Social Distance - Review des Piloten

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Dass Hollywood aus sämtlichen (Welt-)Ereignissen einen Film oder Serie macht, ist nichts Neues mehr. Aus diesem Grund ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass mit "Social Distance" eine Anthologieserie entstanden ist, die in acht Episoden, acht verschiedene Geschichten darüber erzählt, wie Menschen in Corona-Zeiten die Quarantäne erleben. Wie gut der Pilot geworden ist, erfahrt ihr in dieser Review.

Foto: Mike Colter, Social Distance - Copyright: 2020 Netflix, Inc.
Mike Colter, Social Distance
© 2020 Netflix, Inc.

Ich war sehr gespannt darauf, wie diese Serie werden wird. Natürlich hing es damit zusammen, dass sie durch die Corona-Zeit entstanden ist und eben dadurch auch eine besondere Kameraführung und Erzählweise hat, und ich war neugierig darauf, welche Geschichten man erzählen wird. Dass man gleich mit dem Thema Alkoholismus und -entzug um die Ecke kommt, hat mich zum Teil sehr überrascht, aber es hat mich auch fasziniert, wie mutig die Serienverantwortlichen doch sind, da diese Thematik nun mal keine leichte Kost ist. Allerdings ist bekannt, dass der Alkoholkonsum zu Zeiten von Corona und während der Quarantäne deutlich angestiegen sind.

In dieser ersten Episode lernen wir Ike (Mike Colter) kennen, der einen Friseursalon besitzt, der aber aufgrund der Pandemie schließen musste. Dazu kommt noch, dass Ike eine schmerzhafte Trennung von seiner Freundin Raquel (Shakira Barrera) durchlebt und kurz vor Beginn des Lockdowns beschlossen hat, einen Alkoholentzug zu machen. So gesehen ist dafür die Quarantäne gar nicht mal die schlechte Voraussetzung, allerdings wirkt Ike wie jemand, der nicht immer diszipliniert ist bzw. der sich nicht unbedingt dauerhaft auf etwas konzentrieren kann und den Kontakt zur Außenwelt benötigt.

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Foto: Mike Colter, Social Distance - Copyright: 2020 Netflix, Inc.
Mike Colter, Social Distance
© 2020 Netflix, Inc.

Ich fand es sehr interessant, wie Ike mit seinen ganz persönlichen Katastrophen umgegangen ist, und muss sagen, dass ich ziemlich beeindruckt gewesen bin. Zum einen natürlich, weil er anfangs wirklich versucht hat, sich mit verschiedenen Dingen zu beschäftigen. Allerdings kennt man es auch von sich selbst, wenn man die Zeit rum bekommen möchte, dann vergeht diese extrem langsam. Genauso ist es bei Ike. Jedoch gibt er nicht auf und wird kreativ. Deshalb kann man ihn und seine Pflanze auf Social Media bei ihren ganz eigenen Geschichten verfolgen und feiern. Allerdings war mir auch ziemlich schnell klar, dass seine Trennung von Raquel auch noch thematisiert wird, und in der heutigen Gesellschaft ist es absolut gängig, dass man die neuesten Beziehungen und wer mit wem (nicht mehr) zusammen ist durch Social Media erfährt. Genauso ergeht es Ike. Er erfährt durch einen Instagram-Post, dass seine Ex nicht nur mit einem Typen in Quarantäne ist, sondern es sich bei diesem auch noch um ihren Neuen handelt. Was daraufhin folgt ist mehr als vorhersehbar, aber eben auch nicht kitschig: Ike schnappt sich eine Flasche Whiskey und macht anschließend einen neuen Instagram-Post mit seiner Pflanze, der ihn betrunken zeigt und deutlich macht, dass er einen Rückfall hatte und völlig außer Kontrolle geraten ist.

Mir hat allerdings gut gefallen, dass er mit Gene (Steven Weber) nicht nur einen Sponsor hat, sondern auch einen Freund, der immer für ihn da ist und sich auch um ihn sorgt. Letztlich sagt diese Episode auch aus, dass man sich seine Probleme bzw. seine Sucht eingestehen und sich Hilfe suchen muss.

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Fazit

Mit "Social Distance" hat man eine Serie erschaffen, die nicht nur direkt am aktuellen Zeitgeschehen ist, sondern auch noch die Balance zwischen Spannung, Humor, aber auch Empathie wunderbar schafft. Ein bisschen schade ist vielleicht, dass die Episoden ein offenes Ende, aber mit etwa 20 Minuten eine angenehme Länge haben und diese Serie daher recht kurzweilig machen.

Daniela S. - myFanbase

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