Step Up: High Water - Review, Staffel 1

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Ich muss zugeben, dass ich bis vor einigen Jahren noch ein richtiger Muffel gewesen bin, wenn es um Serien und Filme ging, in denen getanzt oder gar gesungen worden ist. Ich konnte mir absolut keinen Reim darauf machen, wie man plötzlich aufspringen und eines (oder beides) dieser Dinge ausführen konnte. Irgendwann habe ich gedacht: "Warum eigentlich nicht, wenn man doch plötzlich Lust dazu hat?" Das dachte ich mir irgendwann auch bei "Step Up: High Water". Wobei mich da weniger der Hip Hop und Weiteres interessiert hat, sondern vielmehr Naya Rivera, die ich bereits in "Glee" geliebt habe und natürlich Ne-Yo. Wie mir die Serie, auch ohne Vorkenntnisse der Filme gefallen hat, könnt ihr nun nachlesen.

Foto: Step Up: High Water - Copyright: STARZPLAY; 2017 J. Downs
Step Up: High Water
© STARZPLAY; 2017 J. Downs

Künstlern helfen, damit sie von ihrem Traum leben können

Wer einen Beruf in der Künstlerbranche ergreift und dann auch noch die Aussage trifft, von dem, was er da tut, leben zu wollen, wird definitiv belächelt und irgendwann kommt auch die Frage, wie man denn bitte davon leben will. Eigentlich ist die Frage ziemlich dümmlich, denn meiner Meinung nach leben nur die wirklich, die das tun, was sie auch lieben indem sie ihrer Berufung nachgehen. Andere wiederum gehen nur arbeiten, um ihre Existenz zu sichern, aber ob sie auch wirklich leben? Ich bin mir da nicht so sicher, wenn ich mich so umsehe und umhöre. "Step Up: High Water" hat sich genau damit auseinander gesetzt. Sie wollen Künstler insofern darauf vorbereiten, dass sie von ihrem Traum leben können. Musiker und Berühmtheit Sage Odom (Ne-Yo) hat zusammen mit seiner (damaligen) Lebensgefährtin Collette Jones (Naya Rivera) die High Water gegründet. Eine Schule, die jungen und noch eher unbekannten und mittellosen Künstlern und Künstlerinnen die Möglichkeit geben möchte, von ihrem Traum und ihrem Können leben zu können egal ob es Tanz, Musik oder anderes Kreatives ist. Mit Collette hat man sogar jemanden, die anderen ihren Traum und Erfolg gönnt und dabei selbst einmal Tänzerin gewesen ist und durch eine Knieverletzung ihren Traum (weitestgehend) aufgeben musste. Jedoch hat Sage ihr Potenzial erkannt und sie mit ins Boot geholt, um besagte Schule aufzubauen und anderen dabei zu helfen, ihren großen Traum leben zu können.

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Vom Tanzen leben zu können, davon träumen auch die in Ohio lebenden Zwillinge Janelle (Lauryn McClain) und Tal Baker (Patrice Jones). Ihr Traum geht allerdings in die Brüche, nachdem ihre drogensüchtige Mutter verhaftet wird und für drei Jahre in den Knast wandert. Ein harter Schlag für die noch minderjährigen Zwillinge, denn sie müssen nach Atlanta zu ihrem Onkel Al (Faizon Love). Dass das nicht einfach ist, kann man sich vorstellen, jedoch ist Al in meinen Augen wirklich eine coole Socke und versucht, den beiden es so angenehm wie möglich zu machen. Allerdings hat er zwei Regeln: Beide müssen einen Schulabschluss machen und keine Drogen. Ich finde, dass dies absolut faire Regeln sind, jedoch ist Janelle da doch egoistisch und würde alles dafür tun, um an der Aufnahmeprüfung bei der High Water teilnehmen zu können. Es ist auch nicht so, dass ich sie nicht verstehe und ich kann nachvollziehen, dass sie doch heimlich dorthin geht. Allerdings mochte ich die Art und Weise nicht. Denn sie hatte bei der Aufnahmeprüfung bereits durch eine Party mit Poppy (Kendra Oyesanya) einen schlechten Start und es mit lief mit Rigo (Terrence Green) dann auch nicht besser. Auch hätte ich es ihr gegönnt, an der High Water sein zu dürfen. Wobei man bzw. ich beim Schauen immer bemerkt habe, dass sie es zu sehr wollte und jemand, der etwas zu sehr möchte hat meistens keinen Erfolg und Janelle ist da absolut keine Ausnahme. Dass sie den Platz an ihren Bruder Tal verliert, hat mich aber überrascht. Zumal er, seit sie beide in Atlanta sind, keinerlei Anzeichen gezeigt hat, auch tanzen zu wollen. Wenn man aber mal bedenkt, was er an seiner neuen Schule durchmachen musste und sogar zusammengeschlagen worden ist, kann man durchaus verstehen, dass er zum einen die Nerven verloren hat und dann praktisch seine Seele tänzerisch nach außen getragen hat. Mein Gott, ich war ganz schön baff, als ich den guten Tal habe tanzen sehen, denn er hat es in meinen Augen absolut verdient. Zwar hat Janelle auch ein schweres Leben (gehabt), aber hätte ich die Entscheidung treffen müssen, hätte ich mich auch für Tal entschieden. Er ist so ein liebenswerter Kerl, dem man einfach mal ein bisschen Glück gönnt und das hat man ihm auch. Denn vor allem sein Outing war wohl eines der Dinge, die ihn am meisten belastet haben und das war dann wie ein Befreiungsschlag für ihn. Zudem hat er mit Johnny-One (Al Calderon) einen ersten festen Freund, bei dem er es nicht hätte besser treffen können, um sich zu outen. Zwar hätte es mir besser gefallen, wenn man die beiden nicht sofort wieder getrennt hätte, da sie wirklich toll zusammen sind. Aber wer weiß? Vielleicht sehen wir Johnny-One ja nochmals in der zweiten Staffel. Mich würde es auf jeden Fall freuen.

