Why Women Kill - Review des Piloten

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Ohne vorab etwas über die Serie gelesen zu haben, habe ich mich entschieden, mir die Pilotfolge von "Why Women Kill" anzusehen. Es zwar der Serientitel, der mich neugierig gemacht hat und bereits als das Intro über den Bildschirm flimmerte, war klar, dass die Serie ganz meinen Geschmack treffen würde.

"Why Women Kill" ist ein neues Projekt aus der Feder von Marc Cherry, der mich bereits mit seinen Serienhits "Desperate Housewives" und "Devious Maids" als Fan gewinnen konnte. Dass seine neueste Dramedy den gleichen Ton anschlagen wird, macht das bereits angesprochene Intro sofort deutlich. Marc Cherry bedient sich hier dem Kunststil Pop Art, der einem auch bereits bei "Desperate Housewives" begegnet ist und der die düsteren und mörderischen Taten der Hauptcharaktere auf witzige Weise in Szene setzt. Der schwarze Humor und die überspitzte Art des Erzählens spiegeln sich auch in den drei Geschichten wider, die die Serie dem Zuschauer erzählen möchte.

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Anders als in Marc Cherrys bisherigen Fernsehserie geht es dieses Mal nicht um eine befreundete Gruppe von Frau, wir haben es stattdessen mit drei verschiedenen Zeitebenen zu tun und besuchen die Jahre 1963, 1984 und 2019. Das Bindeglied zwischen den leidtragenden Figuren ist neben Ehebruch und Rachegelüsten dass sie alle in unterschiedlichen Jahrzehnten im gleichen Haus leben. Bei den drei Hauptfiguren handelt es sich im Jahr 1963 um Beth Ann Stanton (Ginnifer Goodwin), im Jahr 1984 um Simone Grove (Lucy Liu) sowie um Taylor Harding (Kirby Howell-Baptiste) im Jahr 2019.

Das Jahr 1963 überzeugt mit Beth Ann als perfekter Vorzeigehausfrau, die sich mit ihrem Ehemann Rob (Sam Jaeger) gerade in einem neuen Haus niedergelassen hat. Es dauert nicht lange, bis Beth Ann von ihrer Nachbarin erfährt, dass Rob eine Affäre hat. Beth Ann muss erschüttert feststellen, dass Rob ihr tatsächlich mit April (Sadie Calvano), der Bedienung in einem Diner, fremdgeht und statt April wie geplant die Wacht anzusagen, gibt sich Beth Ann als jemand anderes aus, um April über Rob auszufragen. In dieser Konstellation hat mir nicht nur Ginnifer Goodwin, die ich in "Once Upon a Time" liebgewonnen habe, gut gefallen, auch der Ton der 1960er Jahre traf genau ins Schwarze. Etwas steif und verkrampft, gleichzeitig unglaublich neugierig und abenteuerlustig lernen wir Beth Ann kennen, mit der man aufgrund ihres ehebrecherischen Ehemanns sofort mitfühlen kann. Ihr Auftreten erinnert dabei sehr stark an Bree aus "Desperate Housewives", einer Figur, an die ich ebenfalls immer mit einem Lächeln zurückdenken kann.

Der zweite Handlungsstrang im Jahr 1984 ist nicht weniger gut gelungen und schillert in de leuchtenden Farben dieser bunten Stilepoche. Mit Simone und Karl (Jack Davenport) erschafft man ein Paar, das im krassen Kontrast zu Beth Ann und Rob steht. Zwar legen beide Paare viel Wert auf Etikette und auch in beiden Fällen lebt der Ehemann seine Sexualität in einer für die Frau unbegreiflichen Weise aus, doch die energiegeladene Simone reagiert auf den Ehebruch ihres Mannes um einiges drastischer als es Beth Ann jemals tun würde.

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Zu guter Letzt haben wir da noch Taylor und ihren Ehemann Eli (Reid Scott). Die beiden führen im Jahr 2019 eine offene Ehe und auch in dieser Verbindung wird die Beziehung plötzlich um eine Person erweitert. Da man mit dieser Zeitlinie am vertrautesten ist, erscheint sie weniger stilisiert als die beiden Zeitebenen aus der Vergangenheit, doch man sorgt auch hier für einen Schockmoment, indem man Jade (Alexandra Daddario) in das ungewöhnliche Eheleben von Taylor und Eli integriert.

In allen drei Geschichten erzählt man dem Zuschauer von für diese Zeitlinie typischen Fällen von Ehebruch. Zwar gleichen sich die Handlungen dadurch ein wenig und man überlegt, ob man genug unterschiedliches Konfliktpotential hat, um alle drei Geschichten die gesamte Staffel über interessant und differentiell zu erzählen, doch schon allein durch die sich unterscheidenden Umfangsformen zwischen den Ehepartnern kann man davon ausgehen, dass es Marc Cherry und seinem Team gelingen wird, sich nicht selbst zu wiederholen. Man schafft es zudem von Beginn an, den Zuschauer mit sarkastischen Bemerkungen, süffisanten Blicken und heimlichen Gesten gleichzeitig zum Lachen, zum Grübeln und zum Mitfühlen zu bewegen. Die Figuren werden vielschichtig angelegt und man versucht in jedem Fall deutlich zu machen, dass viel mehr hinter der Fassade steckt, als es auf den ersten Blick den Anschein macht. Dadurch entwickelt man beim Zuschauen schnell Interesse und das ist doch genau das Ziel der ersten Episode einer neuen Serie.

Fazit

Es ist Marc Cherry mit seinem neuesten Projekt gelungen, Erinnerungen an seine erfolgreiche Serienvergangenheit wieder aufleben zu lassen, altbekannte Themen dabei aber in neue Hüllen zu stecken. Die Figuren sind charmant und einfallsreich angelegt und in jeder Geschichte wird das Thema Ehebruch auf eine leicht abgewandelte Art und Weise aufgegriffen. Ich bin sehr gespannt, ob die Titelheldinnen der Serie im Staffelfinale tatsächlich zu einem Mord fähig sein werden.

Marie Florschütz - myFanbase

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