Bewertung: 9

Review: #13.09 The Bad Place

Foto: Jared Padalecki & Jensen Ackles, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jared Padalecki & Jensen Ackles, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nach einer ziemlich überladenen Folge und einer typischen Fillerfolge, hat "Supernatural" im Winterfinale tatsächlich noch die perfekte Mischung hinbekommen. #13.09 The Bad Place ist spannend, unterhaltsam, überraschend und ist den Charakteren rundweg gerecht geworden. Man hat es nicht nur geschafft, das Spielfeld komplett durcheinanderzubringen, sondern hat dabei auch noch Zeit gefunden, geschickt die Wurzeln für den nachfolgenden "Wayward Sisters"-Spin-Off zu legen.

"Speak of the Devil"

Jack ist zurück! Und mal wieder hat man sich alle Mühe gegeben, die Winchesters und den Zuschauer auf die falsche Fährte zu bringen. Denn als Jack da in Dereks Kopf herumgestochert hat, bin ich mir absolut sicher gewesen, dass er ihn dabei umgebracht hat. Dass er ohne den Einfluss von Sam, Dean und Cas beim verzweifelten Versuch, sich zu beweisen, vielleicht doch auf die dunkle Seite gelangt ist. Dean scheint genauso zu denken, während Sam natürlich mal wieder an das Beste in Jack glauben will. Jack hat sich aber auch wirklich wenig Mühe gegeben, unschuldig zu wirken. Wie er Kaia da so ganz nebenbei aus der Institution befreit und sie dann dazu bringen will, ihm zu helfen – naja, immerhin kommen Sam und Dean ihm so auf die Spur, und das keinen Moment zu früh.

Und doch ist alles ganz anders, als es den Anschein hat. Denn Jack sucht nicht nach Luzifer, sondern will einen Weg zurück in die Parallelwelt zu Mary finden. Ich bin echt erleichtert, dass man daran festhält, dass Jack gut ist und die Momente mit Sam und Dean waren auch wieder klasse. Allen voran die Szene im Auto, als Jack klarmacht, dass er kein Interesse an Luzifer hat und Sam, Dean und Cas seine Familie sind – und die beiden das lächelnd aufnehmen und Dean ihm das ganz ernst bestätigt. Es freut mich so sehr, was für eine tolle Beziehung sie aufgebaut haben und Jack jetzt nach allem eben auch zur erweiterten Winchester-Familie gehört.

"We get mom back, no matter what, remember?"

Man konnte ihnen die Erleichterung ansehen, als sich herausgestellt hat, dass alles nur ein Missverständnis war und Jack niemanden getötet hat. Naja, bis Jack ihnen von seiner Vision ihrer Mutter erzählt. Mary, die sehr wohl noch am Leben ist, auch wenn besonders Dean das doch eigentlich so vehement verdrängt und angezweifelt hat. In dem Moment hat sich bei Dean ein Schalter umgelegt, was man auch noch wunderbar dargestellt hat: Der Familienrettungsmodus wird aktiviert. Das ist auch die einzige Erklärung (wenn auch nicht Entschuldigung) dafür, dass Dean Kaia kurz darauf mit einer Waffe zur Mitarbeit zwingt. Denn das passt doch eigentlich so überhaupt nicht zu Dean, vor allem, weil Kaia ja noch ein halbes Kind ist. Aber es geht nun einmal um Mary, die irgendwo im Nirgendwo gefoltert wird. Trotzdem hat man gesehen, dass auch Sam ziemlich schockiert war, dass Dean so weit gehen würde.

"It's not a gift, it's a curse. I only go to one place. The Bad Place."

Kaia ist wie auch Claire, Alex und Co. einer dieser verlorenen Teenager mit traumatischer Vergangenheit, denen Sam und Dean hin und wieder begegnen. In ihrem Fall ist das komplette Einsamkeit, nirgendwo hingehören, von ihrer Gabe als Dreamwalker gequält und letztlich in einem Institut für Suchtkranke abgeladen werden. Wirklich tragisch, vor allem, da Kaia ein richtig interessanter Charakter zu sein scheint: Schlagfertig, aufgeweckt und clever. Und trotzdem kann sie sich nicht vorstellen, dass irgendjemand sich genug für sie interessiert, um sie zu retten, als sie von den Engeln entführt wird. Immerhin hat Jack es geschafft, Kaia bei ihrem Abenteuer mit den Winchesters zumindest etwas Hoffnung zu geben. Das ist auch gut so, denn wer die Spoiler zur Serie ein bisschen verfolgt hat, dürfte wissen, dass wir Kaia nicht zum letzten Mal zu Gesicht bekommen haben.

