Reasonable Doubt - Review Staffel 3

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Nachdem die dritte Staffel von meinem Geheimtipp "Reasonable Doubt" im Frühherbst beim US-amerikanischen Hulu gestartet war, war ich schon ganz aufgeregt, wann es endlich in Deutschland soweit sein würde. Ich musste auch gar nicht solange warten und startete aufgeregt, aber irgendwie wollte es nach der ersten Episode nicht Klick machen, weswegen ich es für 2025 habe sein lassen. Jetzt im Januar 2026 passte es dagegen wieder und das gleich in mehrfacher Hinsicht, wie ihr in meiner Staffelreview nachlesen könnt.

Foto: McKinley Freeman & Emayatzy Corinealdi, Reasonable Doubt - Copyright: 2025 Disney. All rights reserved.; Disney/Parrish Lewis
McKinley Freeman & Emayatzy Corinealdi, Reasonable Doubt
© 2025 Disney. All rights reserved.; Disney/Parrish Lewis

Im Nachhinein glaube ich, dass ich vor allem der neuen Figur Bill Sterking (Joseph Sikora) gegenüber skeptisch war. Nachdem Morris Chestnut als Corey Cash in Staffel 2 in der Kanzlei eine wichtige Rolle eingenommen hat und teilweise mit Jax (Emayatzy Corinealdi) und den politischen Spielen der Partner involviert war, kamen ähnliche Vibes sofort auch mit ihm auf und ich hatte keine Lust auf eine unmittelbare Wiederholung. Letztlich hat sich das als unbegründet erwiesen, aber ein Bill-Fan bin ich dennoch über zehn Episoden hinweg nicht geworden. Ich bin aber keine Gegnerin und das ist wohl das Wichtigste. Aber hätte es diese Rolle nicht gegeben, ich hätte sie nicht vermisst. Bill hat zwar interessante Aspekte, weil er in Trennung von einer Schwarzen Frau lebt und gleichzeitig unter Jax arbeiten muss und dementsprechend zu den beiden anderen Namenspartnern Binder (David de Vries) und Larson (David Shae) durchaus Respekt vor Schwarzen Frauen hat. Er wurde daher auch mehrfach im Zwiespalt dargestellt, weil er selbst seine Karriere vorantreiben will, aber Jax als Anwältin zutiefst respektiert. Aber unterm Strich war er für mich keine Figur, die die Handlung brauchte.

Ansonsten hat die dritte Staffel ein wichtiges gemeinsames Thema gefunden, um den Fall der Staffel sowie Jax' Privatleben unter einen Hut zu bekommen: Familie. Wir haben die Stewarts, erweitert um die Nicholas sowie Familie Edwards. Beide sind nicht perfekt, keineswegs und trotzdem sind die Unterschiede noch einmal gravierend. Bleiben wir aber erstmal bei Familie Edwards. Sohnemann Orsel 'Ozzie' (Kyle Bary) ist bereits als Kind fürs Fernsehen entdeckt worden. Bald 20 Jahre später ist er inzwischen erwachsen und immer noch gut im Geschäft, doch auf einmal wird er beschuldigt, seine Freundin Wendy (Rumer Willis) umgebracht zu haben. Weiterhin lernen wir die Eltern Sal (Keith Arthur Bolden) und Rosie (April Parker Jones) sowie Schwester Kristin (Kiah Alexandria Clingman) kennen. Eine Familie, die nach außen geschlossen auftritt, aber die Staffel hat so viele Abgründe offengelegt, dass man das wirklich niemandem wünschen möchte. Für den Prozess muss Jax ein Profil von Ozzie entwickeln und ich wollte diesen Charakter danach einfach nur in den Arm nehmen. Denn obwohl wir auch Seiten erleben, die selbstzerstörerisch sind, aber es zeigt sich irgendwann, dass für ihn das Leben bereits abgebogen war, bevor er überhaupt selbst am Steuer saß.

Foto: Emayatzy Corinealdi & Arianne Martin, Reasonable Doubt - Copyright: 2025 Disney. All rights reserved.; Disney/Wilford Harewood
Emayatzy Corinealdi & Arianne Martin, Reasonable Doubt
© 2025 Disney. All rights reserved.; Disney/Wilford Harewood

Für mich hat diese Staffel das Thema Kinderstars stark in den Fokus genommen. Auch ich habe schon genug Filme und Serien gesehen, in denen Kinderdarsteller*innen mein Herz erobert haben. Aber wir kennen auch genug Beispiele von denen, die irgendwann völlig abgestürzt sind: Macaulay Culkin, Amanda Bynes, Lindsay Lohan und viele mehr. Jennette McCurdy, die durch "iCarly" berühmt wurde, hat die Autobiografie mit dem vielsagenden Titel "I'm Glad My Mom Died" (wird im Übrigen zur TV-Serie) veröffentlicht, was verrät, das oft ausbeuterische Eltern hinter diesen Stars stecken. Dazu passend habe ich Ende Januar auch noch das Buch "Please Unfollow" von Basma Hallak gelesen und eine bessere Symbiose hätte mir nicht passieren können. Denn in dem Buch geht es um Sherry, deren Leben von ihrer Geburt an für alle sichtbar von ihrer Familie auf Social Media ausgelebt wurde. Es war schon erschreckend, was die Eltern alles geteilt haben, ob nun naiv oder völlig ignorant dem Fakt über, was mit den Aufnahmen und Infos für ein Missbrauch betrieben werden kann. Genauso entwickelt es sich auch mit den Edwards-Eltern. Liebevolle Fassade, aber dahinter Gier, Gier, Gier. Dementsprechend war dann aber auch der Schwerpunkt von Familie Stewart so wichtig, weil Ozzie mehrfach die Nähe zu dieser Familie gesucht hat. Seine konnte keine Wärme und Geborgenheit schenken. Auch bei den Stewarts wird gestritten, verletzt und geweint, aber die Liebe füreinander steht über allem, sodass er dort genau das findet, was ihm Zuhause verwehrt wurde. Thematisch wurde diese Staffel echt toll angelegt.

