German Comic Con 2019 in München

"Die Fans sind großartig! Aber auch weniger schwitzig!", freute Lena Headey sich am zweiten Tag der German Comic Con München, als endlich die ersehnte Abkühlung kam.

Foto: Karliah Cosplay und Kurama Kitsune, German Comic Con München 2019 - Copyright: Simone Bauer
Karliah Cosplay und Kurama Kitsune, German Comic Con München 2019
© Simone Bauer

Obwohl die Hitze vor allem den Samstag für viele Superhelden unerträglich machte, war dennoch vom 15. bis 16. Juni 2019 so einiges fürs Auge geboten. Im Vergleich zu den Vorjahren der German Comic Con München fanden sich noch mehr Animecosplayer ein, es wurde aber auch munter durch die Serienwelt gecosplayt: "Die Nanny" und Oma Yetta, "The Chilling Adventures of Sabrina" und sogar George R. R. Martins trieben ihr Unwesen. Am Stand von Die Filmseite konnte man zudem ein Foto mit Barney Stinson für den guten Zweck machen!

Ebenso waren nicht nur unfassbar viele Kleinkinder unterwegs, sondern sogar Babys! Und wer von uns kann schon behaupten, im Kinderwagen bereits die erste Convention besucht zu haben? Spielzeug für Groß und Klein gab es im Zenith zu Genüge. Obwohl gefühlt weniger Platz zur Verfügung stand, schien das Angebot umso schmackhafter. Klarer Trend dank "Pokémon Meisterdetektiv Pikachu" – Pokémon nicht nur als kuschelige Gefährten, sondern auch in Form von Croptops, Mützen mit Wackelfunktion und Dosendrinks.

Die Foodtrucks auf dem Platz zwischen Zenith und Kohlebunker, wo sich die VIPs wie "Werner"-Erfinder Brösel tummelten, luden zum Verweilen ein und waren definitiv eine tolle Ergänzung, da man in den Vorjahren wenig Freude am Aufenthalt vor der Halle hatte. Während der Panels konnte man stets leckeren Pizzaduft riechen, da ebenso im Zenith genug kulinarische, wenn auch überteuerte Verköstigungsmöglichkeiten bestanden.

Manu Bennett, bekennender Glühweinfan und stolz auf seine Maori-Kultur, überzog sein Panel geringfügig, aber aus einem guten Grund: Er tanzte zusammen mit zwei Fans den Haka. Mit einem weiteren Fan demonstrierte er sein Casting für "Arrow", da er seine Figur des Slade Wilsons an einen Soldaten angelehnt hatte, den er während er einer Tour für US-Soldaten kennengelernt hatte. Dieser hatte ihn in den Schwitzkasten gelegt – und so machte Manu es nicht nur beim Casting, sondern ließ sich auch in München in die Mangel nehmen!

Foto: Manu Bennett, German Comic Con München 2019 - Copyright: Simone Bauer
Manu Bennett, German Comic Con München 2019
© Simone Bauer

Währenddessen scharte man draußen schon mit den Hufen, denn im Anschluss folgte das Panel mit Lena Headey, für das man extra Tickets kaufen musste. Am Samstag legte das Panel seinen Fokus auf ihre Arbeit an "Game of Thrones", während der Sonntag ihren Aktivismus zum Beispiel für LGBT-Rechte in den Mittelpunkt rückte. Von ihrer sehr populären, lesbischen Rolle aus "Imagine Me & You" wurde ihr übrigens einst abgeraten. "Das habe ich nicht verstanden!" Auch Feminismus liegt ihr sehr am Herzen und die neuesten Entwicklungen in Sachen Abtreibungsrechte findet sie furchtbar. "Als Elternteil kann ich aber keine Angst haben. Man sollte sich nicht nur beschweren, sondern einen Unterschied machen." Darum bringt sie ihrem Sohn bei, verletzlich zu sein.

Was würde eine so gewaltige Frau, die am liebsten Jeanne d'Arc spielen würde, also tun, wenn sie drei Wünsche freihätte? Sie würde nicht mehr müde sein, sich keine Angst und Wut in der Welt wünschen – und das niemals mehr jemand hungrig sein würde. Leider hat sie aber auch keine Lösung für den "Game of Thrones"-Entzug – sie guckt lieber sämtliche "Housewives".

Casey Cott äußerte sich in seinem Panel dazu, dass er sich sehr wünschen würde, wenn die Kernbeziehungen aus der ersten "Riverdale"-Staffel in der vierten Staffel fortbestehen würden. Er vermisse die Freundschaft mit Betty. "Lili [Reinhard] ist eine gute Freundin von mir, wir schreiben dauernd. Gerade schläft sie", plauderte er aus dem Nähkästchen. Aber ihm ist auch klar, egal, wie sich die Charakterdynamik noch entspinnt: "Bei 'Riverdale' könnte jeder jederzeit jeden daten!"

Nicht nur die Autogramme waren gut organisiert – speziell die Fotoshootings waren ein perfekt geölte Maschinerie: Anstellen, Tasche abgeben, nervös werden beim Anblick des Stars, in die Kamera grinsen, Tasche abholen und schon kommen die Bilder in einer Topqualität beim Fan an. Das System funktioniert, lässt aber leider wenig Zeit für mehr als ein "Hi!" und "Bye!" – die Autogrammvergabe dafür umso mehr. "Das merkwürdigste, was ich auf dieser Convention unterschrieben habe, war ein Paar Hosen, während sie getragen wurden", gab Lena Headey bekannt, "normalerweise unterschreibe ich Schwerter."

Leider gab es in diesem Jahr keine Workshops, dafür neben vielen Sitzgelegenheiten auch die Möglichkeit zum Zocken. Langweilig wurde es trotz der räumlichen Veränderung auf keinen Fall!

Simone Bauer - myFanbase

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