Durch Kaia und Derek bekommen wir ein neues übernatürliches Wesen zu Gesicht: Dreamwalker. Die sind ähnlich wie Hellseher eher am unauffälligen und menschlichen Ende des Monster-Spektrums, gleichzeitig aber unheimlich faszinierend. Denn mit ihnen hat man meine Theorie bestätigt, dass es gleich einen ganzen Haufen Paralleluniversen gibt. Als Jack mit Kaia zusammen das richtige Universum sucht, bekommen wir einen Blick auf die verschiedensten Tore. Diese ganzen Möglichkeiten, die sich einem da auftun! Der Gedanke, in verschiedene Universen schlüpfen zu können würde ja alleine schon genug Stoff für einen Spin-Off geben, wie eine Mischung aus Zeitreise und beliebig vielen Fantasiewelten. Aber für "Supernatural" muss es reichen, nur an der Oberfläche zu kratzen, denn sonst verliert man sich ja völlig zwischen den Welten. Lustigerweise ist es genau das, was unseren Universums-Springern passiert: Jack kommt, wie gewollt, zu Mary (wenn Luzifer mal gewusst hätte, dass er einfach hätte dableiben können, um seinen Sohn zu finden). Und Sam und Dean... ja, wo sind die eigentlich gelandet? Nach Kaia dürfte es sich dabei um den "Bad Place" handeln. Große Schädel, viel Wald, komische Gestalten und all das in einen Farbton getüncht, der gleich Erinnerungen an das Fegefeuer wachruft. Doch das war es nicht, was einen Aufschrei durch das Fandom geschickt hat. Nein, es war der riesige Fußabdruck, in dem sich die Brüder wiederfinden. Bekommen wir etwa nach all den Jahren, nach Kreaturen aus Himmel, Hölle, Märchen und Schauergeschichten jetzt auch noch Dinosaurier?!

"If I don't go now, people will die."

Auch Patience taucht wieder auf. Ihre Geschichte ist wohl der kleine Nebenstrang, aus dem sich in der nächsten Folge der "Wayward Sisters"-Spin-Off entwickeln wird. Irgendeinen neuen Charakter, dem man folgen kann, braucht man für einen Serienstart ja immer. Wie man erfährt hat sich Patience wirklich alle Mühe gegeben, ihrem Vater zuliebe zu versuchen, ein normales Leben weiterzuführen. Schule statt Übernatürliches. Nur kann man seine Gabe eben nicht unterdrücken. Die Visionen kommen trotzdem und irgendwann entscheidet sich Patience doch, dem nachzugeben und Jody zu helfen. In ihrer Vision konnte man nicht allzu viel erkennen. Den Bad Place, Jody, die zumindest verletzt ist, mysteriöse Schwerter. Trotzdem ist es ein sehr mutiger Schritt von Patience, ihr sicheres und vielversprechendes Leben aufs Spiel zu setzen, um Jody und den anderen zu helfen. Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht!

Randnotizen:

  • Alleine die Angriffssequenz der Engel war genial. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir Engel jemals in Formation haben kämpfen sehen. Bis jetzt waren das immer ganz normale Kämpfe. Aber diese rhythmischen Druckwellen, die langsam aber sicher die Bannzeichen aufgelöst haben, waren schon sehr beeindruckend.
  • Sam, der einfach so mit den Schultern zuckt, als Kaia feststellt, dass Jack der Sohn vom Teufel ist – herrlich. Business as usual in der Winchesterwelt.
  • Nachdem es so viele verschiedene Welten gibt, bin ich dafür, dass es noch eine Folge wie #5.08 Wie im Himmel, so auf Erden geben soll: Sam und Dean, die sich durch verschiedenste verrückte Welten zurück in die echte Welt kämpfen müssen.
  • Diese Folge hatte eine tolle Optik. Besonders die Luftaufnahmen rund um den Impala sahen genial aus.
  • Woher genau kam die Energiewelle, die die Engel am Boot getötet hat? War das nur Jack, der Energie freigesetzt hat, während er mit Kaia das Tor zur anderen Welt öffnet, oder etwas anderes? Schließlich wurde Kaia ja auch plötzlich wegteleportiert.
  • Passend dazu frage ich mich, warum Kaia immer nur zum Bad Place gegangen ist, obwohl sie doch stärker als Derek sein soll und dort auch noch verletzt werden kann. Irgendetwas steckt da doch dahinter. Was ist das nur für ein Ort?



Fazit

Ein rundum gelungenes Winterfinale mit einem Cliffhanger, der einen schon gespannt auf die neuen Folgen macht. Natürlich stellt sich die Frage, wo genau sich Sam und Dean jetzt befinden – und vor allem, wie sie von dort wieder wegkommen. Doch zuerst kommt in der nächsten Folge der "Wayward Sisters"-Spin-Off. Nachdem Jody ja schon von Patience gewarnt wurde, dass etwas Schlimmes passieren wird und sie wohl auch über die Parallelwelten Bescheid weiß, ist es gut möglich, dass es die Ladies-Gruppe rund um Jody sein wird, die Sam und Dean (nicht zu vergessen Mary und Jack) aus der Patsche helfen werden.

Denise D. - myFanbase


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