jetzt richtig losgehen wird. Insofern erfüllt die Episode mit einem abermals ordentlichen Fall seine Funktionen, kann für sich gesehen aber bei Weitem keine volle Punktzahl erreichen.

Emil Groth – myFanbase

Diese Episode ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "The Blacklist" über die Folge #1.20 Der Königsmacher (Nr. 42) diskutieren.