Stargirl - Review des Piloten

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Das Angebot von DC-Serien wächst und wächst. Dazu gehört auch das im vergangenen Jahr angelaufene "Stargirl", das zunächst für den Streamingdienst DC Universe produziert wurde, aber auch einen Tag später bei The CW ausgestrahlt wurde, wo das komplette restliche "Arrowverse" ja ohnehin ausgestrahlt wird. Die für dieses Jahr zu erwartende zweite Staffel wird derweil exklusiver Content von The CW sein. In Deutschland wiederum wird die Pay-TV-Premiere im April bei Sky One gefeiert. Grund genug, nun mal in "Stargirl" reinzuschauen.

Foto: Brec Bassinger, Amy Smart & Trae Romaro, Stargirl - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Brec Bassinger, Amy Smart & Trae Romaro, Stargirl
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Vor wenigen Wochen ist auf The CW mit "Superman & Lois" die tatsächlich neueste Serie aus dem "Arrowverse" angelaufen, die durch die Teenager-Söhne Jonathan (Jordan Elsass) und Jordan (Alex Garfin) ein sehr jugendliches Publikum anspricht. Die Assoziation ist natürlich auch bei "Stargirl" gegeben, weswegen ich gerade in der idealen Stimmung war, die Serie zu entdecken. Denn eigentlich waren Superheldenserien in der letzten Zeit nicht mein bevorzugtes Genre. Aber vielleicht ist das gerade die heiße Phase 2.0 bei mir. Zudem muss man auch gestehen, dass das "Arrowverse" es schon sehr geschickt macht, die Serien zu einem zusammenhängenden Gefüge werden zu lassen. Selbst wenn Serien wie "Titans" oder "Doom Patrol" nicht ebenfalls bei The CW beheimatet sind, so sind sie doch Teil dieses Universums, was eindrucksvoll mit dem letzten großen Crossover von 2019/2020 und speziell der Episode #5.00 Krise der Parallelerden (5) bei "Legends of Tomorrow" bewiesen wurde. Denn dort wurde auch für "Stargirl" bereits vor der Premiere festgelegt, auf Erde-2 beheimatet zu sein. Solche Statements sind stark, denn unterschiedlicher könnten die einzelnen Serien stilistisch, inhaltlich und charakterlich gar nicht sein. "Stargirl" schreit wegen der jugendlichen Hauptfigur Courtney Whitmore (Brec Bassinger) regelrecht nach einem jüngeren Publikum, aber nachfolgend werdet ihr bemerken, dass die Serie sich auch für eine breitere Zielgruppe eignen dürfte.

Denn die Serie steigt bei Luke Wilson als Pat Dugan ein. Dieser ist ein Sidekick der Justice Society of America (JSA), da er mit Starman (Joel McHale) eng befreundet ist und diesen auf seinen waghalsigen Missionen stets begleitet. So ist gleich am Anfang weit und breit nichts von jugendlichen Figuren zu erkennen, dafür aber eine intensive Auseinandersetzung mit der JSA sowie deren Gegenpart Injustice Society of America (ISA). Bei "Legends of Tomorrow" ist die JSA bereits intensiv thematisiert worden, aber in "Stargirl" wird all das noch einmal durch eine deutlich jüngere Version in Angriff genommen. Dafür wird die alte Generation aber nicht aufgegeben, denn nach dem Pilot sieht es vorerst so aus, als ob die ersten Big Bads alle ausschließlich Erwachsene sind. Weiterhin ist schnell zu erkennen, dass die Serie mit der Patchworkfamilie von Pat und Courtney auch eine reguläre Dramaserie sein will. Denn Courtney sehnt sich nach ihrem leiblichen Vater, obwohl dieser bereits bis zu seinem Verschwinden mehr ab- als anwesend war. Während ihre Mutter Barbara (Amy Smart) alles gibt, um ihr alles gleichzeitig zu sein, hat sie es dennoch schwer, sich mit dem Papa als Helden zu messen. Kein Wunder also, dass Pat als neuer Mann in ihrem Leben nicht gerne gesehen ist. Und dann ist da ja auch noch der nervige Halbbruder Mike (Trae Romano), der die Aufmerksamkeit aller auch gerne ungeteilt hätte. Man merkt also schnell, dass sich "Stargirl" und "Superman & Lois" nicht viel tun, also vielleicht eine neue Generation von Superheldenserien für Familien einläuten.