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Ganz arg gefreut habe ich mich auch, dass Daniel (Tim Jo) diesmal so eine wichtige Rolle gespielt hat. Krystal (Angela Grovey) kann auch noch kommen, die Hoffnung gebe ich nicht auf. Aber Daniel hat wider bessern Wissens eine Affäre mit Kristin begonnen und das hat eindeutig zur Spannung des Falls beigetragen, denn sie war die Einzige – neben Ozzie – die Ernsthaftigkeit und Verletzlichkeit ausgestrahlt hat. Gleichzeitig konnte ich aber nie restlos abschütteln, ob sie nicht vielleicht ebenfalls in alles verwickelt ist. Das hat die Beziehung zu Daniel so spannend gemacht, weil er in dem Zwiespalt auch steckte. Die Staffel war wirklich sehr spannend und es gab immer nochmal Wendungen, die ich nicht kommen sah. Es bleibt manchmal soapig, was aber auch in der DNA der Serie verankert ist. Aber in erster Linie ist es eine Dramaserie, die immer viel auffährt und das nicht plump sondern clever.

Foto: Angela Grovey & Tim Jo, Reasonable Doubt - Copyright: 2025 Disney. All rights reserved.; Disney/Wilford Harewood
Angela Grovey & Tim Jo, Reasonable Doubt
© 2025 Disney. All rights reserved.; Disney/Wilford Harewood

Familie Stewart hat mehrere Baustellen in dieser Staffel. Das ist zunächst die außereheliche Affäre von Lewis (McKinley Freeman), weil - obwohl schon vergeben - Toni (Tristan Cunningham) immer noch aus verletzten Gefühlen heraus agiert. Dadurch muss dann auch Naima (Aderinsola Olabode) und Spenser (Thaddeus J. Mixson) reiner Wein eingeschenkt werden. Das war dann auch nochmal ein gutes Gegenstück zu den Edwards, weil dort über nichts geredet wird. Hier wiederum wird sich zusammengesetzt, auch wenn es schwer ist, darüber offen zu reden. Dann wiederum taucht Jax' Vater Eddie (Richard Brooks) auf, der als Drogensüchtiger sehr lange kein Teil ihres Lebens mehr war. In eindrücklichen Rückblenden wird die Kindheit beleuchtet und es erklärt, warum alle erstmal so dicht machen, als er auftaucht. Das ist ein weiteres Mysterium, was hat Eddie vor, was sind seine Absichten und ist er doch noch labil? Dann haben wir Mama Lus (Pauletta Washington) Erkrankung, die ebenfalls emotional voll reinhaut. Da gab es wirklich viel, was navigiert werden musste. Aber ich mag diese Balance aus persönlichem Drama und Prozessdarstellung.

Foto: Emayatzy Corinealdi & McKinley Freeman, Reasonable Doubt - Copyright: 2025 Disney. All rights reserved.; Disney/Anne Marie Fox
Emayatzy Corinealdi & McKinley Freeman, Reasonable Doubt
© 2025 Disney. All rights reserved.; Disney/Anne Marie Fox

In alldem hat mir auch die Weiterentwicklung von Jax wieder sehr gut gefallen. Vor Gericht ist sie knallhart und raffiniert, privat ist sie eine Löwenmama, hat sich die Leidenschaft mit Lewis wieder erkämpft und wenn es um ihre Eltern geht, wird sie selbst wieder zum Kind, dem viel genommen wurde, sodass es immer noch Narben gibt. Dadurch waren sie und Ozzie auch wie ein Spiegelbild voneinander. Beide haben aus unterschiedlichen Gründen keine angenehme Kindheit gehabt und das ist auch nicht mehr wiedergutzumachen, aber Jax hat ihren Weg gefunden und sich das für Ozzie ebenso erwünscht. Gleichzeitig ist Jax selbst Mutter zweier Kinder, weswegen sie noch einmal besonders genau hingeschaut hat, dass die beiden das bekommen haben, was sie selbst nicht hatte. Und auch wenn sie bei Ozzie eine schwere Niederlage einstecken musste, hat sie am Ende einen Sprung gewagt, der mich richtig stolz gemacht hat. Sie lässt endlich ihre ignoranten Partner hinter sich. Daniel und Krystal bleiben ihr treu und das schlägt ein neues Kapitel auf, auf das ich sehr gespannt bin.

Fazit

"Reasonable Doubt" lässt auch in der dritten Staffel nicht nach. Zumindest nicht in den Handlungsbögen, auf die es richtig ankommt. Die Figur Bill Sterling hätte man zwar streichen können, aber alles andere hatte einen klaren Plan und hat dabei wieder mit Emotionalität, Spannung und verrückten Wendungen gepunktet.

Die Serie "Reasonable Doubt" ansehen:

Lena Donth - myFanbase

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