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Step Up: High Water
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Nochmal auf Janelle zurückkommend: Wahrscheinlich war ihr Charakter so angelegt, dass man mit ihr nicht wirklich warm werden sollte, denn ich hatte wirklich arge Schwierigkeiten damit. Natürlich gab es hin und wieder Szenen, in denen ich mit ihr mitgefühlt habe, aber den Großteil der Staffel über war ich von ihrem Egoismus mehr als genervt. Ich kann nachvollziehen, dass die Sache mit ihrer Mutter, der Umzug, der Misserfolg an der High Water und alles Weitere nicht einfach war, aber das alles hat ihr nicht wirklich Sympathiepunkte verschafft, wodurch ich eigentlich froh bin, dass man Janelle nur eine Staffel ertragen musste und sie am Ende erkannt hat, dass ihre Bestimmung wohl eher nicht im Tanzen liegt. Ganz anders sieht es da bei Odalie (Jade Chynoweth) aus. Ihre Figur mochte ich von Anfang an, auch wenn man gespürt hat, dass sie irgendetwas verheimlicht. Aber ich finde, man hat immer bemerkt, dass sie wirkliche Leidenschaft fürs Tanzen hat und es für sie nicht nur Zeitvertreib oder eine gesellschaftliche Verpflichtung ist. Dass sie aus reichen Verhältnissen kommt und einen anderen Namen hat, hat mich nicht sonderlich überrascht. Interessant und auch erschreckend fand ich, inwiefern man ihren Reichtum und die Polizeigewalt gegenüber farbiger Menschen eingebaut hat. Obwohl es nur eine kurze Szene war, die bei Weitem nicht so intensiv wie in der jüngsten "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte"- oder "Seattle Firefighters - Die jungen Helden"-Staffel gewesen ist, hat sie doch bewiesen, wie der gesellschaftliche Stand heute noch immer ist. Jedoch hat Odalie ein verdammt gutes Herz und zeigt sich Davis (Carlito Olivero) gegenüber sozial. Jener ist obdachlos und musste seinen jüngeren Bruder im Pflegeheim zurücklassen, da er ihm kein anständiges Zuhause bieten kann. Und obwohl sie arg mit sich gehadert hat, hat sie Davis und seinen Bruder Collette und dem Jugendamt gemeldet, aber zeigte dann auch, dass sie ihm helfen wird und auch zu ihrem Wort steht. Umso schöner ist es dann, dass Davis mit seinem Bruder glücklich sein darf.

Foto: Naya Rivera, Step Up: High Water - Copyright: STARZPLAY; J. Downs
Naya Rivera, Step Up: High Water
© STARZPLAY; J. Downs

Vom Glück könnten auch Poppy und King (Eric Gaise) etwas abhaben. Auch wenn Poppy anfangs wie eine Bitch herüberkam, mochte ich sie im Verlauf der Staffel immer lieber und verstehe auch zum Ende hin nicht, wie sie noch immer bei Rigo bleiben kann. Mag sein, dass er sich geändert hat, aber nach dem Cliffhanger dieser Staffel bin ich mir nicht sicher, ob er das auch beibehalten wird. Viel besser gefällt mir da King. Er hat ebenfalls ein tragisches Schicksal und dennoch ein gutes Herz und Charakter. Ein bisschen hoffe ich ja, dass auch Poppy dies noch erkennen wird.

Apropos gutes Herz: Das hat auch Collette, zwar verstehe ich noch immer nicht, wie sie sich auf East-O (R. Marcos Taylor) und eigentlich auch Sage einlassen konnte, dennoch hat sie ein gutes Herz, ebenso wie Coolness, Durchsetzungsvermögen und Empathie, was vor allem an Naya Rivera selbst liegt, die man vor allem in Tanzszenen mit Ne-Yo lieben muss. Bzgl. des Cliffhangers bin ich wirklich sehr gespannt, wie es mit Collette weitergeht. Ebenso bin ich gespannt, was man mit Al und seinem Bruder Reggie (Carl Anthony Payne II), dem Vater der Zwillinge, machen wird.

Fazit

"Step Up: High Water" trifft auf jeden Fall den Puls der Zeit und greift gleich mehrere Thematiken auf, die wohl niemals aus der Mode kommen werden. Zudem hat man einen wunderbaren Cast zusammengestellt, der den Inhalt problemlos und authentisch transportieren kann. Ich bin auf Staffel 2 gespannt!

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Daniela S. - myFanbase

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