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Foto: Brec Bassinger, Stargirl - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Brec Bassinger, Stargirl
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Einzig von der Atmosphäre her ist "Stargirl" doch noch anders. Hier wird viel auf Humor, Ironie und teilweise sogar parodistische Anteile gesetzt. Das erinnert dann wiederum eher an "The Flash" oder an "Doom Patrol". Aber trotz der Vergleiche, die man schnell anführen kann, ist es meiner Meinung nach dennoch gelungen, auch für "Stargirl" ein individuelles Profil zu fertigen. Insgesamt hat man auch als Zuschauer den Eindruck, dass man bislang nur einen Bruchteil des Gesamtkonzepts zu sehen bekommen hat. Der Pilot hat sich verständlicherweise darauf konzentriert, vor allem Pat und Courtney, die zentral bei den Hauptfiguren zu sein scheinen, einzuführen. So haben wir eben Pat, der immer schon auf Nebenschauplätzen unterwegs war, sich aber auch danach gesehnt hat, bei den Großen mitspielen zu dürfen, was sich aber nach der Auflösung der JGA nie so ergeben hat, wie es das gerne gewollt hat. Und dann eben natürlich Courtney, die ohnehin schon wegen ihres Vaters unter Verlustängsten leidet und dann auch noch aus ihrem vertrauten sozialen Umfeld gerissen wird, um in der neuen Stadt zur Außenseiterin zu werden. Bei Pat sind dadurch natürlich schon einige Superhelden zu entdecken, aber ansonsten setzt der Pilot deutlich andere Akzente. Erst gegen Ende hin kommt dann wieder die Gewichtung auf die Superheldenthematik, als Courtney zufällig eine mächtige Waffe entdeckt, die sich unter ihrer Führung benutzen lässt. Hier hat mir unheimlich gut gefallen, dass sie sich die Serie Zeit genommen hat, Courtney bei der Handhabung damit als völlige Dilettantin hinzustellen. So ist sie vorerst eher Heldin aus Zufall, die erst noch in ihre Aufgaben reinwachsen muss. Das gefällt mir als Ausgangspunkt einer Reise mit ihr sehr gut.

Abgesehen von diesen deutlich hervorstechen Handlungssträngen ist aber erstmal unklar, wohin "Stargirl" sonst noch so will. Gerade auf der High School werden noch einige Figuren eingeführt, die Stars, aber auch die Außenseiter. Zu wem davon wird Courtney später gehören? Vorerst zu den Außenseitern, die sich mit den mobbenden Stars anlegt, aber ob es später nicht vielleicht doch eher eine Mischung wird? Und dann haben wir natürlich die angesprochenen Antagonisten, die aufgescheucht werden, als sich die Kraft der Waffe von Starman wieder zeigt, den sie tot wissen. Was sind deren Motive? Was haben sie in der Zwischenzeit so getrieben? Und tritt die nachfolgende Generation automatisch in deren Fußstapfen? Vermutlich ist es sehr geschickt, den Pilot so vage und dafür in den Details doch so aussagekräftig zu gestalten. Andere Serie pressen so viel Inhalt in den Auftakt, dass bereits alles an Interesse verpufft ist, aber "Stargirl" kann es sich als Teil eines beliebten Franchises erlauben, mehr Fragen aufzuwerfen als Antworten zu geben, denn die Fans werden wohl schon weiter einschalten. Ich werde es in jedem Fall tun!

Fazit

"Stargirl" erweist sich schon wie "Superman & Lois" als Superheldenserie für die gesamte Familie, da das thematische Spektrum sehr breit ist. Zudem ist atmosphärisch hier schnell festzustellen, dass die Serie sich den Humor auf die Fahne geschrieben hat. Ansonsten zeigt sich ebenfalls, dass neben typischen ersten Klischees aber gleichzeitig doch auf so viel Komplexität gesetzt wird, dass über kurz oder lang nicht mit einer Verpuffung der Spannung zu rechnen ist. Der Auftakt ruft jedenfalls genug Fragen auf, zu denen man gerne Antworten hätte. Da hilft nur Dranbleiben.

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Lena Donth - myFanbase

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