Bewertung: 8

Review: #1.03 Eine Frau für alle Fälle

Nachdem uns die ersten beiden Episoden einen Einblick in die Familie Gregson und Taras Krankheitsbild ermöglicht haben, wird in dieser dritten Folge damit begonnen, in die Tiefe zu gehen. Sex spielt dabei eine wichtige Rolle. Tara fürchtet, dass Max mit einer ihrer anderen Persönlichkeiten schläft, was er nicht tut, doch haben T und Alice bereits versucht, Max zu verführen.

Die Autoren von "United States of Tara" beweisen, dass sie bereit sind, auch die heiklen Themen anzusprechen, die eine Multiple Persönlichkeitsstörung mit sich bringt. Wäre es in Ordnung, wenn Max mit T oder Alice schlafen würde? Eine schwierige Frage, die je nachdem, welchen Maßstab man ansetzt, den rechtlichen, den religiösen oder den moralischen, unterschiedliche Antworten hervorbringt. Alice und T sind eigene Persönlichkeiten, die sich deutlich von Tara unterscheiden und sich schon dadurch von ihr distanzieren, dass sie andere Namen haben, sich anders kleiden und anders auftreten, doch sie stecken in Taras Körper. Vor dem Gesetz sind Alice, T und auch Buck, der natürlich nicht mit Max schlafen will, keine eigenständigen Personen. Rechtlich würde Max keinen Ehebruch begehen, wenn er mit Alice oder T schläft, und die Kirche besitzt keine Statuten für eine Multiple Persönlichkeitsstörung. Streng theologisch gesehen wäre Tara wahrscheinlich ein Fall für den Exorzisten. Moralisch sieht alles natürlich schon wieder ganz anders aus. Für Tara wäre es sehr verletzend, wenn Max mit einer ihrer alternativen Persönlichkeiten, die Manifestationen ihrer tief verborgenen Gedanken und Gefühle sind, schläft. Es ließe sich sehr lange darüber diskutieren und das macht den Reiz von "United States of Tara" aus. Die nur knapp halbstündigen Episoden bieten genug Material zum nachdenken und diskutieren.

Marshall hat sich in seinen Mitschüler Jason verknallt, der seinerseits keine Signale aussendet, die darauf hindeuten, dass er homosexuell und an Marshall interessiert ist, aber dass muss ja erstmal nichts heißen. Dass Jason Marshall allerdings dazu einlädt, in einer Aufführung von "Hell House" mitzuwirken, macht die Sache schon komplizierter. "Hell House" ist eine sehr fundamentalistische Veranstaltung, bei der die Schrecken der Sünde hübsch theatralisch dargeboten werden. Die Zuschauer dürfen dabei erleben, für was man alles in die Hölle kommt, unter anderem für Abtreibung, Homosexualität, vorehelichen Sex und Selbstmord. Ich glaube, dass Schreiben von Reviews ist nicht dabei, aber man kann nicht vorsichtig genug sein. Um Jason näher zu kommen, lässt sich Marshall jedoch auf die Veranstaltung ein. Damit führt Marshall die Absichten, die hinter "Hell House" stecken, natürlich ad absurdum. Als homosexueller Junge nutzt er die Arbeit an der radikalen, intoleranten, homophoben Aufführung, um seinem Schwarm näher zu kommen. Das ist die Art von Ironie, die mir gefällt.

Derweil tritt Kate ihren Job im Restaurant an und hat die volle Aufmerksamkeit ihres neuen Chefs. Offensichtlich schert sich Gene, so der Name des Chefs, kein bisschen um Kates jugendliches Alter und pafft erstmal eine Zigarette mit ihr. Diese Rauchschwaden verheißen Ärger am Horizont.

Maret Hosemann – myFanbase

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