Bewertung: 7

Review: #4.14 Der Architekt (Nr. 107)

Hat noch jemand das Gefühl, dass die Person, die Raymond Reddington gerade ins Auge gefasst hat, Kate Kaplan ist, die sich an ihm rächen will? Das letzte Mal, als wir sie sahen, ist sie aus ihrer Gefangenschaft geflohen und zu jemandem ins Auto gestiegen. Ziel: unbekannt. Könnte es sein, dass sie sich nun zur Aufgabe gemacht hat, es Reddington heimzuzahlen, was er ihr angetan hat?

"You've become more of a liability than an asset."

Nüchtern betrachtet muss hinter den Angriffen auf Reds Organisation jemand stehen, der ihn gut kennt und der weiß, wo er ihn am härtesten treffen kann. Derjenige muss über eine Menge Insiderwissen verfügen und Red Schwachpunkte kennen. Von diesem Standpunkt aus wäre es natürlich naheliegend, dass es Kaplan sein könnte, denn sie hat soviel Einsicht in seine Unternehmungen wie kaum jemand anderes.

Allerdings kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man dem Zuschauer glaubhaft vermitteln will, dass Kate tatsächlich zu einem Mord fähig ist, um Red zu schaden. Natürlich ist sie wütend und enttäuscht, dass er ihre Beweggründe nicht verstanden hat, als sie dabei half, Liz' Tod zu fingieren, doch nichts lässt darauf schließen, dass sie Rachegedanken hegt. Von daher ist Kaplan vielleicht doch nicht die am nächsten liegende Wahl.

Im Moment tappen die Zuschauer, genau wie Red selbst, immer noch im Dunkeln. Die vielen Irrungen und die Tatsache, dass Red selbst Isabella angeheuert hat (jedenfalls mit seinem Geld) sprechen dafür, dass es jemand ist, der ihm nahe steht. Nur leider kennen wir aus Reds Umfeld nur ganz wenige Personen, so dass es am Ende enttäuschend ist, wenn wieder ein Name wie Alexander Kirk fällt, zu dem der Zuschauer keinerlei Bezug hat. Doch wär käme alternativ in Frage neben Kaplan? Dembe? Sicherlich nicht. Katarina Rostova? Hier wurde uns glaubhaft vermittelt, dass sie tot ist. Wer könnte also hinter den Angriffen stehen… ich hoffe, es wird bald aufgeklärt.

"You were amazing last time." " Which part,getting beaten to a pulp by my psycho girlfriend, or screaming our safe world like a baby who needs his diaper changed?"

Während Red also weiterhin beschäftigt ist, darf Aram sich mal um einen Blacklister kümmern und hinter seinem Rechner vorkommen. Es tut ganz gut, ihn mal nicht als Hasenfuß zu erleben, sondern zu sehen, dass auch er in gefährlichen Situationen durchaus seinen Mann stehen kann. Dazu schleust man ihn undercover in eine Hackergemeinde ein, was dann prompt in einer Geiselnahme endet.

So interessant die ganze Sache um den Architekten ist, so schnell wird sie auch mal wieder abgehandelt. Man lernt des charismatischen Mann, dargestellt von "Star-Trek-Data" Brent Spiner gar nicht richtig kennen, da ist er auch schon wieder verschwunden. In die Luft gejagt von niemand geringerem als Aram selbst. Starke Szene, als er da auf das Auto klettert und mit dem Raketenwerfer auf ihn schießt. Und dennoch, trotz dass sich der Fall durch die ganze Folge zieht und auch endlich mal Aram von seinem Bildschirm hervorzerrt, fehlt mir hier ein bisschen der rote Faden. Es wird in den neuen Folgen stets ein Bösewicht eingeführt, der aber nichts und wieder nichts mit der aktuellen Handlung zu tun hat. Füllmaterial quasi, um den restlichen Hauptcast zu beschäftigen, während die wirklich interessanten Dinge bei Reddington passieren. Das ist ein klein wenig ärgerlich und wurde in der ersten Staffel einfach besser gelöst.

"You should show this to your mother. She probably knows something."

Die dritte Storyline, die angerissen wird, treibt Tom Keen allmählich weiter in Richtung "The Blacklist: Redemption". Nach dem immer mehr Details zu seiner Kindheit ans Licht kommen, ist er gewillt, herauszufinden, was mit ihm passiert ist. Warum wurde sein Tod fingiert? Wer profitiert davon, dass ein kleiner Junge verschwindet und wer zahlt einem anderen Geld dafür, dass er behauptet, Tom ermordet zu haben? Dass die Neuigkeiten, die er erfährt, ihn nicht los lassen, ist verständlich. Tom will wissen, wer er ist, wo er herkommt und was mit ihm passiert ist. Die Antworten dazu kann vielleicht seine Mutter liefern, die jedoch noch nicht einmal weiß, dass er noch am Leben ist.

Ich freue mich also auf die Konfrontation zwischen den beiden und hoffe inständig, dass man die Elternfrage noch so lange vor sich herschiebt, wie hier bei "The Blacklist". Immerhin sind diese Mal die Vorzeichen ein wenig anders: Tom weiß, wer seine Eltern sind und der Zuschauer ist darüber auch im Klaren. Ich bin also gespannt, wie lange es dann in dem Spin-Off dauern wird, bis Mutter und Sohn sich gemeinsam auf die Suche nach den Hintermännern machen werden, die damals für Toms Verschwinden verantwortlich waren. Es wäre auf jeden Fall ein interessanter roter Faden, den die Serie verfolgen könnte und der hier im Moment gut vorbereitet wird.

Randnotiz

  • Aram trifft auf seine Ex-Freundin, die trotz der Spionage nicht ins Kitchen gewandert ist, sondern aufgrund ihrer Fähigkeiten jetzt für die NSA arbeitet. Na bravo! Da denkt sich der Regierungsapparat wohl: "Warum ein Talent vergeuden..."
  • Harold Cooper spricht am Ende von seiner kranken Tochter. Haben wir die schon mal zu Gesicht bekommen? Ich kann mich gerade überhaupt nicht an sie erinnern...



Fazit

Wieder eine solide Episode, die interessante Dinge ins Rollen bringt (Tom Keen), Charaktere an ihre Grenzen lockt (Aram) und die Haupthandlung ein Stück vorwärts bringt (Reddington). Nach dem kreativen Tief zu Beginn der Staffel geht es mit "The Blacklist" allmählich wieder etwas aufwärts, auch wenn man von früherer Qualität schon noch ein gutes Stück entfernt ist.

Melanie Wolff - myFanbase

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